20.11.2003: Public Relations des Terrors. Spekulationen zum "Al-Qaida-Terror"
In der Netzeitung erschien heute nach den Anschlägen in Istanbul ein Text mit dem Titel
Public Relations des Terrors.
Es wird dabei unterstellt, die Anschläge in Istanbul wurden auf der einen Seite von "Wahnsinnigen",
auf der anderen Seite "berechnend" von "Al Qaida" ausgeführt, um symbolisch die
Schnittstelle zwischen Europa und Asien zu treffen.
Schnell sind nach den Anschlägen die Schuldigen gefunden: Al Qaida, vor allem, da diese Truppe sich
angeblich zu den Anschlägen bekannt hat. Was ist Al Qaida, dieses ominöse Terror-Netzwerk?
Warum schert sich die Presse einen Scheiß darum, daß zum Beispiel Peter Scholl-Latour eine
völlig andere Sicht auf diese "Organisation" hat? Auf die Frage "Was ist mit Al Qaida?" antwortet er:
"Ich kann das Wort al-Qaida langsam nicht mehr hören ... Weil es sich um ein einfältiges Erklärungsmuster
handelt, mit dem die US-Administration und die Medien die eindimensionale und unzureichende Wahrnehmung des
Problems bemänteln wollen." (zum Interview)
Man kann die Anschläge in Istanbul auch unter einem ganz anderen Aspekt sehen: Sie passen den Herrschenden
sehr gut ins Konzept, sei es Blair in London oder Bush in Washington. Beide brauchen diese Anschläge, um
ihre Politik zu legitimieren. Ohne regelmäßigen Terror würde das Kartenhaus der Kriegstreiber zusammenbrechen.
Das heißt natürlich NICHT, daß diese Regierungen in die Anschläge verwickelt sind, aber sie sind genauso verdächtig,
wie irgendwelche ominösen "Al Qaidianer".
Betrachtet man die Hinter-den-Kulissen-Politik der Weltmächte, so stellt man fest, daß sehr selten davor
zurücklgeschreckt wird, Opfer in Kauf zu nehmen, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Es geht dabei
um Ziele, die in der Öffentlichkeit kaum formuliert werden. Wozu auch? Vielen Zielen der Leute um George W. Bush
würde dem Großteil der Weltbevölkerung nicht gefallen, wozu sie also damit belasten?
Es fällt einem da zum Beispiel die Geiselnahme in Teheran im Jahr 1979 ein. Wie der Arte-Beitrag "Die Geschichte der CIA"
belegt (die 3 Teile dieser Dokumentation sind in jeder gut sortierten Tauschbörse zu finden, die Teheran-Problematik findet
man in Teil 2, ab der 22. Minute), daß die Geiselnahme in Teheran unter parteipolitischem Kalkül im Wahlkampf der USA genutzt
wurde. Offenbar gab es eine Absprache zwischen den Geiselnehmern und den US-Republikanern, die Geiseln erst nach der
Wahl freizulassen. Der Demokrat Jimmy Carter verlor die Wahl, die Geiseln kamen am Tag der Amtsübergabe Reagans frei.
Es ist also durchaus denkbar, daß die Ziele von Einzelpersonen in der Politik über das Wohl betroffener Menschen gestellt
wird - wie in diesem Fall die Geiseln.
Eine ähnliche Situation ergab sich bei den Friedensverhandlungen des Vietnam-Kriegs. In den Tauschbörsen findet sich
hierzu eine NDR-Sendung von 3sat namens "Kriegsverbrecher Henry Kissinger" von 2001. Kissinger, der damals vor die
"Nationale Sicherheit" der USA verantwortlich war und den Friedensnobelpreis für die Beendigung des
Krieges bekam, der er zuvor eskalieren ließ, wechselt von von Lyndon B. Johnson die Seite zu Richard Nixon. 2 Tage vor den
Wahlen werden die Friedensverhandlungen mit Nordvietnam abgebrochen, was einen nicht geringen Einfluß auf
die Abwahl Johnsons hat. Nixon gewinnt. Kann man also generell davon ausgehen, daß die Außenpolitik der USA
allein auf die Zielsetzung des Wohls der Menschheit gerichtet ist? Oder kann man zumindest annehmen, daß politisches
Kalkül bei vielen Entscheidungen eine Rolle spielt?
Ein weiteres Beispiel ist Pearl Harbor, bei welchem inzwischen ebenso belegt
ist, daß die US-Elite den Angriff der Japaner "geschehen ließen", um einen Grund für den Kriegseintritt zu haben.
Szenenwechsel: 11. September 2001. Jeder weiß, WAS passiert ist, aber über die Schuldigen gibt es Zweifel. Natürlich
nicht in jeglichen regierungsnahen Kreisen, dort wird Al Qaida als neuer Feind etabliert und über die Medien
bekannt gemacht. Über 2 Jahre später wundern sich
Anwälte von Angeklagten betreffs der Terroanschläge von 9-11 über die Methoden der Anklage. Es gibt
massenhaft Ungereimtheiten über die Vorkommnisse, aber Al Qaida scheint
der unsichtbare, aber überall auftauchende Sündenbock zu bleiben.
Wer ist Al Qaida? Wahnsinnige? Religiöse Fanatiker? Wie manipulierbar sind Fanatiker? Ist es absolut ausschließbar,
daß die mit 100.000 Mann weltweit gut bestückte CIA nicht hier und da steuert, wohin der Hase läuft? Wieviel ist nötig
um Selbstmordattentätern mitzuteilen, welche Gebäude am einfachsten anzugreifen sind? An welchem Tag es am günstigsten wäre?
Natürlich ist dies KEINERLEI BEWEIS für die Beihilfe irgendwelcher staatlicher Stellen (oder ihrer Erfüllungsgehilfen)
aber Geheimdienste arbeiten nunmal im Geheimen, wer weiß, was denen so einfällt...!?
Fakt ist auch, daß es der US-Elite relativ egal ist, wenn Nicht-Amerikaner ums Leben kommen. Und wenn doch welche
dabei sind, kann man sie als Helden feiern. PR ist, was die Maschinerie braucht. Und das funktionierte schon unter
Hitler wunderbar...
Daß diese Spekulation nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, zeigt die Meldung der
Rheinischen Post. Danach wußte der italienische
Geheimdienst VORHER darüber bescheid, daß auf die Italiener im Irak ein Anschlag geplant war. Zitat: "Die Dienste hätten
sogar exakt vorausgesagt, dass ein Selbstmordanschlag mit Hilfe eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens auf die
italienische Basis im Irak bevorstehe". Warum unternahm man nichts? Warum opferte der italienische Geheimdienst
19 Landsleute? Ein Motiv wäre es zumindest, die Stimmung in Italien zu beeinflussen. Den Leuten um Berlusconi
traut man einiges zu, erst Recht wenn man sich (ebenfalls in den Tauschbörsen zu finden) die WDR-Doku über
die "Blutigen Tage von Genua" ansieht, den Protest und seine gewaltsame Niederschlagung nach Provokationen (die ebenfalls
auf die Geheimdienste hinweisen) vom G8-Gipfel 2001.
Natürlich sind obige Ausführungen KEINERLEI BEWEIS. Aber den Blick nur auf eine unsichtbare "Terrororganisation" zu
richten, die im für westliche Regierungen passendsten Augenblick Anschläge verübt und sich durch nichts weiter
als anonyme Telefonate "bekennt" - das ist verauseilende Blindheit. DAS MUSS MAN AUCH DEN DEUTSCHEN MEDIEN UND
DEN DORT ARBEITENDEN MENSCHEN ZUM VORWURF MACHEN!
Sicher, "Terrorismus ist die Bedrohung des 21. Jahrhunderts", wie Blair oder Bush (wer ist eigentlich egal) es bezeichnen.
Die Frage ist: Kommt er wirklich von der Seite, von der man immer wieder, wieder und wieder hört, von der er
kommen soll? Und: Wenn er von dieser Seite kommt, werden dann wirklich die wirksamsten Mittel (Gewalt und Repression) dagegen
eingesetzt?
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