Blanker Hohn
Norbert am Sunday, 11. January 2004, 23:46
Über Künasts Gen-Mains im Supermarkt
Es ist wirklich blanker Hohn, daß eine Angehörige der Partei, die auszog, etwas für die Umwelt zu tun, jetzt Genmais im Supermarkt und auf den Feldern zuläßt. Leben wir in einem beschissenen Roman? 1984? Neusprech? Wie kann jemand "grün" sein und mit diesem Schritt die Verkünstlichung des Lebens auf diesem Planeten vorantreiben? Wie kann jemand "Verbraucherministerin" sein, wenn er gegen die offene Ablehnung der breiten Bevölkerung agiert. Welchen "Verbrauchern" ist Frau Künast denn Rechenschaft schuldig?
Ich weiß wem: Den Konzernen! Und die verbrauchen zuerste meine Geduld und irgendwann werden sie uns verbrauchen (eine Tässchen Soylent Green gefällig?)! Ich seh die geldgierigen Idioten schon dasitzen und sich die Hände reiben. Wir haben bereits gesehen, was die vorhaben: Die Gen-Pflanzen sind alle "patentiert", jemand meint also, er kann Algorithmen besitzen. Nichts anderes sind diese Patente: Die Beschreibung, wie die Pflanze entsteht. Die Leute tun also so, als würden sie die Natur besitzen und zocken arme Bauern ab, wenn diese unlizensierte (Piraten! Raubkopierer!) Gen-Pflanzen-Samen nutzen. Welche Auswirkungen dieser Schwachsinn haben wird, war bereits im Mai 2002 auf Telepolis zu lesen. Wo lebt Frau Künast. Hinterm Mond? Oder in Ach-ich-bin-Politikerin-laß-die-Realität-nicht-so-nah-an-mich-ran-hausen?
Ach nein, sie wird "beraten". Von Lobbyisten. So nennen wir die Untergrabung der Demokratie. Da dürfen alle Leute Leute hinschicken, die dann mit den Politikern reden. Dumm nur, daß solche Leute ja nebenbei kein Geld verdienen können, so lange sie lobbyieren. Also können sich meistens nur Unternehmen diesen Demokratie-von-hinten-durch-die-kalte-Küche-Sonderservice-für-wohlhabende-Kunden leisten. Und Unternehmen sind ihren Besitzern verpflichtet und je größer sie werden, umso anonymer werden die Besitzer. Und umso anonymer etwas abläuft, umso weniger fühlt sich jemand verantwortlich. Und wenn sich keiner verantwortlich fühlt, herrscht: Vergiß die Moral, Scheiß auf Kolleralschäden, da gibts Geld zu holen, also mach mal. Überzeugen Sie mal Frau Künast davon, ihren Verbrauchern Genscheiß vor die Nase zu setzen - der bisherige biologische Kram war ja auch immer so, so, so seltsam geschmacklos. Ich will leuchtende Paprika! Blaue Zitronen! Viereckige Melonen. Das Auge ist schließlich mit!
Gleichzeitig zeigt uns Frau Künast, wie langfristig angelegte Politik gemacht wird. Das Zauberwort lautet: Manipulation. Gib dem Teufel den kleinen Finger und er nimmt die ganze Hand bekommt hier eine neue Bedeutung: Fang mit kleinen Schritten an, Genfood einzuführen, die Menschen gewöhnen sich daran und der nächste Schritt stößt auf viel weniger Widerstand. Man wiederholge das ganze, bis das Gesamtziel erreicht ist. Für jede erfolgreiche Manipulation (egal ob der Verbraucher oder deines Nachbarn) gilt: Lieber viele kleine Schritte, als einen großen. Dann wehrt sich das Opfer nicht gegen die Indoktrinierung.
Frau Künast, tun Sie mir einen Gefallen. Verschwinden sie aus den Nachrichten! Oder gleich von diesem Planeten! Lassen Sie sich von ihren Lobbyisten ein 10x10-Meter-Gen-Gewächshaus auf dem Mond bauen und gehen Sie in Rente. Ich besorg Ihnen das Baugrundstück, sowas ist heute kein Problem mehr! Herr Bush schmiedet mit seiner Familie ebenfalls Fluchtpläne (Trabanten sind wohl grade wieder in) und sie verstehen sich bestimmt blendend!
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