schock.therapie
Norbert am Tuesday, 20. September 2005, 23:58
es ist erstaunlich. was wir alles aushalten! erstaunlich!
wir halten es aus, daß teppichmesserbewaffnete flugzeugfans in hochhäuser fliegen und deshalb hunderttausende soldaten auf den langen marsch auf die andere seite des planeten geschickt werden um dort zwei kriege zu führen.
wir halten es aus, daß soldatinnen der bagdad-befreiungsarmee häftlinge sexuell belästigen. verantwortung für schutzbefohlene? menschenrechte? falscher film! wir sind doch schließlich nicht bei starship troopers! aber konsequenzen? sowas wie "kriegsverbrechen-schuldigensuche"? fehlanzeige. so richtig jucks wohl niemanden.
die meisten wissen, daß die kriege nur der ölversorgung dienten, aber wir tanken weiter und tun so, als wäre nichts geschehen. wir halten es auch aus, daß die eigene regierung der angriffsarmee überflugrechte zur verfügung stellt. wir tun so, als hätte das alles nichts mit uns zu tun, als wären wir bei der ganzen sache fein raus.
und wir wählen dieselben typen gleich nochmal...
jetzt reden die kommentatoren aller zeitungen: die grünen sollen mit den schwarzen! oder auch: die gelben bittschön mit den roten. verdammt nochmal: wenn ich farben mischen wollte, würde ich malen lernen! auch das wahlsystem hat systemfehler, aber anstatt über updates redet man nur drüber, welche unfähigen admins wieder an die tastatur dürfen. und die user starren orientierungslos wie kaninchen vor der schlange auf die allwissende expertenschar und gehen jeden tag weiter brav auf arbeit. wir halten einiges aus!! und wir wählen bestimmt gern nochmal...
was halten wir noch alles aus?
eine "initiative für neue soziale marktwirtschaft" kauft in der zdf-sendung "marienhof" ihre themen ins programm (quelle: netzeitung). oder anders: jemand mit politischen ambitionen verbreitet unterschwellige richtungssignale im tausch gegen geld. oder noch anders: jemand mit genügend geld versucht, die bevölkerung zu manipulieren.
verführt auch das uns nur zu einem weiteren schulterzucken und einer tasse tee? wieviel schocktherapie braucht so ein harter brocken wie wir, bis er ins rollen kommt?
Kommentare
Empfehlung:
Von am Wednesday, 21. September 2005, 02:53
Das mit der Manipulation in deutschen Serien ist sicher nur die Spitze vom Eisberg. Ein weiteres Beispiel: Lindenstraße. Die Illusion einer multikulturellen Gesellschaft die in der Realität nie eine Chance hatte. Ich habe auch schon davon gehört das in machen Serien ganz gezielt für bestimmte Produkte geworben wird. Aber natürlich in einer Art und Weise die der "PISA Generation"
garnicht auffällt. Zum Schluß noch ein kompliment an Norbert: Du hast wirklich Talent zum schreiben. Respekt!
Von GMorrk am Wednesday, 21. September 2005, 12:36
Da fällt mir doch glatt ein alter Song einer Dark wave Band der 80 er ein. Die hießen Shock Therapy und das Lied hieß " Hate is just a 4 letter word ".
Soviel zu der Frage wieviel Schocktherapie ich brauche. Von der, die man auf allen Kanälen des TV´s oder durch politische oder/und wirtschaftliche Entscheidungen erfährt, brauchen "wir" herzlich wenig. Wobei mich die Definition des "wir" interessieren würde.
Ein generalisierendes "wir" im Sinne des deutschen Volkes. Nun, da hilft wohl keine Schock Therapie mehr, sondern nur noch die Zwangseinweisung.
Und wie die aussehen kann, haben wir vor 80 Jahren gesehen. Irgendwie gibt es da frappierende Ähnlichkeiten. Die träge Masse duldet, nimmt hin und läßt sich von den immer zahlreicher werdenden Sachzwängen ihres eigenen Willens berauben.
Dann gibt es eine starke Linke, einen Gegenpol zum herrschenden Dogma einer "Heilung". und ein paar Jahre später ein anderes "Heil". Ich brauche keine Schocktherapie und auch kein solches Heil. Es kommt mir fast so vor, als wäre eine Bedingung in diesem Staat zu leben, sein Gehirn inner Tupperschüssel mit sich rumzutragen. Und dann, wenns mal ausgepackt wird, teilen sich 4 oder noch mehr Leute eins...Dat kann nich wirklich funzen. Ich will heim, wo immer das is...arggh