Götterdämmerung, Herr Sinn!
Norbert am Thursday, 01. July 2004, 23:43
Lieber Herr Sinn,
ich bin immer etwas amüsiert, wenn ich den Namen ihres Instituts in den Medien lese. Und sie sind ja oft in den Medien, sie scheinen eine Menge Menschen in den Medien zu kennen, die Sie mögen. Oder ihr Institut. Oder die Meinungen und Prognosen, die ihr Institut immer so rausbringt. Mir fällt bei "IFO-Institut" immer irgendwie "UFO-Institut" ein. Nicht, daß ich was gegen UFOs habe oder so. Aber Sie wissen ja sicher, wie das ist: Immer springen rund um diese UFO-Geschichten ein paar ganz schräge Gestalten rum. Gestalten, die genau wissen, daß die Welt von ominösen Gruppierungen regiert werden, die nur nicht wollen, daß wir von UFOs erfahren und so. Und oft auch Gestalten, die genau wissen, wann die Welt untergeht. Und warum.
Und lustigerweise gibts dann ja doch ein paar Parallelen zu ihrem Institut. Wahrsagereien - äh, ach nein, "Prognosen", Analysen, politische Meinungsmache. Ist das IFO-Institut eigentlich unabhängig? Ich meine nicht finanziell, sondern ideologisch. Ich glaubs ja nicht mehr so richtig. Ich glaub ja eher, Sie, lieber Herr Sinn, sind fachlich ungeeignet für ihren Posten. Ich glaube zwar kaum, daß meine Meinung bei irgendwem der Massenmedienmacher mal ankommt, weil die sind ja so f a s z i n i e r t von Ihren Orakelungen rund um die Wirtschaft und blinder Glaube ersetzt ja bekanntlich gern und oft den freien Willen. Aber vielleicht sickert es ja trotzdem mal bis zu Ihnen durch, welche Ansichten so außerhalb ihres Elfenbeinturmes noch existent sind...
Im Forum von Systemfehler.de hat jemand einen Link gepostet, der zu ein paar Fragen führte, welche Sie auf ihrer Webseite beantworten. Diesen hier: http://www.ifo.de/pls/portal30/ifo_apps.CLIENT_OUTPUT_PAGE1.show Sie haben offenbar ein Buch geschrieben. Und sicherlich ist es in Zusammenarbeit mit ihrem
Institut erschienen, was sicherlich auch finanziell davon profitiert. Ansonsten wärs schon seltsam, wenn Sie Ihre privaten Publikationen auf der Instituts-Seite veröffentlichen. Dort haben Sie jedenfalls auf eine Frage geantwortet, die sich auf eine Aussage ihrerseits bezog, die Sie gegenüber dem Spiegel tätigten. Sie sagten, die "Zins-Garotte" drohe den Staat zu erwürgen oder so ähnlich und deshalb konfrontierte Sie der Frager mit dem Konzept der Freiwirtschaft. Zu dieser Wirtschaftstheorie gehört die Aussage, daß ein Zins größer 0% langfristig zu einem Kollaps des Wirtschaftssystems führt. Ihre Antwort auf die Frage lautete:
Vielen Dank für Ihre Nachricht. Leider kann ich Ihner Meinung zur Freiwirtschaft nicht zustimmen. Der Zins hat eine eminent wichtige Lenkungsfunktion in der Marktwirtschaft. Er stellt einerseits sicher, dass überhaupt Kapital gebildet wird, andererseit verteilt er das Kapital auf seine besten Verwendungen. Hätten wir ihn nicht, bräche alles zusammen. Eine Freiwirtschaft ist das Rezept für den Untergang.
Ich bin so froh, daß dies jetzt endlich durch einen Fachmann wie Sie geklärt ist. Nur wundern mich einige Dinge, die meinen Verdacht gegenüber Ihrer fachlichen Eignung noch nicht ganz ausgeräumt haben. Und ich finde das insofern wichtig, weil ihre fachlichen Prognosen, die ständig durch die Presse in die Hirne meiner Mitmenschen krabbeln, schon ziemlich die Politik beeinflussen. Und da will man doch sicher sein, daß nicht irgendwelche falschen Dinge getan werden, oder?
Herr Sinn, ist es nicht so, daß man in der Religion oder der Philosophie unterwegs sein sollte, wenn man über die Existenz oder Nicht-Existenz eines "Dinges" reden will?
Die Freiwirtschaft, die ja offenbar atomarer Vernichtung ähnelt, spricht nicht davon, den Zins "verschwinden" zu lassen. Niemand will also die Lenkungsfunktion des Zinses
"abschaffen". Das geht nämlich nicht. Darüber zu befinden wäre eine religiöse, eine philosophische, eine metaphysische Diskussion. Können wir gerne mal machen, wenn Sie mal in der Gegend sin(n)d. Aber so lange bleiben wir doch mal beim fachlichen. Den Zins auf 0% zu drücken ändert nichts an seiner Existenz. Auch dann wäre er
weiter lenkend. Natürlich lenkt er dann anders als dies z.T. heute der Fall ist. Aber darum gehts ja! Warum sollte man an einer Schraube drehen, in diesem Fall den
Zins, wenn man nicht erwartet, daß dies Auswirkungen hat? Im Gegenteil: Da Ihnen die Relevanz der Zinshöhe als Lenkungsfunktion klar ist, sollten Sie in einer ruhigen
Minute mal darüber nachdenken, wie ein sehr niedriges Zinsniveau lenkt! Würden nicht plötzlich viel mehr Investitionen lohnend als bei einem hohen Zinsniveau? Heißt das nicht, daß es plötzlich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch möglich wäre, Biologen zu beschäftigen, die sich dafür einsetzen, unsere Flüsse wieder sauberzukriegen (dreckig gemacht wurden sie übrigens durch Ihre Generation, Herr Sinn!). Ist Ihnen nicht klar, daß die meisten Investitionen nur deshalb nicht durchgeführt werden, weil der Geldmarktzins mehr abwirft als der Zins der getätigten Investition? Ist Ihnen klar, wie viele Arbeitsplätze dadurch nicht entstehen? Ist Ihnen klar, daß Sie persönlich aufgrund der Gewichtung Ihrer Stimme in der Politik dafür verantwortlich sind, wenn Sie bei Ihren Überlegungen einen Denkfehler gemacht haben sollten?
Stellen wir uns mal vor, Sie wären Student in einer mündlichen Prüfung. Vor einer Prüfungskommission sollen Sie jetzt also ihre fachliche Eignung verteidigen. Sie sind also wirklich der Meinung, daß Kapital erst durch einen Zins der größer 0% gebildet wird? Daß es zur Kapitalakkumulation beiträgt, wenn der Zins größer 0% ist, ist ja unbestreitbar, aber Sie meinen wirklich, daß bei 0% gar kein Kapital vorhanden wäre? Glaub ich nicht, daß Sie dies wirklich vor einer Prüfungskommission sagen würden...
Sie verschweigen bei ihrer Aussage, der Zins verteile das Kapital auf seine "besten" Anwendungen, ihre Defition für "besten". Sie müssen dazusagen: Am Besten für die Kapitalbesitzer. Sie müssen sagen: "Der Zins ist das einzige Kriterium anhand dessen Wirtschaftsideologen wie ich eine Wirtschaft organisieren. Nur die Rendite zählt, hinter dieser hat alles zurückzustehen." Das ist es doch, was Sie mit dieser Aussage meinen, oder? Bitte, seien Sie so ehrlich und betonen Sie dies bei Ihrem nächsten Interview. Sagen Sie den Menschen da draußen: Wir, die ideologischen Stützen des heutigen Wirtschaftssystems, in welchem Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit als normal hingenommen wird, wir sind der Meinung, nur die Rendite zählt! Der Mensch ist egal, eine Rendite größer 0% ist das einzige, was zählt. Sie müssen den Menschen, damit sie Ihre Ideologie verstehen, schon die ganze Wahrheit sagen.
Es wird Sie sicher nicht wundern, daß ich befürchte, das IFO-Institut ist kein unabhängiger Verein. Es scheint mir, es handele sich eher um ein Lobby-Unternehmen. Für Kapitalbesitzer. Wissen das Ihre Angestellten? Oder glauben die im Sinne einer guten Sache zu handeln. wirklich mit dem ganzen Wissen für den Fortschritt der Menschheit zu dienen - so wie es bei der medialen Bedeutung einer solchen Institution der Fall sein sollte. Ich hoffe es ehrlich für Sie, lieber Herr Sinn, daß Ihre Angestellten im IFO-Institut völlig von der fachlichen Eignung ihres Chefs überzeugt sind.
Nun, ihr nächster Satz bezüglich des Zinses ist richtig: "Hätten wir ihn nicht, bräche alles zusammen." Aber nochmal: Darum ging es gar nicht. Es ging hier nicht um die religiös-philosophische Frage, ob ein Universum ohne Zins möglich ist. Es geht hier rein um die wirtschaftliche Frage, ob es für die Wirtschaft und damit für die Menschen besser sein könnte, wenn ein Zinsniveau um 0% erreicht wird. Wenn Sie sich also irgendwann in der Lage fühlen sollten, sich auf diese Diskussion einzulassen, so melden Sie sich bitte.Immer mehr Menschen warten auf die Beantwortung dieser Frage durch Experten wie Sie! Ein Kommentar Ihrer Aussage "Eine Freiwirtschaft ist das Rezept für den Untergang" erspare ich mir bis Sie sich mit dem Konzept wirklich befaßt haben und nicht eine Antwort zwischen Tür und Angel von sich geben, die auch den Ruf ihres Instituts in Mitleidenschaft ziehen könnte. Stellen Sie sich nur mal vor, wie das die Medienvertreter auffassen würden...
PS: Dieses Mitläufertum in dieser Gesellschaft ist ehrlich schwer zu ertragen. Liebe Mitmenschen, liebe Medienvertreter (ihr, weil ihr die Welt so vieler Menschen manipuliert!), seid skeptisch! Man erzählt uns einen Dreck den ganzen Tag, nur weil man zu faul zum Selberdenken ist. Das geht bis in die Volksvertreterebene, das geht bis in die Lehrstühle an den Unis, das geht überall hin. Unsere Experten sind oft nicht mehr als Leute, die ihr Wissen vor Jahrzehnten gekriegt haben und sich seitdem nicht weitereintwickelt haben. Aber nur weil diese Leute schon sei sonstwann dabei sind, haben Sie nicht immer Recht. Sie sind keine Götter. An manchen Stellen wirds einfach Zeit für Götterdämmerungen.
PPS: Eine weitere Aussage des guten Herrn Sinn auf derselben Seite muß ich loswerden: "Ich muss Sie enttäuschen, aber die Ideen zur Freiwirtschaft, wie sie von Silvio Gesell und anderen geäußert wurden, sind nicht ernst zu nehmen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, ein normales Einführungsbuch der Volkswirtschaftslehre zu Rate zu ziehen, statt sich von diesen abenteuernlichen Theorien verleiten zu lassen." Ideologen scheinen nie in der Lage zu sein, ihre Ansichten zu erklären, sondern immer nur, auf Texte zu verweisen, die irgendwo rumliegen. VWL-Bücher? Die verschweigen die langfristigen Probleme eines Wirtschaftssystems, welche ein Zinssatz größer 0% einfach so mit sich bringt...
Kommentare
Empfehlung:
Von Marko B. am Friday, 02. July 2004, 14:34
Hallo lieber Norbert,
ich muss Dir, aus einem tiefen emotionalen Moment heraus, ein dickes Lob ausprechen, für Deine Artikel und die Arbeit, die Du hier machst... das ist wichtig und wertvoll.
Ich beschäftige mich schon seit über 8 Jahren mit Ökonomischen Theorien und mir ist beim Quer - Lesen des angesprochenen Buches vom lieben Herrn Sinn richtig schlecht geworden.
Die Zusammenhänge, die Du ansprichst, drücken extakt die Gedanken aus, die ich auch hatte...
Der Sinn ist einer der ganz großen Volksverdummer!
Das er so groß rauskommen kann, drückt aus, in welch desolatem Zustand diese Welt, die Wissenschaft, die Medien, Politik und die Öffentlichkeit, ist.
Du kannst heute alles behaupten, außer etwas gegen den kapitalistischen Gott. Der hat immer recht.
Die Menschen haben offensichtlich Angst vor der Freiheit, Angst vor der Aufklärung. Das schafft Unsicherheiten, ist darüber hinaus anstrengend und unbequem.
Von Martin am Saturday, 03. July 2004, 20:18
Stimmt! Das Geschwafel von Professor UnSinn ist wirklich nicht mehr zu ertragen.
Ich finde es beeindruckend, daß es allen Anschein noch Leute gibt, die darauf hereinfallen. Sind unsere Medien wirklich so blöde?
Von Marko B. am Saturday, 03. July 2004, 22:40
Ich habe bei einer attac - Aktion, heute, in einer kleinen provinzellen Großstadt, einige Erfahrungen sammeln können, wie diese "Maschinerie" der Sinnschen Demagogie und der anderen "Willigen" aus der "Koalition zum Sozialabbau" wirkt.
Die heutige attac - Aktion hat mich ziemlich frustriert,
bisweilen richtig wütend und sauer gemacht.
Danach musste ich mir erst einaml den Frust von
der Seele radeln.
Jetzt sitze ich zuhause, frisch geduscht, habe
eine leckere Laugenstange mit Aufstrich gegessen
und fühle mich wieder besser, entspannter.
Sport tut einfach gut, in jeglicher Hinsicht.
Vielleicht wäre es besser, nur noch Sport zu machen... :-)
Die Aktion heute verlief sehr durchwachsen, ich
denke aber, das, was mich am meisten frustriert
hat, war die beinahe apathische Haltung beinahe der
Mehrheit der Leute, die ich in der Art und Weise
noch nicht in diesem Themenkontext, es ging eben um Arbeit, Wirtschaft, Soziales, erlebt habe.
Beinahe schon pathologische Zustände.
Das kannte ich bisher nur von den Aktionen vor
dem Irak - Krieg letztes Jahr.
Beispiel:
Passant (lächelt lässig): " Das betrifft mich nicht, ich bin Rentner."
Marko(lächelt lässig) : "... aber auch ihnen wurden doch die Renten gekürzt."
Passant (lächelt weniger lässig) " Ähh. Stimmt. Sauerrei. Aber das war."
Marko(lächelt lässiger) : "... aber die werden ihnen noch weiter die Renten kürzen."
Passant (lächelt weniger lässig) " Ähh. Stimmt. Sauerrei. "Jooo... do kammer niggs mache!!!"
"Jooo... do kammer niggs mache!!!"
Mein Eindruck war, dass die meisten Menschen
mittlerweile für sich resigniert haben, passen sich an,
laufen konform mit, hören auf selber zu denken, lassen
"Experten" für sich denken, brabbeln das dann nach.
Geht man ihren Argumenten etwas auf den Grund, zeigt ihnen
ihre Widersprüche, dann sind einige selber überrascht,
was sie da für einen Mist denken, halten aber dann
trotzdem dran fest.
"Jooo... stimmt, do hanse jo recht, awwer do kammer niggs mache!!!"
"Jooo... awwer do kammer niggs mache!!!"
Die Ignoranz und Arroganz vieler "Macher" zu spüren, tut weh,
die Überheblichkeit, das "souveraine",
übersteigerte Selbstbewußtsein, das ist eine echte Volkskrankheit.
" Och neee, das brauche mer nett, meer hann schunn alles !!!"
Da sollst Du keine Krise bekommen. Ja, ihr habt schon alles,
ihr kennt alles, ihr wißt alles. Gut, dann können wir
uns den Stand sparen, dann treffen wir uns gleich zur
Revolution. Kleiner Scherz.
Warum wählt ihr dann diese Scheiße? Warum rennt ihr mit?
Da schauen sich viele aufgeklärte "Bildungs"-Bundesbürger
nicht einmal an, worum es überhaupt geht ... ?!?
" Och neee, das brauche mer nett, meer hann schunn alles !!!"
Ohne zu sehen, was sie nicht brauchen, was sie schon haben,
was sie schon wissen.
Denken diese Leute, ich stünde ihnen gegenüber und habe
die gleiche "Matschbirne" wie sie selber? Denken die, ich
denke ebenfalls "nichts"?
Ich täte mich schämen, wenn ich als "erwachsener Mensch",
als "mündiger" Bürger, der immerhin wählen "darf", der immerhin
mitentscheiden darf, welchen Idoten an die Macht kommen,
solche Verhaltensmuster an den den Tag legen würde.
Diese Leute sind doch eine Gefahr für dieses Land.
Je mehr attac - Aktionen ich mache, desto eher verstehe ich
die Funktionsweisen der Diktaturen, beispielsweise die
viel zitierte Nazi - Herrschaft.
Von Ben am Monday, 05. July 2004, 12:32
UFO: Enemy Unknown
Nicht umsonnst wurde ein Klassiker der Computerspiele-Industrie so benannt. Das UFO-Institut, von internationaler Unterstützung abhängig, kämpft gegen einen unbekannten Gegner. Hier und da kriegt er einen Namen: "Die Grauen", oder "Reptoiden". Manchmal landet ein UFO, und die Regierungen stecken in der Krise. Man muss ein Expertenteam losschicken, um die Aliens tot oder lebendig zu fangen und die Technik bergen.
Jedoch ist das Spiel sehr eintönig, es wird bei jeder Runde schwieriger die Aliens zu besiegen, die Experten sind immer schlechter gewappnet, und anschließend ist man einer Invasion ausgesetzt...
Hybridwesen: Der Weg zur biologisch-sozialen Dominanz
Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Das liegt nicht zuletzt an ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit.
Hier haben die Aliens eine neue Rasse geschaffen:
aus Genen eines Menschen, einer T-Aktie und eines Hundes wurde der HUNDT geschaffen. Dieses Wesen vereint mehrere Charakteristiken des Menschen, des Hundes und der T-Aktie in sich, sowie die Eigenschaft des Dietriechs (den Allesöffner). Ein biologisches trojanisches Pferd! Dieser Hund(t) dient nicht dem Menschen, und lebt auch nicht in Symbiose mit ihm. Dieser Hund(t) ist als Übergangsspezies für die spätere Kolonisierung einer verwüsteten Welt zuständig, indem er die Menschheit durch überzogene Sozialforderungen austrocknet. Da der Hundt ein Allesöffner ist, hat man ihn auch ohne dass man es will: vor der Tür auf der Strasse, im Kindergarten/Schule, bei der Feuerwehr und bei den Arbeitsmarktstatistiken.
Der Hundt scheut sich nicht, und widerspricht sich gerne selbst, wenn er damit sein Ziel schneller erreichen kann:
Aussage eines Schülers:
In dem bestehenden System bleibt demzufolge nur die Wahl zwischen dem ökologischen oder dem sozialen Kollaps.
Antwort Dr. Rolf Hengel:
Das ist, glaube ich, richtig beobachtet.
Das Sozialhilfe-Mißbrauchssystem des Hundtes
ist recht komplex. Hierbei ist zu beachten, dass Sozialhilfe z.B. Arbeit bedeutet, oder jede andere Form der Unterstützung (zum Beispiel finanzielle). Derzeitige Maßeinheit für soziales Verhalten ist €.
Hier kann man den Hundt am besten entlarven: er fordert Hilfe, obwohl er nicht in Not ist und bestens versorgt wird. Er will mehr Arbeit (Sozialhilfe) für sein Revier. Hierbei tauchen immer wieder genetisch festgelegte. Je größer das Revier des Hundtes ist, umso mehr will er Sozialhilfe/Arbeit dafür erhalten (Zinsen auch Lohnnebenkosten bzw. Kapitalkosten).... bis alles nur ein großes Hundte-Revier ist... dann können die Menschen nirgendwo außerhalb des Hundtereviers ihre Sozialhilfe für ihn leisten, und in sein körbchen läßt er sie bestimmt nicht!
Doch es bleibt beim unbekannten Feind: der Hundt ist unschuldig, denn ein Symptom der Invasion, das genetisch vorbestimmt ist, und in einer psycho-sozialen Eigendynamik nichts ausrichten kann, die Menschen leben in Symbiose mit ihm, und die Grauen Wesen vom anderen Stern (Hollywood-Stern?) sind nur den Insidern/Experten bekannt...... Die Wahrheit würde die Menschen zu sehr erschüttern.
Alles ready zur Invasion.
Von Tobias am Tuesday, 06. July 2004, 16:53
zu Norbert:
Also der Herr (Un)sinn ist doch wenigstens ehrlich: Der Zins hat eine eminent wichtige Lenkungsfunktion... Man muss diesen Satz nur richtig verstehen. Er bedeutet nämlich soviel wie: "Ich profitiere vom System, der Zins lenkt immer mehr Geld auf mein Konto".
zu Marko B:
Diese Mundart-Zitate wie Jooo... do kammer niggs mache!!! sollte man vielleicht noch kombinieren mit bestimmten Bildern (Atombombe, Hochwasser etc.). Ich halte das für kampagnentauglich - nicht nur in BaWü.
Frage an Ben:
Wer ist überhaupt das Herrchen/Frauchen vom Hundt?
[Sitz! Pfui!
Ist das pfui? Ist das pfui?]
Schade, dass ich nicht 1977 geboren worden bin. Der Hinweis auf diese Jahreszahl würde hier schön passen.
Von Martin am Sunday, 18. July 2004, 16:58
Zum Thema "Professor UnSinn" fäält mir noch folgendes ein. Ich bin da beim Focus auf ein Interview mit Professor UnSinn gestoßen.
Das Interview, das auf http://focus.msn.de/finanzen/news/sinn-interview zu finden ist und das mir fast die Sprache verschlagen hat, ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie von den "neoliberalen Eliten" versucht wird, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Ich greife hier einmal nur eine Aussage aus dem Unsinn, den Professor Sinn im besagten Interview von sich gegeben hat, heraus. Er behauptete:
Zitat:
"Die Hochlohnpolitik rechnet sich scheinbar selbst, indem die schwächeren Betriebe aus der Statistik eliminiert werden. Um den Denkfehler zu vermeiden, müssen die Arbeitslosen bei der Messung der Produktivität mit einem Wert von null einbezogen werden. Dann sind wir leider kein Land mehr, das durch eine besonders hohe Produktivität glänzen kann."
Quelle:
http://focus.msn.de/finanzen/news/sinn-interview?page=7
Das, was Professor UnSinn hier erzählt hat, würde ich als "kreative Buchführung" bezeichnen. Bei der Berechnung der Produktivität werden von ihm kurzerhand mal alle Arbeitslosen mit einbezogen. Was das für ein Unsinn ist, kann man ganz schnell sehen, wenn man sich überlegt, wie die Sachlage aussehen würde, nachdem man eine flexible nach Berufsgruppen differenzierte Arbeitszeitverkürzung (bzw. Arbeitszeitregelung) ohne Brutto-Monats-Lohnausgleich eingeführt und das verfügbare Arbeitsvolumen auf alle Erwerbsfähigen gleichmäßig verteilt hätte. Obwohl die Produktivität "pro Zeiteinheit" - und eingesetztem Kapital - nach Einführung dieser Arbeitszeitregelung tatsächlich gleich bleiben würde, würde sich nach den Berechnungen unseres guten Professor Sinns eine "Produktivitätssteigerung" errechnen, weil es keine Arbeitslosen mehr geben würde, die die "Produktivität" drücken könnten.
Der Focus hat sich aus meiner Sicht mit diesem unkritischen Interview selbst disqualifiziert. Der Focus kann aus meiner Sicht nichts anderes als ein neoliberales Propaganda-Blatt sein.
Die Tatsache, daß unser guter Professor Sinn ständig in unserem Medien zu Wort kommt, wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere Medienlandschaft.
Von Peter am Wednesday, 13. April 2005, 23:00
Vielen Dank für den humorig geschriebenen Artikel der auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat (ein "Evergreen" halt ;-). IFO Aussagen darf man m.E. generell nicht ernst nehmen, im Medienzirkus dienen die Pressemitteilungen und anderen "Produkte" lediglich als Füllmaterial für die Wirtschaftsrubriken, natürlich mit dem Hinter-Sinn ein freundliches Ambiente für Anzeigenkunden zu schaffen. Welche Fondgesellschaft bitteschön würde denn einen Ganzseiter schalten, wenn auf der Seite davor die verheerenden Auswirkungen des Turbokapitalismus geschildert und dabei Ross und Reiter benannt würde?
Von neo liberal am Saturday, 16. July 2005, 00:49
Der Focus ist laut hochkompetenter Auskunft
der geschätzten APPD das "Zentralorgan des
Leistungsterrors in Deutschland..."
Allerdings hat die APPD dem FOCUS verheerende
Statements "abgerungen"....einfach mal
rumblättern und ablachen....
In Unsinnschen Schwafelthesen und
"BErechnungen" toppen die ihn locker aus!
Von Franz am Thursday, 24. November 2005, 10:14
Als ich am Frühstückstisch den Artikel über Professor Sinn las(Vortrag in Lindau),verging mir vor Wut über so viel Unverschämtheit der Appetit.
Vielen Dank Norbert für Dein Angagement.
Franz
Von Jochen Hoff am Friday, 27. January 2006, 17:21
Vielleicht sollte man zu Leuten wie Hundt und Sinn, Sonntagsspaziergänge einführen. Besuchen wir sie doch einfach mal in ihrer Isolation. Die Bayern sollten mal ihre Abgeordneten fragen, wieso Geld für Unsinn aber nicht für Lehrer da ist. Das gleiche werde ich auch mal die Realsatire eines Wirtschaftsminister den Herrn Glos fragen. Da habe ich allerdings keine Hoffnung. Die Sätze von Sinn sind länger als die Schlagzeilen der Bildzeitung und das kapiert der Glos nicht.
Von Michael "vader2" Meckel am Tuesday, 19. June 2007, 22:21
Der Gute Herr Un-Sinn hat doch heut im Tagesgespräch auf B2 wieder mal seinen Schwachsinn verbreiten dürfen.
Der Satz hat mir glatt die Zornesröte ins gesicht gejagt:
Auf eine Aussage eines Anrufers, der sich darüber aufregte, dass ein Bekannter aus Sachsen zwangsweise für 1,50 Euro irgendwelche Gartenarbeiten annehmen musste, sonst wär ihm Hartz4 gekürzt worden, antwortet dieses arrogante Schwein:
(sinngemäss) Er finde das absolut in Ordnung, wenn der Staat schon Hartz4 zahle, was vollkommen zum Leben ausreiche, (was sich bei dem wie eine freiwillige Wohltat anhörte) dann habe der auch gefälligst dafür 8 stunden am Tag zu arbeiten!
Schade, dass ich da nicht anrufen konnte, ich hätt dem gern mal was über die Finanzierung des "Geldes vom Staat" verklingelt !