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	<title>Feldpolitik &#187; kommunen</title>
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		<title>Aufstand im Osten</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 18:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[demonstration]]></category>
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		<description><![CDATA[Die MDR-Nachrichten &#252;berraschen heute nicht nur mit &#252;berdimensionierten Schneewarnungen, sondern auch mit einem Bericht aus Wittichenau. Die Kleinstadt bei Hoyerswerda ist vor allem bekannt f&#252;r den Start des Osterreitens, eines sorbischen Brauches sowie f&#252;r die Dichte an Kruzifixen in den Vorg&#228;rten, die proportional zur Dichte der Katholiken in der Stadt sind. Die Bilder des MDR [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.mdr.de/sachsen/bautzen/6970669.html" target="_blank">MDR-Nachrichten &#252;berraschen</a> heute nicht nur mit &#252;berdimensionierten Schneewarnungen, sondern auch mit einem Bericht aus Wittichenau. Die Kleinstadt bei Hoyerswerda ist vor allem bekannt f&#252;r den Start des Osterreitens, eines sorbischen Brauches sowie f&#252;r die Dichte an Kruzifixen in den Vorg&#228;rten, die proportional zur Dichte der Katholiken in der Stadt sind. Die Bilder des MDR zeigen heute protestierende Menschen. Der Grund: Die Stadt will Geld f&#252;r Abwasserkan&#228;le, die die Bewohner in den 1970ern selbst angelegt haben. Hier kommen diverse Entwicklungen der letzten Jahre zusammen, die vermutlich nicht nur in Wittichenau Wut entfacht. Denn: Der Ort Hoske, um den es geht, ist l&#228;ngst &#8220;eingemeindet&#8221;, also keine eigenst&#228;ndige Kommune mehr sondern quasi ein Ortsteil der Stadt Wittichenau. Erst diese &#8220;administrative Neuordnung&#8221;, die in den letzten Jahren Konjunktur hatte, macht es &#252;berhaupt m&#246;glich, da&#223; sich die Stadt den ortschaftlichen Ressourcen bem&#228;chtigen kann. Weiterhin flie&#223;t die Umstellung der kommunalen Rechnungslegung von der Kameralistik auf die Doppik in das Problem ein. Seit Jahren sind die Kommunen dabei, ihr altes (kameralistisches) Buchhaltungssystem (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kameralistik" target="_blank">wikipedia</a>) auf die doppelte Buchf&#252;hrung umzustellen. Dies ist ein b&#252;rokratischer Kraftakt, der viele &#8220;K&#228;mmerer&#8221; und Verwaltungen herausfordert und teilweise Jahre dauert. Nach den Prinzipien der Doppik m&#252;ssen Verm&#246;gen aktiviert werden. Das hei&#223;t, da&#223; jedes Eigentum der Kommune bewertet werden muss und entsprechend in den B&#252;chern auftauchen muss. Diese Bewertung ist einerseits schwer, andererseits willk&#252;rlich &#8211; wer kauft schon die Abwasserkan&#228;le von Hoske? Mit 1 Million Euro steht der Selbstbau k&#252;nftig in den B&#252;chern und muss entsprechend abgeschrieben werden. Die Abschreibung soll gew&#228;hrleisten, da&#223; die Mittel f&#252;r k&#252;nftige Renovierungen zusammenkommen, ein Erhalt bzw. ein Ersatzbau also m&#246;glich werden. Buchhalterisch entstehen somit Kosten, f&#252;r die die Kommune aufkommen muss. Und so tut es Wittichenau genauso wie viele andere Kommunen: Der B&#252;rgermeister legt die Kosten konsequenterweise auf die B&#252;rger um.</p>
<p>Zu Konfliktstoff sorgt das, weil es schwer zu vermitteln ist: Pl&#246;tzlich soll bezahlt werden f&#252;r etwas, was man selbst gebaut hat? Nur weil man eingemeindet wurde? Nur weil pl&#246;tzlich die Doppik herrscht?  Und da in diesen buchhalterischen Kopfst&#228;nden auch immer verzinst wird, kommt eine weitere (Kosten-)Dimension hinzu, die so manchen B&#252;rger aufregt.</p>
<p>Und so werden im katholischen Wittichenau nach 20 Jahren mal wieder Transparente getragen und Kerzen entz&#252;ndet und es ist leicht vorhersagbar, da&#223; der Amtsschimmel, der ja oft Dinge baut, die keiner braucht, dann aber doch bezahlen soll, auch in anderen Kommunen mit dem Aufstand seiner Sch&#228;fchen rechnen muss.</p>]]></content:encoded>
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