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	<title>Feldpolitik &#187; europa</title>
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		<title>FAZ: &#8220;Das Ende von Belgien&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Dec 2007 21:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Was ich mir w&#252;nschen w&#252;rd, ist eine Struktur gepr&#228;gt durch Kantonalisierung und F&#246;deralismus, kleine Einheiten, die nicht genug Macht haben, um gegeneinander Krieg zu f&#252;hren oder ein &#246;kologisches Desaster zu verursachen, und auch nicht die Mittel haben, um gro&#223; im Waffenhandel mitzumischen. Dazu w&#252;nsche ich mir ein starkes Zentrum, das Terrorismus verhindert und &#246;kologische Ma&#223;nahmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Was ich mir w&#252;nschen w&#252;rd, ist eine Struktur gepr&#228;gt durch Kantonalisierung und F&#246;deralismus, kleine Einheiten, die nicht genug Macht haben, um gegeneinander Krieg zu f&#252;hren oder ein &#246;kologisches Desaster zu verursachen, und auch nicht die Mittel haben, um gro&#223; im Waffenhandel mitzumischen. Dazu w&#252;nsche ich mir ein starkes Zentrum, das Terrorismus verhindert und &#246;kologische Ma&#223;nahmen setzt, sich aber in die Kantonalpolitik nicht einmischt. Dies w&#252;rde die Vorteile des kulturellen Pluralismus und der lokalen Selbstverwaltung mit den Vorteilen eines in der &#214;kologie und Friedenssicherung effektiven Zentrums verbinden, und dies w&#228;re mein Wunschbild f&#252;r Europa.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diese Aussage des tschechischen Philosophen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Gellner" target="_blank">Ernest Gellner</a> fasst zusammen, was auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Kohr" target="_blank">Leopold Kohr</a> in seiner Philosophie der Gr&#246;&#223;e sagt: Alles ist Gift, entscheidend ist die Dosis. Oder eben die Gr&#246;&#223;e. Auf die Gr&#246;&#223;e von Nationen bezogen stellt sich die Frage, wie gro&#223; oder wie klein ein Staatengebilde idealerweise ist.</p>
<p>Anla&#223; f&#252;r dieses Zitat und dieses Posting ist ein Artikel in der FAZ, der genauso lesenswert ist wie seine Leserkommentare und der wieder die Frage aufbringt, <a title="...zum Beispiel Belgien" href="http://feldpolitik.de/2007/10/13/zum-beispiel-belgien/">wie Europa organisiert sein sollte</a>:</p>
<p><a title="FAZ" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EBA3403E782AE4056ADF4B41BD301CADD~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ: Das Ende von Belgien (Ein Nationalstaat zerf&#228;llt)</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8230;zum Beispiel Belgien</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Oct 2007 09:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[feld.versuche]]></category>
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		<description><![CDATA[4 Monate dauert es nun schon, da&#223; die Belgier nach einer Regierung suchen. Das Land, so darf man in der Presse lesen, sei tief gespalten. Der Riss geht zwischen Flamen und Walloniern, einem &#228;rmeren und einem reicheren Teil des Landes, in denen zudem noch unterschiedliche Sprachen dominieren: Das Franz&#246;sische und das Niederl&#228;ndische. &#8220;In Belgien wuchert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>4 Monate dauert es nun schon, da&#223; die Belgier nach einer Regierung suchen. Das Land, so darf man in der Presse lesen, sei tief gespalten. Der Riss geht zwischen Flamen und Walloniern, einem &#228;rmeren und einem reicheren Teil des Landes, in denen zudem noch unterschiedliche Sprachen dominieren: Das Franz&#246;sische und das Niederl&#228;ndische.</p>
<p><a href="http://www.diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/335812/index.do" target="_blank">&#8220;In Belgien wuchert der politische Spaltpilz &#8211; Staatskrise: Das Fehlen einer Regierung n&#228;hrt Forderungen nach einer Teilung des Landes&#8221;</a> schreibt die &#246;sterreichische PRESSE.</p>
<p>Dabei sto&#223;en menschliche, weltanschauliche und &#246;konomische Konflikte  aufeinander. Zunehmend wird das Thema offenbar auch von ausl&#228;nderfeindlichen Str&#246;mungen vereinnahmt. Ausgerechnet in Fragen der Ausl&#228;nderpolitik hat man sich nun geeinigt [<a href="http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/800530.html">Tagesanzeiger.ch</a>], gleichsam die Frage nach der Autonomie der Regionen vertagt. Doch &#8220;Ausl&#228;nder&#8221; k&#246;nnten in Belgien bald Menschen sein, die k&#252;rzlich noch in einem gemeinsamen Land lebten.</p>
<p>Pikant an der belgischen Situation ist vor allem, da&#223; die Hauptstadt Br&#252;ssel zugleich so etwas wie ein europ&#228;isches Verwaltungszentrum ist. Das europ&#228;ische Parlament und tausende Politiker und Beamte befinden sich dort und deren Hauptaufgabe ist es, Europa zu vereinen. Und ausgerechnet im einigenden Zentrum des Kontinents erhalten nun teilende Bestrebungen besondere Nahrung.</p>
<p><strong>Tabu &#8220;Teilung&#8221;</strong></p>
<p>Die Situation Belgiens r&#252;hrt an ein ganz besonderes Tabu unserer Gesellschaft, unserer Politik und der Medienlandschaft. Zusammenschl&#252;sse und &#220;bernahmen scheinen eine Grund-Tendenz zu sein, Aufteilungen und Trennungen haben oft den Geruch des &#8220;R&#252;ckw&#228;rtsgewandten&#8221;. Diesen Eindruck bekommt man vor allem, wenn man die Wirtschaftsseiten liest, wo GR&#214;SSER fast immer auch BESSER zu sein scheint.</p>
<p>Widerspr&#252;chlich handelt zugleich die Politik: Das &#8220;Subsidiarit&#228;tsprinzip&#8221; ist ein Schlagwort, dem die meisten Politiker zwar zustimmen, jedoch bei konkreten Umsetzungen meist <span style="text-decoration: line-through;">den Schwanz einziehen </span>eher zur&#252;ckhaltend sind.</p>
<blockquote><p><strong>Subsidiarit&#228;t</strong> (lat. zur&#252;cktreten, nachrangig sein) ist eine politische und gesellschaftliche Maxime und stellt Selbstverantwortung vor staatliches Handeln. Demnach sind bei einer staatlich zu l&#246;senden Aufgabe zuerst und im Zweifel die untergeordneten, lokalen Glieder wie Stadt, Gemeinde oder Kommune f&#252;r die Umsetzung zust&#228;ndig, w&#228;hrend &#252;bergeordnete Glieder zur&#252;cktreten.</p>
<p>Die Subsidiarit&#228;t tritt unter der Bedingung ein, dass das untergeordnete Glied in der Lage ist, die Probleme und Aufgaben eigenst&#228;ndig l&#246;sen zu k&#246;nnen. Gleichwohl soll das kleinste Glied nicht &#252;berfordert werden und die &#252;bergeordnete Ebene ggf. unterst&#252;tzend t&#228;tig werden.</p>
<p>Das Subsidiarit&#228;tsprinzip ist eine wichtige Grundlage der Europ&#228;ischen Union, um die Organe der EU in der europ&#228;ischen Gesetzgebung zu beschr&#228;nken. Weiterhin ist es ein wichtiges Konzept f&#246;deraler Staatssysteme wie der Bundesrepublik Deutschland oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft.</p>
<p>[<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subsidiarit%C3%A4tsprinzip" target="_blank">wikipedia:Subsidiarit&#228;tsprinzip</a>]</p></blockquote>
<p>Wie gro&#223; ist ein optimales Gemeinschaftsgebilde? Ich behaupte: Gro&#223; genug, um aus sich selbst heraus lebensnotwendige Entwicklungen anzusto&#223;en aber klein genug, um die Stimme des Einzelnen h&#246;rbar zu machen. In Gro&#223;-Europa treffen aktuell 400 Millionen Stimmen aufeinander. Wie h&#246;rbar ist da noch der Einzelne? Ich bin sicher es gibt Zusammenh&#228;nge zwischen der allgemeinen Politikverdrossenheit und der Frage derIndividuen, wie sehr ihre Interessen tats&#228;chlich in Berlin oder Br&#252;ssel verstanden und vertreten werden.</p>
<p>Jedes Gebilde, egal wie gro&#223; es ist, besitzt eine interne Struktur. Egal ob es sich dabei um ein Geb&#228;ude, ein Verkehrssystem, ein Brot oder eine Gesellschaft handelt. Es mu&#223; demnach notwendig sein, Europa eine interne Struktur zu geben. Eine f&#246;derale Struktur nach dem Subsidiarit&#228;tsprinzip &#8211; eine Europa der Regionen &#8211; ist eindeutig etwas, was ich derzeit bevorzuge.</p>
<p><strong>Staatsverst&#228;ndnis</strong></p>
<p>H&#246;rt man Menschen zu, die vom &#8220;Staat&#8221; sprechen, so haben ihre Meinungen meist eins gemeinsam: Sie trennen zwischen sich und dem Staat. Der Mensch, das ist das eine, der Staat, das ist das andere, der mit dem Menschen nichts zu tun hat, au&#223;er ihn zu g&#228;ngeln oder ihn zu subventionieren.  Die gedankliche Teilung zwischen Staat und Mensch zeigt, da&#223; unser Staatsverst&#228;ndnis einer neuen Ordnung unterliegt. Staat, das sollte eigentlich die Gruppe aller Individuuen sein, die Gemeinschaft der Einzelnen. Doch die Identifikation des Einzelnen mit &#8220;dem Staat&#8221; ist nicht vorhanden, die Trennung riesengro&#223;.  Und es stellen sich die Fragen:</p>
<ul>
<li>Woran liegt das? Welche Gr&#252;nde gibt es?</li>
<li>Ist das Gebilde &#8220;Staat&#8221;, wie es sich in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat, &#252;berhaupt noch anwendbar im 21. Jahrhundert?</li>
<li>Brauchen wir ein neues Staatsverst&#228;ndnis? Brauchen wir einen Staat?</li>
</ul>
<p><strong>Europa der Regionen</strong><br />
Die Probleme in Belgien sind nichts einzigartiges. Es gibt &#228;hnliche Entwicklungen in anderen Gegenden Europas: Zum Beispiel im Kosovo und im Baskenland [<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2821666,00.html" target="_blank">Deutsche Welle</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baskenland" target="_blank">Wikipedia</a>]. Je nach politischer Gro&#223;wetterlage sind Unabh&#228;ngigkeitsbestrebungen erw&#252;nscht (so wird die Unabh&#228;ngigkeit des Kosovo durch EU-Staaten und USA eher bef&#252;rwortet [<a href="http://afp.google.com/article/ALeqM5iCM9-F-fbh_HutVj8oLfK0Nh9Klg" target="_blank">AFP</a>]) oder sie scheinen absolut undenkbar (was im Fall des Baskenlandes sicher auch an den gew&#228;hlten Methoden mancher Separatisten (Bombenanschl&#228;ge und Morde) liegt).</p>
<p>Doch gerade vor dem Hintergrund, da&#223; Europa es bislang nicht geschafft hat, sich eine gemeinsame Verfassung zu geben und angesichts der Tatsache, da&#223; der vorgeschlagene Verfassungsentwurf derma&#223;en gro&#223;er Kritik ausgesetzt ist und in mehreren Referenden von den Menschen abgelehnt wurde; angesichts dieses Hintergrundes scheine es sinnvoll &#252;ber alternative Ans&#228;tze zur Strukturierung des Kontinents nachzudenken.</p>
<p>In anderen Bereichen  des menschlichen Lebens entwickeln sich dezentrale Ans&#228;tze (z.B. Internet, Energieversorgung), werden Monopolisierungen aufgebrochen (Blogs vs. Massenmedien) und spielen netzwerkartige Strukturen eine immer gr&#246;&#223;ere Rolle (Unternehmensnetze, Verkehrsnetze). Sollten die in diesen Bereichen gemachten Erfahrungen nicht in besonderem Ma&#223;e auch in politischen Strukturen beachtet werden? Das Herunterbrechen von Macht, weg von gro&#223;en Institutionen hin zum Individuum ist durchaus bedenkenswert vor dem Hintergrund zunehmenden Mi&#223;trauens gegen&#252;ber solchen Institutionen, zunehmender Korruptionsanf&#228;lligkeit und Vetternwirtschaft.</p>
<p>F&#252;r den &#246;sterreichischen National&#246;konomen Leopold Kohr war &#8220;Das Ende der Gro&#223;en&#8221; eine absehbare Sache. Er hat gen&#252;gend Gr&#252;nde zusammengetragen, die f&#252;r ein Aufbrechen gro&#223;er Strukturen und eine &#8220;R&#252;ckkehr zum menschlichen Ma&#223;&#8221; sprechen [<a title="Leopold Kohr" href="http://www.langelieder.de/lit-kohr.html" target="_blank">Buchrezension</a>]. Vielleicht kann Belgien, vielleicht kann Europa, vielleicht k&#246;nnen wir etwas daraus lernen?</p>]]></content:encoded>
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