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	<title>Feldpolitik &#187; altersvorsorge</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>Die Renten-L&#252;ge</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jan 2008 19:02:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Die Rente ist nicht sicher&#8221; ist eines der Grundthemen, welches derzeit durch Medien und Politik schwappt. Altersarmut wird prognostiziert, Privatvorsorge propagiert. Doch das meiste, was derzeit zu lesen und zu h&#246;ren ist, ist intellektueller Sonderm&#252;ll. Die Begr&#252;ndung ist ganz einfach: Geld kann man nicht essen! Wenn heute von drohender Altersarmut gesprochen wird, so werden vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die Rente ist nicht sicher&#8221; ist eines der Grundthemen, welches derzeit durch Medien und Politik schwappt. Altersarmut wird prognostiziert, Privatvorsorge propagiert. Doch das meiste, was derzeit zu lesen und zu h&#246;ren ist, ist intellektueller Sonderm&#252;ll. Die Begr&#252;ndung ist ganz einfach: Geld kann man nicht essen!</p>
<p>Wenn heute von drohender Altersarmut gesprochen wird, so werden vor allem jene Menschen genannt, die von zeitweiser oder dauerhafter Arbeitslosigkeit gebeutelt waren/sind oder jene, die wenig verdienen. Vor allem sie sollen &#8220;privat vorsorgen&#8221;, so als w&#252;rde dies das Problem l&#246;sen. Sie sollen also Geld beiseite legen, um es f&#252;r sp&#228;ter aufzubewahren, damit sie im &#8220;Rentenleben&#8221; davon zehren k&#246;nnen.</p>
<p>Diese Denkweise ist problematisch. Denn: Wir essen ja kein Geld. Weder heute noch dann, wenn wir 60, 70 oder 80 sind und nicht mehr krauchen k&#246;nnen. Auch dann werden wir Gem&#252;se essen wollen, ihn Wohnungen wohnen wollen, uns die Haare schneiden lassen und andere Leistungen und Produkte gebrauchen. All diese Produkte und Leistungen werden ganz sicher nicht deswegen vorhanden sein, weil wir heute m&#246;glichst viel &#8220;Geld gespart&#8221;  haben, sondern weil zum Zeitpunkt ihrer Nutzung/ihres Verbrauchs <strong>Menschen arbeiten</strong>. Nicht das gesparte Geld l&#228;&#223;t das Gem&#252;se wachsen, nicht gespartes Geld baut und bewahrt Wohnungen, nicht gespartes Geld schneidet uns die Haare &#8211; das werden Menschen tun. Wenn also gen&#252;gend Menschen arbeiten, wenn wir zu altersschwach sind, um selbst mitzuarbeiten, so werden auch gen&#252;gend Leistungen &amp; Produkte verf&#252;gbar sein, die wir nutzen k&#246;nnen. Geld ist nur das Medium, mit dem wir die Verteilung dieser Leistungen&amp;Produkte organisieren, es wird aber ganz sicher nicht das Medium sein, <strong>wegen dem</strong> diese Produkte&amp;Leistungen entstehen!</p>
<p>Die Renten-Debatte, die derzeit die Kan&#228;le belagert, ist einerseits der Versuch des Finanzsystems, seine Instabilit&#228;t noch eine zeitlang zu verh&#252;llen. Je mehr Geld in die kriselige Banken- und Versicherungslandschaft flie&#223;t, die es ihrerseits in B&#246;rsen und Spekulationskassen verschieben wo vor allem Luft und Zukunftserwartungen gehandelt werden, umso l&#228;nger z&#246;gert sich eine notwendige Bereinigung der Illusionsindustrie hinaus. Andererseits unterdr&#252;ckt die Renten-Debatte eine viel fundamentalere Debatte. Es wird suggeriert, das Renten-Problem sei ein rein individuelles Problem, etwas, was jeder Mensch f&#252;r sich zu l&#246;sen hat. Dabei ist &#8220;Rente&#8221; eine gesellschaftliche Vereinbarung zwischen jungen Menschen und &#228;lteren Menschen. Denn es sind <em>die Leistungen</em> der jungen Menschen, die &#8220;die Alten&#8221; verbrauchen und ben&#246;tigen. Jene Leistungen, die von &#8220;den Alten&#8221; w&#228;hrend ihrer Arbeitszeit geschaffen wurden, sind gro&#223;teils l&#228;ngst verbraucht oder stehen auch weiterhin zur Verf&#252;gung &#8211; z.B. in Form gebauter H&#228;user, geschaffener Infrastruktur, existierender Maschinen, Bildung. Insofern ist die Frage, wieviel &#8220;Geld&#8221; jeder von uns heute beiseite legt um im Alter davon zu zehren, nur eine Teilfrage. Eine Frage, die <strong>heute </strong>schon dar&#252;ber entscheiden soll, <strong>wer wieviel</strong> in 30, 40 oder 50 Jahren &#8220;zur&#252;ckbekommt&#8221;. Viel wichtiger als die Frage nach &#8220;beiseitegelegten Papierscheinen&#8221; ist die Frage, wie hoch in 30, 40 oder 50 Jahren die Produktivit&#228;t ist, wie viele Menschen sich am Wertsch&#246;pfungsprozess beteiligen d&#252;rfen (oder ob wir immer noch ein Wirtschaftssystem haben, welches mal eben 10% der arbeitsf&#228;higen Bev&#246;lkerung als arbeitslos beseite stellt). Und nat&#252;rlich ist es eine Frage der <strong>Verteilung</strong> der dann produzierten G&#252;ter und Leistungen! Flie&#223;en diese G&#252;ter &amp; Leistungen jenen zu, die durch Erbfolge, Grundbesitz oder andere Kapitalien sowieso viel besitzen und sich durch erzielte &#8220;Kapitaleinkommen&#8221; einen besonders gro&#223;en Anteil am produzierten Sozialprodukt herauspicken oder gibt es ein gesellschaftlich vereinbartes System, was auch jenen einen ausreichenden Anteil am Sozialprodukt zubilligt, die nicht soviel beiseite legen konnten, die nicht durch die Gnade der kapitalen Geburt systematische Vorteile erlangten?</p>
<p>Die aktuelle Renten-Debatte mu&#223; weg von der gedanklichen Fixierung auf Geld, welches heute zur&#252;ckgelegt werden soll, hin zu der Betrachtung von Leistungsproduktion (=Leistungserstellung) und Leistungsfl&#252;ssen (=Leistungsverteilung) heute und in der Zukunft. Nur so kann eine sinnvolle Analyse erfolgen und k&#246;nnen daraus gesellschaftlich notwendige Entwicklungen abgeleitet werden.</p>]]></content:encoded>
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