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	<title>Feldpolitik &#187; Banken</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>Eine Party der anderen Sorte</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 17:06:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rutschpartien fand man fr&#252;her lustig, wenn es heute bergab geht, fragt sich selbst die BiLD, ob das Geld der Sparer noch sicher ist. DerStandard berichtet, da&#223; man in Innsbruck um sein Geld bangt. Dort hat man das Kanalnetz der Stadt vor einigen Jahren in die USA vermietet, um es dann wieder zur&#252;ckzumieten. Cross-Border-Leasing nennt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rutschpartien fand man fr&#252;her lustig, wenn es heute bergab geht, fragt sich <a href="http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/09/17/die-sicherheit/meiner-ersparnisse-im-banken-chaos.html" target="_blank">selbst die BiLD</a>, ob das Geld der Sparer noch sicher ist. <a href="http://derstandard.at/?id=1220458453206" target="_blank">DerStandard berichtet</a>, da&#223; man in Innsbruck um sein Geld bangt. Dort hat man das Kanalnetz der Stadt vor einigen Jahren in die USA vermietet, um es dann wieder zur&#252;ckzumieten. Cross-Border-Leasing nennt sich das, war seit einigen Jahren schon heftig in der Kritik, hielt aber trotzdem einige besonders schlaue Pappnasen nicht davon ab, per grenz&#252;berschreitendem Steuersparmodell ein paar Millionen mehr in die mauen Kassen zu sp&#252;len. Naja, einen Vorteil hat die Situation f&#252;r die Innsbrucker: Die Amis werden sich &#8220;ihr Kanalnetz&#8221; ganz sicher nicht abholen&#8230; (was im Standard-Forum zu bissigen Kommentaren f&#252;hrte)</p>
<p>Fakt ist: Es geht derzeit gut durcheinander. Die viertgr&#246;&#223;te US-Bank Lehmann Brothers pleite, die Hypothekenfinanzierer Freddy und Fannie verstaatlicht (wer h&#228;tte das gedacht). Eine gro&#223;e Versicherung nah am Kollaps und in Gro&#223;britannien gleich die n&#228;chste Bank. Schon fast komisch mutet da an, da&#223; aus der deutschen KfW-Bank noch am Montagmorgen, also kurz vor der offiziellen Bankrotterkl&#228;rung im Hause Lehmann <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578814,00.html" target="_blank">nochmal schnell 300 Millionen Euro Kredit</a> vergeben wurden. Man hofft, da&#223; man 50% davon wiedersieht. DAS nenne ich Rendite!</p>
<p>Meine Freundin f&#252;hlte sich angesichts des Peanuts-Kredits angeregt zu fragen, wieso eine Bank, die fr&#252;her &#8220;<strong>K</strong>reditanstalt <strong>f</strong>&#252;r <strong>W</strong>iederaufbau&#8221; hie&#223; (und jetzt nur noch KfW-Bank ohne Bedeutung der Buchstaben hei&#223;en soll) eigentlich soviel Geld in die Staaten schickt. Was bauen die denn da auf?</p>
<p>Abbauen ist zur Zeit eher angesagt! Der Zusammenbruch der Firma Lehmann schl&#228;gt sogar <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578638,00.html" target="_blank">auf den deutschen Einlagensicherungsfond durch</a>. Denn die deutsche Tochter der US-Investmentbank h&#228;ngt da nunmal mit drin &#8211; und dadurch der deutsche Sparer/Steuerzahler. Und man kommt mit dem Aufz&#228;hlen gar nicht so recht nach, denn soeben trudelt die Nachricht ein, da&#223; Anleger die <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578840,00.html" target="_blank">Schieflage von Morgan Stanley </a>bef&#252;rchten. Taumelt da der n&#228;chste Riese am Finanzhorizont? Wieviele Milliarden wollen die Zentralbanken noch &#8220;einschie&#223;en&#8221;, um das System zu stabilieren? Oder sind das alles nur Ger&#252;chte? Fast egal, denn unser Finanzsystem beruht auf Vertrauen (Kredit kommt immer noch von credere=vertrauen) und f&#252;r Vertrauen sind selbst Ger&#252;chte Sprengstoff.</p>
<p>Ich hab ja das Gef&#252;hl, ich wiederhole mich hier eh nur. Wer mag, darf gern im Archiv st&#246;bern und beispielsweise zwei Artikel von 2004 lesen:</p>
<p><a href="http://feldpolitik.de/feldblog/item.php?i=127">Der Fluch des Global Money</a></p>
<p><a href="http://feldpolitik.de/feldblog/item.php?i=130" target="_blank">Global Domino (Fluch des Global Money Reloaded)</a></p>
<p>Ich gebe zu, ich h&#228;tte damals nicht unbedingt gedacht, da&#223; noch 4 Jahre vergehen, aber ich mu&#223;te ja allgemein lernen, da&#223; diese Welt recht tr&#228;ge ist. Oft leider an den falschen Stellen&#8230; Insofern wiederhole ich mich gern erneut, indem ich auf <a href="http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/bankrott.html" target="_blank">Zinssystem und Staatsbankrott von Bernd Senf</a> verweise, auf <a href="http://www.regionales-wirtschaften.de/14.50.0.0.1.0.phtml" target="_blank">Gedanken zu Sicherungssystemen im Finanzsystem</a> sowie auf das <a href="http://www.regiogeld.de/news+M5b88297c210.html" target="_blank">Treffen von Regiogeld-Initiativen</a> in Bielefeld.</p>
<p>Es kann sein, da&#223; das alles nicht so wild ist, wie es derzeit an den &#8220;M&#228;rkten&#8221; gekocht wird. Da Vertrauen die Basis des Systems ist, entscheidet die F&#228;higkeit der Spin-Doktoren und Meinungsmacher dar&#252;ber, ob sich das System wieder f&#228;ngt. Das kann durchaus passieren und es k&#246;nnen wieder Monate bis Jahre vergehen, bis die n&#228;chste Stufe der Entwicklung z&#252;ndet. Aber ich bleibe bei meiner Prognose: 2012 leben wir in einer anderen Welt.</p>
<p>PS:</p>
<p>- <a href="http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Folgen-der-Lehman-Pleite-Kreditklemme-l%E4hmt-Russland/414866.html" target="_blank">Banken in Ru&#223;land mi&#223;trauen sich und leihen sich kein Geld mehr untereinander. Zentralbank reagiert mit massivem Absenken der Mindesreserves&#228;tze</a> (Inflationsgefahr!)</p>
<p>- <a href="http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Jagd-auf-Leerverk%E4ufer-SEC-ruft-Artenschutz-f%FCr-alle-aus/414971.html" target="_blank">US-B&#246;rsenaufsicht versucht, den Spekulationen per Verboten beizukommen</a>. Systemanalyse w&#228;re besser&#8230;</p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Wieso Deutschland eine Banken-Revolution braucht&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 10:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wolfgang Kaden, ehemaliger Manager-Magazin-Manager schreibt im Spiegel &#8220;Wieso Deutschland eine Banken-Revolution braucht&#8221;. Er meint damit (und begr&#252;ndet das durchaus nachvollziehbar): Zusammenlegung aller Landesbanken zu einer deutschen Gro&#223;bank, die auf dem internationalen Parkett Geltung besitzt &#8211; sie w&#228;re immerhin gr&#246;&#223;er als die Deutsche Bank. Gr&#246;&#223;er, schneller, weiter &#8211; das bekannte Spiel geht weiter. Fusionieren bis zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfgang Kaden, ehemaliger Manager-Magazin-Manager schreibt im Spiegel <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,503745,00.html" target="_blank">&#8220;Wieso Deutschland eine Banken-Revolution braucht&#8221;</a>. Er meint damit (und begr&#252;ndet das durchaus nachvollziehbar): Zusammenlegung aller Landesbanken zu einer deutschen Gro&#223;bank, die auf dem internationalen Parkett Geltung besitzt &#8211; sie w&#228;re immerhin gr&#246;&#223;er als die Deutsche Bank.</p>
<p>Gr&#246;&#223;er, schneller, weiter &#8211; das bekannte Spiel geht weiter.  Fusionieren bis zum Umfallen &#8211; mit dem globalen Markt im Fokus nachvollziehbar, aber wie so oft bleibt eine Frage: Wo bleibt der Mensch? Wer gibt unsereins, den kleinen Selbst&#228;ndigen, noch Kredit, wo es sich f&#252;r riesige H&#228;user doch meist viel mehr lohnt, von Yen in Pfund zu spekulieren, Immobilien auf Gr&#246;nland zu finanzieren und mit Gro&#223;projekte den Regenwald zu versteppen?</p>
<p>Revolution? Na gut! Ein paar Gedanken&#8230; ausgehend von der Regionalgeld-Idee trage ich mich schon l&#228;nger mit dem Gedanken,  ein internetbasiertes Geldsystem plus Marktplatz aus der Taufe zu heben. <em>Geld ist Information</em> &#8211; jedem Bankkonto-Besitzer sollte dies klar sein. Was mit dem Ansatz machbar ist, bestimmte bislang materiell gedachte Dinge als Information zu begreifen haben wir erlebt, als Musik pl&#246;tzlich zu MP3 und Filme zu AVI wurden. Tauschb&#246;rsen in Form einer Software lassen die Oligopolisten erbeben und verhelfen Musik und Filmen zu neuen Verbreitungswegen und damit alternativen Musik- und Filmemachern zu bislang unerreichbaren Wegen. Warum sollte &#196;hnliches nicht mit Geld genauso gehen?</p>
<p>So sitzen wir deshalb die Tage mit einem kleinen Team in Dresden und arbeiten (erstmal konzeptionell) an einem Marktplatz mit integriertem Geldsystem. Ziel ist es, eine <em>OpenSource</em>-Software zu schaffen, die es prinzipiell <em>jeder Community</em> erlaubt, ihr eigenes Geld und eigenes Geldnetzwerk zu schaffen und innerhalb dieses Netzwerkes wirtschaftlich t&#228;tig zu werden. Dabei sollte es egal sein, ob es sich um regional orientierte Gemeinschaften, kulturell orientierte Gemeinschaften (alle HipHoper/Esoteriker/Gamer unter sich?) oder globale Gemeinschaften handelt &#8211; das Werkzeug sollte allgemein einsetzbar sein.</p>
<p>Ich habe ein Budget bereitgestellt, ein Freund hat versprochen, dasselbe zu tun &#8211; denn wenn es nicht nur &#8220;am Rande&#8221; ablaufen soll, muss bei dem Entwicklungsprozess zumindest f&#252;r einen Brot und Miete abfallen. Es ist absehbar, dass das nicht genug ist, deshalb hiermit ein Aufruf:</p>
<p>Gesucht werden Entwickler und Sponsoren f&#252;r dieses Projekt. <a href="http://feldpolitik.de/?page_id=2">Meldet euch!</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Finanzkrise in den Medien</title>
		<link>http://feldpolitik.de/2007/08/13/die-finanzkrise-in-den-medien/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Aug 2007 11:21:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Finanzkrise ist in den Medien angekommen. Nicht nur bei den &#252;blichen Finanzpublikationen, sondern auch bei Bl&#228;ttchen aller Art. War es k&#252;rzlich noch der neue Aufschwung, der durch die Gazetten waberte (und der je nachdem, wen man fragte best&#228;tigt oder auch nur kopfsch&#252;ttelnd &#8220;Farce&#8221; genannt wurde), so muss sich die Presse pl&#246;tzlich mit einem ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Finanzkrise ist in den Medien angekommen. Nicht nur bei den &#252;blichen Finanzpublikationen, sondern auch bei Bl&#228;ttchen aller Art. War es k&#252;rzlich noch der neue Aufschwung, der durch die Gazetten waberte (und der je nachdem, wen man fragte best&#228;tigt oder auch nur kopfsch&#252;ttelnd &#8220;Farce&#8221; genannt wurde), so muss sich die Presse pl&#246;tzlich mit einem ganz anderen Ph&#228;nomen befassen &#8211; einem Ph&#228;nomen, dessen Gesamtbild sie jedoch bislang nur unzureichend befasst.</p>
<p>Die meisten Zeitungen erkl&#228;ren ihren Lesern jedoch nur unzureichend, wie es zur aktuellen Finanzkrise gekommen ist. Erst wenn man verschiedene Berichte zusammenliest entsteht aus einzelnen Teilen ein Bild, welches sich so zusammenfassen l&#228;&#223;t: Finanzfirmen haben vielen US-Amerikanern Geld f&#252;r den Hauskauf geliehen, obwohl diese Menschen nicht in der Lage sind, die Kredite zur&#252;ckzuzahlen. Die &#8220;Schuldscheine&#8221;, die die Menschen durch die Kreditaufnahme &#8220;unterschrieben&#8221; haben wurden in P&#228;ckchen verschn&#252;rt und &#252;ber die Finanzb&#246;rsen an andere Anleger weitergereicht. Die Rating-Agenturen, die Finanzprodukte und Firmen bez&#252;glich ihrer &#8220;Qualit&#228;t&#8221; bewerten, gaben diesen P&#228;ckchen Bestnoten, obwohl der Inhalt alles andere als super war. Gekauft wurden die P&#228;ckchen von Investmentfirmen und Banken, unter anderem in Europa.</p>
<p>Nun zeichnet sich ab, dass viele Kredite nicht zur&#252;ckgezahlt werden k&#246;nnen und die Banken haben Schuldscheine die nichts wert sind in den Tresoren. Da es sich um ziemlich gro&#223;e Summen handelt und keiner genau wei&#223;, wer wieviel dieser faulen Kredite &#252;bernommen hat, vermeiden es die Banken pl&#246;tzlich, sich untereinander Kredite zu geben. Dabei braucht jede Bank zwischendurch auch mal kurzfristig Kredit, vor allem wenn ihre Geldgeber (Du, ich und der Rest der Bev&#246;lkerung) ihr Geld zur&#252;ckfordern. Die Zentralbanken sind mitverantwortlich daf&#252;r, dass das Finanzsystem funktioniert, und wenn die Banken sich untereinander kein Geld leihen, springt eben kurzfristig die Notenbank ein und <strong>macht (!)</strong> einfach mal ein paar Milliarden, auf die notleidende Banken kurzfristig zugreifen k&#246;nnen. Applaus und Aufatmen. Aber war&#8217;s das schon?</p>
<p>Es ist zu bezweifeln! Vielmehr d&#252;rfte die durch die Immobilienkrise ausgel&#246;ste Finanzkrise in diesen Tagen erst der Anfang sein.  Einerseits ist das Vertrauen angeknackst: Selbst wenn kurzfristig Beruhigung eintritt weil die Lemminge glauben, es geht alles weiter wie zuvor, werden die Profis Vorkehrungen treffen. Da das gesamte Finanzsystem auf Vertrauen basiert (Kredit kommt von credere = Vertrauen) kann Mi&#223;trauen zerst&#246;rend wirken, wenn es dazu f&#252;hrt, dass Geld zur&#252;ckgezogen wird, was grade noch Banken, Unternehmern oder Spekulanten zur Verf&#252;gung stand.</p>
<p>Weiterhin haben wir es derzeit nur mit einem Ausschnitt dessen zu tun, was in dem globalen Finanzsystem faul ist. Die US-Wirtschaft hat seit Jahren mehr importiert als exportiert und hat die Differenz mit Dollars bezahlt, die sie gar nicht hatte. Das dadurch entstandene Au&#223;enhandelsdefizit muss irgendwann ausgeglichen werden &#8211; wie dies geschehen soll ist v&#246;llig unklar. Dieses Problem ist seit Monaten und Jahren <a title="B&#246;rse-Online.de" href="http://www.boerse-online.de/tools/ftd/1705362.html" target="_blank">bekannt</a>, hat sich bislang aber nicht sp&#252;rbar auf die Finanzm&#228;rkte und das Finanzsystem ausgewirkt. Aber irgendwann wird auch dieser Kredit f&#228;llig, den die ganze Welt den USA gegeben hat. F&#252;r die deutsche Wirtschaft problematisch: Der Exportweltmeister hat einen gro&#223;en Teil seiner &#214;konomie darauf ausgerichtet, Produkte zu exportieren &#8211; was passiert, wenn die Importeure nicht mehr kaufen (weil sie mangels Frischgeld nicht mehr kaufen k&#246;nnen)?</p>
<p>Jeder Dollar, der auf diesem Planeten rumliegt, ist ein Anspruch auf Leistung durch die US-&#214;konomie. Die Zentralbanken der Welt haben Milliarden und Abermilliarden davon rumliegen &#8211; aber sie haben auch ein waches Auge auf den Dollarkurs! Denn es ist ihnen klar: Es sind viel zu viele Dollars in der Welt verglichen mit dem Leistungspotential der US-Wirtschaft. Wenn die ersten Zentralbanken ihre Dollar-Reserven in &#8220;echte Ware&#8221; oder andere W&#228;hrungen umtauschen wollen, so wird der Dollar-Kurs fallen, was wiederum den Wert der Dollar-Reserven der anderen Zentralbanken schm&#228;lert. Niemand wird der letzte sein wollen, aber derzeit will auch niemand der erste sein, der seine Dollars verkauft. Doch diese Zusammenh&#228;nge werden bekannter und so haben chinesische Finanzbeamte jetzt mit dem Gedanken gespielt, die eigenen Dollar-Reserven als &#8220;politische Waffe&#8221; einzusetzen (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25926/1.html" target="_blank">Telepolis: China k&#246;nnte Dollar-Reserven als &#8220;politische Waffe&#8221; nutzen</a>). Es d&#252;rfte weniger eine Frage sein, <strong>ob</strong> die Dollar-Reserven der Welt irgendwann aufgel&#246;st werden, sondern vielmehr <strong>wann</strong>! Denn was nutzen Reserven, die nur mehr Papierwert haben, weil man daf&#252;r nichts mehr kaufen kann?</p>
<p>Und ein weiteres Problemfeld zeichnet sich ab: Die sogenannten &#8220;Carry Trades&#8221; in japanischer W&#228;hrung YEN. W&#228;hrend der Deflation der letzten Jahre hat die japanische Notenbank die Zinsen f&#252;r <strong>ihre</strong> Kredite auf bis zu 0% gesenkt. Effekt: Haufenweise spekulierende Schlaumeier haben Kredite in YEN aufgenommen und f&#252;r diese YEN andere W&#228;hrungen gekauft, die sie ihrerseits als Kredit vergeben haben. Die Zinsdifferenz ist ihr Gewinn. Doch solche Transaktionen beeinflussen den Wechselkurs zwischen YEN und den anderen W&#228;hrungen, da jeder &#8220;Umtausch&#8221; zwischen zwei W&#228;hrungen ja nichts anderes ist als der Verkauf von YEN durch den einen und den Kauf von YEN durch einen anderen Wirtschaftsakteur. Welchen Preis haben sie vereinbart? Und vor allem: Welcher Preis wird gelten, wenn die Spekulanten ihre YEN-Kredite wieder zur&#252;ckzahlen m&#252;ssen? Auch dies ist eine finanzielle Zeitbombe, die tickt und die in den kommenden Jahren wirksam wird.</p>
<p>Noch k&#252;mmern sich die Medien um die akuten Entwicklungen und ignorieren die anderen Schwelbr&#228;nde im globalen Finanzsystem. Ja meist wird sogar davon ausgegangen, es handele sich um ein einzelnes Ereignis &#8211; und die gr&#246;&#223;eren Zusammenh&#228;nge werden nicht gesehen. Doch die R&#252;ckwirkung der Finanzm&#228;rkte auf die Realwirtschaft wird nicht ausbleiben. Schlie&#223;lich gibt es Zahlen, nach denen 98% aller Gelder weltweit sich an den Finanzm&#228;rkten herumtreiben und nur 2% f&#252;r Transaktionen in der Realwirtschaft genutzt werden: Essen, Wohnen, Dienstleistungen &#8211; Leben! Die Preissteigerungen von Milch lassen erahnen, was passiert, wenn die 98% pl&#246;tzlich in die Realwirtschaft str&#246;men, um reale G&#252;ter zu kaufen statt der Illusionen an den Finanzm&#228;rkten.</p>
<p>Und was die Medien bislang ausblenden ist, das Finanzsystem als System zu betrachten. In einem System wird jede Wirkung zur Ursache neuer Wirkungen und jedes noch so kleine R&#228;dchen kann gro&#223;e Wirkungen haben. Ich pers&#246;nlich halte es immer noch f&#252;r fraglich, wie ein Finanz- und Wirtschaftssystem dauerhaft funktionieren kann, in welchem dauerhaft ein positiver Zinssatz herrscht. Die positive R&#252;ckkopplung und die exponentiellen Wachstumsraten von Geldschulden und Geldverm&#246;gen sollten uns die Frage stellen lassen: Kann so etwas in einer begrenzten Welt dauerhaft und schadenfrei funktionieren?</p>
<p><img title="wikipedia: Exponentielles Wachstum" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/8/84/E-kurve.PNG" alt="wikipedia: Exponentielles Wachstum" width="208" height="206" align="middle" /></p>]]></content:encoded>
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