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	<title>Feldpolitik &#187; paranoia</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>Die Mi&#223;trauensrepublik</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 13:43:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Etwas hat sich ge&#228;ndert. &#8220;Schrei niemals FEUER, wenn&#8217;s nicht brennt. Sonst kommt n&#228;mlich niemand, wenn du wirklich Hilfe brauchst.&#8221; Stammt aus irgendeinem Film. Passend ist dieser Satz in diesem Beitrag deshalb, weil man angesichts von SARS (2004) und Vogelgrippe (2005/2006) auf den Gedanken kommen k&#246;nnte: Weil die grippale Apokalypse trotz enormem Medienrummels ausblieb, weigert sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas hat sich ge&#228;ndert.</p>
<p><em>&#8220;Schrei niemals FEUER, wenn&#8217;s nicht brennt. Sonst kommt n&#228;mlich niemand, wenn du wirklich Hilfe brauchst.&#8221;</em> Stammt aus irgendeinem Film. Passend ist dieser Satz in diesem Beitrag deshalb, weil man angesichts von <a title="3 Suchbegriffe bei Google Trends" href="http://www.google.de/trends?q=schweinegrippe%2C+vogelgrippe%2C+sars&amp;ctab=0&amp;geo=all&amp;geor=all&amp;date=all&amp;sort=1" target="_blank">SARS (2004) und Vogelgrippe (2005/2006)</a> auf den Gedanken kommen k&#246;nnte: Weil die grippale Apokalypse trotz enormem Medienrummels ausblieb, weigert sich heute (2009) das halbe Land, sich seine staatsb&#252;rgerliche Schweinegrippe-Spritze abzuholen. Die Skepsis gegen&#252;ber Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der angepriesenen Impfung ist enorm. So enorm, da&#223; es Zeit ist, sich Gedanken &#252;ber Vertrauen und Mi&#223;trauen in einer Gesellschaft wie der unseren zu machen.</p>
<p>Fr&#252;her waren <a title="Ein ZDF-Beitrag zur Impfung" href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/825702/Kritik-an-Schweinegrippe-Impfung#/beitrag/video/825702/Kritik-an-Schweinegrippe-Impfung" target="_blank">&#196;rzte</a> Vertrauenspersonen. Wer sich ungesund f&#252;hlte oder ungesund war ging zum Arzt seines Vertrauens und lie&#223; sich helfen. Es war nicht notwendig, das Handeln dieses Helfers zu hinterfragen, unlautere Absichten der beruflichen K&#246;nigsklasse kamen niemand in den Sinn. Doch seitdem auch Gesundheit, wie so vieles andere, von einer Industrie bearbeitet wird, schwindet dieses Verh&#228;ltnis. Der Zweck der &#196;rzte und der Zweck der Industrie gehen nicht in dieselbe Richtung, vielmehr stehen sie sich nahezu unvereinbar gegen&#252;ber. Zweck der &#196;rzte ist die Heilung, Zweck der Industrie das industrielle Geldverdienen. Unter Beachtung des Wachstumsparadigmas ist Heilung kontraproduktiv, zahlt man hierzulande doch nur, wenn man krank ist. Heilung bedeutet, Nichtzahler zu produzieren &#8211; was keiner Industrie gelegen sein kann.</p>
<p>Seitdem die Grenzen der Werbung verschwunden und verschwommen sind, f&#252;hlt man sich &#252;berall zum Kaufen animiert. Der gemeine Weltenb&#252;rger kann nicht mehr unterscheiden zwischen dem, was er wirklich braucht und dem, was ihm <a title="1 Unze Gold (wert: 1100$) zu 50$ zu verkaufen" href="http://www.youtube.com/watch?v=Gk5aRIz17fk" target="_blank">aufgeschwatzt </a>wird. Und seitdem PR und die Lancierung von Pressemeldungen zum Zwecke der redaktionellen (=vertrauensw&#252;rdigen) Aufarbeitung genutzt werden, ist die Werbung auch im politischen Raum angekommen. Im Fall der Grippe-Impfung ist die Zielgruppe sehr klar zu definieren: Die paar Hanseln, die man Bundesregierung und Parlamentarier nennt, denn die paar K&#246;pfe k&#246;nnen per Handstreich hunderte Millionen locker machen &#8211; keine Werbekampagne, die sich an Otto Normalverbraucher richtet erreicht solch ein Kopf-zu-Umsatz-Verh&#228;ltnis. Bei diesem (unterschwelligen) Wissen in breiten Teilen der Bev&#246;lkerung ist es nicht unwahrscheinlich, da&#223; viele nicht mehr wissen, ob die Zeitungsberichte &#252;ber Schweineviren und Impfeuphorie echter Alarm oder nur die Auswirkungen einer imposanten Marketingaktion sind. Und seitdem die S&#228;ttigung der Auto-M&#228;rkte offensichtlich ist, braucht der <a title="eine Umfrage zum Kapitalismus" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=2070389" target="_blank">Kapitalismus</a> neue Absatzm&#228;rkte, warum nicht die Venen unserer Mitb&#252;rger?</p>
<p>Doch die Impf-Diskussion ist nur eines der Schlachtfelder, in der der Kampf um das Vertrauen geht. Vertrauen ist die Grundlage jeder Gesellschaft. L&#246;st es sich auf, l&#246;sen sich die gesellschaftlichen Bindungen. Eine Gesellschaft ohne Bindungen ist keine, sie ist nur eine Menge von Individuen. Der &#8220;Erosionsprozess&#8221; des Vertrauens setzte aber weit vor der Grippe ein, ganz pers&#246;nlich darf ich den vorl&#228;ufig letzten H&#246;hepunkt in 2001 datieren. Zehntausende Menschen allein in diesem Land glauben nicht an die offizielle Darstellung des 11. September 2001. Schon damals gab es einen intensiven Bruch zwischen den B&#252;rgern und anderen gesellschaftlichen Strukturen. Dieser Bruch ist genauso wie die Menge an &#8220;Skeptikern&#8221; gr&#246;&#223;er geworden. Der n&#228;chste Schub kam letztes Jahr, als das Vertrauen in die Bankiers (und jenes, das die Bankiers untereinander hegen) sich mit den ersten Banken in Luft aufl&#246;ste &#8211; und Angela Merkerl dazu brachte, ihre ganze Person in die Waagschale zu legen, um den Sparer davon abzuhalten, seiner Matraze mehr zu trauen als seinem Geldverwalter. Spr&#246;der Kitt, der da in die Fugen geschmiert wurde. Man merkt es an solch kleinen Details, wie das Finanzamt einen behandelt, wie Gesch&#228;ftspartner pl&#246;tzlich drauf sind, wie die Redakteure sich bem&#252;hen, ihrer Verantwortung nachzukommen, indem sie ihr eigenes Mi&#223;trauen nicht allzusehr in die Jubelmeldungen einflie&#223;en lassen, um sich nicht selbst dem Vorwurf auszusetzen, sie w&#252;rden die Krise herbeischreiben.</p>
<p>Wie kurzatmig Vertrauen im politischen Zirkus ist,  musste gleich nach der Wahl die FDP erleben, die laut Umfragen danach gleich mal wieder einige Prozentpunkte abgeben musste, nachdem die Wohlf&#252;hlversprechen sinkender Steuern an der harten Schuldenrealit&#228;t zerplatzt sind. Die Politik, die Politik, sie ist das seltsame Spielfeld, was eigentlich seit Jahrzehnten schon mit Mi&#223;trauen zu k&#228;mpfen hat. Ein ganzes Drittel der Bev&#246;lkerung geht schon gar nicht mehr hin, wenn zum Stimmenabwurf gerufen wird. Man erwartet von oben nix, und das ganz wohl zurecht. Sitzen doch in der Regierung ein <a title="Eine Pressekonferenz" href="http://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs" target="_blank">verge&#223;licher Waffenh&#228;ndler-Freund als Finanzminister</a> neben einem <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31474/1.html" target="_blank">schwerreichen, industrieverbandelten Verteidigungsminister</a>, wo man doch (von hier unten aus betrachtet) nicht wirklich glaubt, da k&#228;men Entscheidungen raus, die ins eigene Fleisch schneiden?</p>
<p>Nunja. Ab morgen kommt ja der neuer Emmerlich ins Kino. Weltuntergang. Auch wenn nun fraglich ist, ob 2012 die Welt verloren ist, so verdichten sich doch die Erscheinungen die signalisieren, da&#223; die <em>alte</em> Welt schon ihre Stunden schlagen h&#246;rt.</p>]]></content:encoded>
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