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	<title>Feldpolitik &#187; kaufen</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>Kauft um euer Leben!</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 11:46:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[gedanken.feld]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwischen &#8220;Autos, Autos &#252;ber alles&#8221; und &#8220;Kauft um euer Leben!&#8221; schwanken die Zeitungsmeldungen dieser Tage. Eine Wirtschaftskrise zieht herauf. Niemand mag sie, aber trotzdem kommt sie. Und dies, obwohl Wirtschaft nichts anderes ist als das Ergebnis des Handelns aller Menschen, die gar keine Wirtschaftskrise wollen. Wir sind die Zauberlehrlinge, die ihre Geister nicht mehr loswerden&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen &#8220;Autos, Autos &#252;ber alles&#8221; und &#8220;Kauft um euer Leben!&#8221; schwanken die Zeitungsmeldungen dieser Tage. Eine Wirtschaftskrise zieht herauf. Niemand mag sie, aber trotzdem kommt sie. Und dies, obwohl Wirtschaft nichts anderes ist als das Ergebnis des Handelns aller Menschen, die gar keine Wirtschaftskrise wollen. Wir sind die Zauberlehrlinge, die ihre Geister nicht mehr loswerden&#8230;</p>
<p>Versuchen wir einen anderen Blick auf diese Krise. Da&#223; die Leute keine Autos mehr kaufen deutet darauf hin, da&#223; sie keine Autos BRAUCHEN. Zwar wurden &#8220;Milliarden&#8221; an Buchgeld im Zuge der Finanzkrise umgeschichtet, aber die meisten Menschen in Europa sind von echten Verlusten verschont geblieben. Geld zum Autokauf ist also da, aber offenbar ist der Kauf nicht N&#214;TIG. Was bedeutet das? Bedeutet das nicht, da&#223; seit Jahren mehr Autos produziert und verkauft werden, als eigentlich GEBRAUCHT werden? Haben wir es mit einer Auto-Blase zu tun, die grade etwas Luft l&#228;&#223;t?</p>
<p>Na klar, das Problem ist ja ein anderes: Werden weniger Autos gekauft, fahren die Autoproduzenten ihre Produktion zur&#252;ck. Sie entlassen Leute und stornieren Auftr&#228;ge bei Zulieferern, was letztlich entlang der Wertsch&#246;pfungskette zu Entlassungen und Einsparungen f&#252;hrt. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite sieht so aus, da&#223; ja eigentlich nur das WENIGER gekauft wird, was offenbar gar nicht so dringend GEBRAUCHT wird. Aus gesellschaftlicher Sicht hei&#223;t das, da&#223; wir mit derselben Menge an Autos klarkommen. Wir haben also erstmal denselben Wohlstand wie zuvor. Aber: Wir sparen Zeit! Muss bei selbem Wohlstandsniveau weniger Arbeitszeit investiert werden, so bleibt mehr Freizeit! Das mag zynisch gegen&#252;ber jenen klingen, die grade von Entlassungen bedroht sind, soll aber folgendes verdeutlichen:</p>
<p>Wir jammern dar&#252;ber, da&#223; wir selbst und unsere Mitmenschen weniger einkaufen. Warum nutzen wir diese Situation nicht einmal, um dar&#252;ber nachzudenken, warum wir Wirtschaft bislang so organisiert haben, dass m&#246;glichst VIEL zu tun ist? Was ist so gut daran, m&#246;glichst viele Autos zu herzustellen und m&#246;glichst jedes Jahr noch ein St&#252;ck Wachstum obendraufzulegen? Steigern die &#252;berf&#252;llten Strassen unser Wohlbefinden? Macht Arbeit so viel Spa&#223;, da&#223; wir immer mehr davon haben m&#252;ssen?</p>
<p>Wie w&#252;rde wohl unser Leben aussehen, wenn wir nicht die st&#228;ndige Ausweitung der Produktion betreiben, sondern unser Wirtschaftssystem auf Arbeitseinsparungen optimieren? Statt Sollbruchstellen in Konsumg&#252;tern einzubauen, damit sie m&#246;glichst schnell ersetzt werden k&#246;nnen (Arbeit!!), m&#246;glichst lang haltbare Produkte herzustellen? Was ist so schlecht daran, wenn ein Auto 30 Jahre h&#228;lt, statt im 10-Jahres-Zyklus verschrottet um dann mit enormem gesellschaftlichen und energetischen Aufwand wieder runderneuert zu werden?</p>
<p>Ich glaube es ist kein Wunder, da&#223; die Suche nach SINN bei vielen Menschen verst&#228;rkt aufkommt. &#8220;Kauft um euer Leben&#8221; ist nichts, was langfristig SINN verspricht. Shopping als Ersatzhandlung kennt sicher jeder von uns, aber voran bringt uns das nicht. Weder dich und mich als Individuum noch uns als Gesellschaft. Mal aus dem &#246;konomischen Kontext rauszuspringen und Umwelt und Natur einzubeziehen, das w&#228;re ein sinnvoller Punkt f&#252;r die derzeit anlaufende &#246;ffentliche Diskussion. Und wir alle, die wir kaufen wollen und kaufen sollen wie die Bl&#246;den sollten uns mal fragen: Wieviel unserer Lebenszeit verbringen wir wohl gemeinschaftlich damit, Dinge zu kaufen, die wir nicht wirklich brauchen und diese Dinge herzustellen? Was w&#252;rden wir wohl mit unserem Leben anfangen, wenn wir Wirtschaft etwas SINNvoller organisieren w&#252;rden?</p>]]></content:encoded>
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