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	<title>Feldpolitik &#187; wirtschaftswahlen</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>Volkseigene Betriebe, Teil II</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 14:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor 20 Jahren wurde hierzulande das Konzept angewickelt, Unternehmen sollten &#252;berwiegend staatseigen sein &#8211; ach nein, volkseigen. Die Wirtschaft der DDR sprach ein scheinbar eindeutiges Bild: Volkseigene Betriebe (VEBs) waren nicht sonderlich innovativ, nicht besonders einfallsreich und nicht besonders schlank. Mit der Wende, die wir dieses Jahr zum 20. Mal feiern, wurde das Projekt Planwirtschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 20 Jahren wurde hierzulande das Konzept angewickelt, Unternehmen sollten &#252;berwiegend staatseigen sein &#8211; ach nein, volkseigen. Die Wirtschaft der DDR sprach ein scheinbar eindeutiges Bild: Volkseigene Betriebe (VEBs) waren nicht sonderlich innovativ, nicht besonders einfallsreich und nicht besonders schlank. Mit der Wende, die wir dieses Jahr zum 20. Mal feiern, wurde das Projekt Planwirtschaft abgewrackt (mit Abwrackpr&#228;mien f&#252;r so manche treue Hand).</p>
<p>20 Jahre drauf zeigt der Kapitalismus &#246;ffentlich, da&#223; er auch nicht grade das Beste aller Systeme ist.  Er tat dies schon l&#228;nger, schlie&#223;lich sind Millionen Arbeitslose auch nicht grade effizient, aber nun steht&#8217;s in der Zeitung: Die Banken wanken, Versicherungen sind verunsichert und bei Autokonzerne steh&#8217;n die R&#228;der still. Wo das Systemrisiko zu gro&#223; wurde, sprang Papa Staat ein, gelenkt von der alten Pionierin Mama Merkel. Sie hat keine Wahl, schlie&#223;lich sind Arbeitspl&#228;tze bedroht und das war in den letzten 20 Jahren schon immer wichtiger als andere bedrohte Arten. Nach den ersten Finanzinstituten wollen sich jetzt die ersten Industrieinstitute verstaatlichen lassen. Schaeffler, die Firma, die sich an Conti &#252;bernahm, Airbus, der europ&#228;ische Flugverkehrsl&#228;rmproduzent und nat&#252;rlich rufen die <a href="http://feldpolitik.de/2009/01/16/renaissance-der-planwirtschaft/" target="_blank">Autohersteller</a> und das taumelnde Silicon Saxony (Qimonda) nach staatlichem Geldregen. Und im Spiegel fragt man sich: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,604587,00.html" target="_blank">Hilfe f&#252;r DAX-Konzerne: Auf dem Weg in die Staatswirtschaft?</a> Nun k&#246;nnte da ja jeder kommen: Jedes Unternehmen bietet die bedrohte Ware Arbeitspl&#228;tze, jedes Unternehmen hat Zulieferer, die im Fall eines Bankrottes mitbedroht w&#228;ren, jedes Unternehmen l&#246;st einen <a href="http://feldpolitik.de/feldblog/item.php?i=130" target="_blank">Domino</a>effekt aus, wenn es f&#228;llt &#8211; und sei es nur einen kleinen. Und ist es nicht das, was mehr oder weniger &#8220;Sozialisten&#8221; seit Jahren fordern: Die Verstaatlichung gro&#223;er Konzerne?</p>
<p>Da mu&#223; man sich jetzt fragen: Sind die Hardcore-&#8221;Kapitalisten&#8221; pl&#246;tzlich zu &#8220;Sozialisten&#8221;  mutiert oder haben die &#8220;Sozialisten&#8221; den &#8220;Kapitalismus&#8221; schon immer besser verstanden als die die &#8220;Kapitalisten&#8221; selbst?</p>
<p>Versuchen wir, dieses seltsame Spiel mal konstruktiv zu betrachten. Frau Schaeffler, die &#8220;angeschlagene Milliard&#228;rin mit dem Faible f&#252;r Autoreifen&#8221;, schreit vermutlich nicht deswegen nach Staatsknete, weil ihr Weltbild dazu neigt, alle Menschen an dem von ihr mitaufgebautem Reichtum teilhaben zu lassen. Es ist wahrscheinlicher: Die will eher ihren Pelzmantel behalten. Und ihren Einfluss. Konsequent w&#228;re, wenn Papa Staat und Mama Merkel ganz klar sagen: Wie helfen gern, daf&#252;r k&#252;rzen wir der Milliard&#228;rs- und Aktion&#228;rsriege das Verm&#246;gen auf gehobenen Durchschnitt (= eine Vierzimmerwohnung, 1 PKW, 55.000 Euro Geldverm&#246;gen). Kann ja auch nicht angehen, da&#223; ich mich monatlich wegen meiner paar Piepen mit dem Steuerkram qu&#228;le, um Frau Schaeffler ihren Mantel zu bezahlen. Und wenn ihr das nicht passt, steht ihr ja HartzIV offen, entworfen von einem vorausschauenden Manager der Automobilindustrie. Quasi ein Kollege.</p>
<p>Und gleichsam verfolgen wir konsequent das in den letzten Jahren immer mal wieder diskutierte Modell, Arbeitnehmer mehr am Unternehmenserfolg zu beteiligen und geben jedem Einwohner des Landes ein Achtzigmillionstel der Unternehmen Schaeffler, Conti &amp; Co. Etwas, was man im &#220;brigen auch mit der Bahn machen k&#246;nnte. Verkauf- und handelbar w&#228;ren diese Eigentumspapiere nicht, um keine erneute Eigentumskonzentration aufkommen zu lassen, stattdessen gibt es eben einmal j&#228;hrlich <strong>Wirtschaftswahlen</strong>, wo wir Aktion&#228;re dar&#252;ber abstimmen, in welche Richtung die Unternehmen zu gehen haben und wer den Vorstand stellt. Das &#220;bliche eben, wie man es von Aktion&#228;rsversammlungen oder der Bundestagswahl eben so kennt. Und wer nicht mitw&#228;hlen will, w&#228;hlt eben nicht, auch das ist ja nicht un&#252;blich.</p>
<p>Unvorstellbar? Na warten wir mal ab, wer sich in n&#228;chster Zeit noch so verstaatlichen lassen will&#8230;.</p>]]></content:encoded>
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