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	<title>Feldpolitik &#187; feld.politik</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>Geistige Eigent&#252;mlichkeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 08:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Piraten, Urheberrecht, Basisdemokratie &#8211; Begriffe mit Sprengkraft enterten die politische B&#252;hne in den vergangenen Monaten. Die Piratenpartei gilt dabei als Hort des &#220;bels: Von Urhebern beschimpft als &#8220;Kulturfledderer&#8221; ist die neue Partei jedoch erstmal ein Tool, mit dessen Hilfe es gelingt, dieses komplexe Thema &#252;berhaupt h&#246;rbar und diskutierbar zu machen. Klare Fronten zeichnen sich dennoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Piraten, Urheberrecht, Basisdemokratie &#8211; Begriffe mit Sprengkraft enterten die politische B&#252;hne in den vergangenen Monaten. Die Piratenpartei gilt dabei als Hort des &#220;bels: Von Urhebern beschimpft als <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,830235,00.html">&#8220;Kulturfledderer&#8221;</a> ist die neue Partei jedoch erstmal ein Tool, mit dessen Hilfe es gelingt, dieses komplexe Thema &#252;berhaupt h&#246;rbar und diskutierbar zu machen. Klare Fronten zeichnen sich dennoch nicht ab. Bis auf die Idee der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturflatrate">Kulturflatrate</a> gibt es bislang wenig konstruktive Ans&#228;tze, wie die kinderleichte Kopierbarkeit von Informationen aller Art im Internetzeitalter zukunftsf&#228;hig gehandhabt werden kann.</p>
<p>Die harte Positionierung der Bundeskanzlerin steht eindeutig f&#252;r die Bewahrung des Alten. Und das alte ist: Die Idee des Eigentums (die wei&#223;gott <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentum#Geschichte">nicht gottgeben</a> ist) mehr oder minder unangepasst auf das Informationszeitalter zu &#252;bertragen. Wer etwas schuf, dem geh&#246;rt jegliches Recht daran. Wir als Kinder des Internetzeitalter wissen jedoch, wie hilfreich freies Wissen sein kann. Wir organisieren unser Lernen nicht dar&#252;ber, dass wir jeden Fakt und jede Zahl im Kopf verankern, wir speichern vielmehr ab, <strong>wo</strong> wir diese Informationen finden oder &#8211; denken wir nur an die assoziative Gestaltung unserer Suchvorg&#228;nge &#8211; unter welchen Stichworten wir zu suchen haben. Wir wissen, wieviel wir gelernt haben in den vergangenen Jahren, weil wir Videos, Grafiken, Texte oder Diskussionsforen besucht haben. Indem wir Computerspiele spielten.</p>
<p>Die Gretchenfrage des Urheberrechts besteht aus meiner Sicht in einem Ausbalancieren folgender Interessen:</p>
<ul>
<li>Dem Interesse des Urhebers, f&#252;r die Schaffung eines guten Werkes, angemessen entlohnt zu werden.</li>
<li>Dem Interesse der menschlichen Gesellschaft, einen m&#246;glichst gro&#223;en sozialen Nutzen aus all den herausgearbeiteten Informationen der Vergangenheit zu ziehen.</li>
</ul>
<p>Im schlechtesten Fall bedeutet die Monopolisierung von Wissen, dass ein einzelner Mensch von 8 Milliarden anderen einen Obolus abfordern kann. Da wir in Zeiten der Globalisierung leben und entsprechend global denken sollten &#8211; was angesichts Internet und der leichten Verteilung von Informationen als digitale Datenpakete absolut notwendig ist! &#8211; m&#252;ssen wir dieses Zahlenverh&#228;ltnis zugrunde legen! Einer k&#246;nnte 8 Milliarden erpressen, wenn eine stark restriktive Vorgehensweise im Sinne des &#8220;geistigen Eigentums&#8221; umgesetzt wird. Man stelle sich nur vor, jeder der 8 Milliarden solle j&#228;hrlich einen Euro f&#252;r ein f&#252;r jederman notwendiges Patent zahlen, so w&#252;rde dies 8 Milliarden Gewinn (!) j&#228;hrlich f&#252;r den Wissensmonopolisten bedeuten. Dieses Beispiel f&#252;hrt uns zu der Grundsatzfrage: <strong>Welches Wissen w&#228;re es wert, dass einem Einzelnen Urheber solch ein Gewinn (auf Kosten der Allgemeinheit) zusteht?</strong> Was dar&#252;ber hinaus oft &#252;bersehen und damit unterbewertet wird ist jenes Wissen, auf dem neuere Erkenntnisse aufsetzen oder vom den sie inspiriert werden. Schlicht gesprochen: Wer belohnt Archimedes, Leonardo da Vinci, Goethe, Gutenberg oder Kopernikus (um nur mal einigige europ&#228;ische Vordenker zu nennen) f&#252;r ihren Beitrag zu unserem heutigen Leben?</p>
<p>Was uns Internetkindern dar&#252;ber hinaus unbewusst im Kopf klebt ist, dass es Gemeinsamkeiten zwischen Songs, die unsere Lieblingsbands erschaffen haben und Patenten gibt, die meist durch Ingenieurshand (und -kopf) entwickelt wurden (und doch meist unpers&#246;nlichen juristischen Personen &#8220;geh&#246;ren&#8221;). Diese Gemeinsamkeit existiert darin, dass es sich in beiden F&#228;llen um Informationen handelt. Die Verwendung dieser Informationen mag jeweils anders sein: In einem Fall zur Unterhaltung, im anderen zur Maschinenkonstruktion (mit handfestem materiellem Ergebnis). Dennoch kann die Urheberrechtsdiskussion nicht ohne Blick ins Patentwesen beurteilt werden! Florian M&#252;ller hat sich <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,829773,00.html">in einem Gastbeitrag f&#252;r Spiegel Online</a> mal mit den &#8220;Killer-Patenten&#8221; auseinandergesetzt, die derzeit zwischen Apple, Samsung, Microsoft und anderen IT-Firmen dazu dienen, der jeweils anderen Firma Verkaufsverbote und Gewinnabtrotzungen aufzuzwingen. Ist es Zufall, dass dieser Patentkrieg ausgerechnet im IT-Bereicht tobt? Diese Firmen produzieren Hardware, die Basis jenes Systems ist, aus dem heraus die Urheberrechtsdebatte kommt: Dem Internet. Der Irrsinn liegt also darin, dass ausgerechnet bei den Herstellern des  materiellen Fundaments des immateriellen Internets die Frage des Eigentums nicht nur diskutiert, sondern als handfeste Waffe um Marktanteile eingesetzt wird. Er da an milit&#228;rische Aktionen denkt (Bodengewinne, Grabenkrieg), der bekommt eine Ahnung, was mit monopolisiertem Wissen m&#246;glich ist. Vermuten l&#228;&#223;t sich auch, dass nun ausgerechnet im IT-Wesen das Wissen um die Macht und Wichtigkeit von freien (oder eben auch unfreiem) Wissen vorhanden ist. ITler sp&#252;ren viel mehr, wie wichtig Informationsmonopole sind, wenn man sich in einem Konkurrenzsystem bewegt. Dass Physikerinnen genau jenes Gesp&#252;r abgeht, ist nicht auszuschlie&#223;en.</p>
<p>Letztlich ist diese Debatte &#252;ber Geistiges Eigentum auch ein Gefecht um unsere Zukunft. Die Bewahrer f&#252;hren ein R&#252;ckzugsgefecht, aus dem heraus die Angst spricht und das gepr&#228;gt ist vom Konkurrenzdenken. Man will dieses und jenes Patent gern in <strong>seiner</strong> H&#246;hle bewahren, um etwas gegen die Bewohner der anderen H&#246;hlen in der Hand zu haben. Die Diskussion um &#8220;die gelbe Gefahr&#8221;, die so nicht mehr betitelt aber in jedem Wirtschaftsartikel &#252;ber China und Deutschland angesprochen wird, ist die Angst vor dem unbekannten Stamm in der Nachbarh&#246;hle, dem man das &#8220;schwarze unterm Fingernagel&#8221; nicht g&#246;nnt. Diese Sichtweise ist konkurrenzgetrieben, dies sollten die Bewahrer zugeben, wenn sie sich in die Diskussion st&#252;rzen. Die Frage, die die Diskussion um &#8220;geistiges Eigentum&#8221; spannender und zukunftsorientierter machen w&#252;rde ist: Lie&#223;e sich unser globales gesellschaftliches System nicht mit etwas mehr Kooperation betreiben, in der das Ausschlie&#223;en anderer vom eigenen Wissen nicht mehr n&#246;tig w&#228;re? Ist es nicht eigentlich an der Zeit, angesichts <a href="http://www.peak-oil.com">Peak Oil</a>, Klimawandel und anderen global wirkenden Gefahren gemeinsam zu handeln und sich zu freuen, wenn in China deutsches Wissens dazu genutzt w&#252;rde, von Kohlekraftwerken wegzukommen?</p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie wird man erster Mann im Staate?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 16:48:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[feld.politik]]></category>
		<category><![CDATA[medien.politik]]></category>
		<category><![CDATA[polit.büro]]></category>
		<category><![CDATA[bundespräsidentenwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Bald ist wieder ein Posten zu vergeben: Bundespr&#228;sident gesucht, plus Frau. 20.000 Euro monatlich plus Schloss, Fahrer, Dienstwagen und allerlei Klimbim. Wir, das Volk, verschlei&#223;en grade einen nach dem anderen und brauchen dringend einen neuen. Der Vorletzte ist uns abhanden gekommen, weil er vor den Kulissen aussprach, was hinter den Kulissen l&#228;ngst getuschelt wird, n&#228;mlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bald ist wieder ein Posten zu vergeben: Bundespr&#228;sident gesucht, plus Frau. 20.000 Euro monatlich plus Schloss, Fahrer, Dienstwagen und allerlei Klimbim. Wir, das Volk, verschlei&#223;en grade einen nach dem anderen und brauchen dringend einen neuen. Der Vorletzte ist uns abhanden gekommen, weil er vor den Kulissen aussprach, was hinter den Kulissen l&#228;ngst getuschelt wird, n&#228;mlich dass wir uns mal Gedanken machen m&#252;ssen, ob wir unsere frisch renovierte Armee nun auch zum Rohstofferobern einsetzen wollen oder nicht. Und unser Noch-Pr&#228;sident wird jetzt den Hut (und seine Frau) nehmen, weil er mitten in der Finanzkrise einen Kredit aufgenommen hat. Das sind schon schwere Kaliber, die sich die beiden da geleistet haben.</p>
<p>Naja, dass der Wulff eher der Pr&#228;sident der oberen Zehntausend ist wu&#223;ten wir schon bei seiner Inthronisierung. Gauck ist ja quasi der verkappte Stasi-Mann, wer so lange im Aktendreck w&#252;hlt, der kann kaum von den M&#228;chtigen der M&#228;chtigen gewollt sein. Insofern war das Theater sch&#246;n, dass uns drei Wahlg&#228;nge nach dem Abendbrot bescherte und seit langem mal wieder zu intensivem Austausch an den Stammtischen des Landes f&#252;hrte, aber gew&#228;hlt ist gew&#228;hlt und Wulff sollte es schon sein. Gottseidank! Sonst h&#228;tten wir doch nie erfahren, was wir heute wissen: Wie es eben zugeht, hinter den Kulissen!</p>
<p>Merke: Wer BuPr&#228; werden woll, muss schon vorher &#252;ber ein angemessenes Anwesen verf&#252;gen. Ein H&#228;uschen im Gr&#252;nen unter einer halbe Mille ist da Standard. Wem das Geld fehlt, der muss eben gesch&#228;ftig werden und in seinen Kontakten mal schauen, wer da grade welches &#252;brig hat. Kredite &#8211; damit ist unsere Wirtschaft gro&#223; geworden! Und dass es absolut &#252;blich ist, erstmal im Freundes-, Bekannten- und Gesch&#228;ftspartnerkreis rumzufragen, wenn man etwas braucht, das wu&#223;ten wir schon hier im Osten &#8211; und keine Angst: Wir werden es alle bald wieder lernen. Die &#246;stlichen Seilschaften, die Gauck mit seiner Beh&#246;rde zerschlug, haben in Form ihres westlichen Pendants Wulff ins Amt gehievt. Bedenklich ist nur, dass eine entscheidende Rolle dabei tats&#228;chlich ein ausgewanderter Schrotth&#228;ndler spielte und nicht, wie man verschw&#246;rungstheoretisch annehmen d&#252;rfte, die Waffenlobby, die Pharmareferentengilde oder die Finanzgurus. Aber vielleicht ist es ja wirklich so, dass das Bundespr&#228;sidentenamt so machtlos ist, dass sich dort die zweite Riege der oberen Zehntausend einkauft, w&#228;hrend die wirklich wichtigen (Hinter-)M&#228;nner sich um die wirklich wichtigen Politposten k&#252;mmern.</p>
<p>Wer plant, in die Politik zu gehen, kann das k&#252;nftig also entweder <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,803801,00.html" target="_blank">nackig</a> probieren oder er darf aus der BuPr&#228;-Aff&#228;re die richtigen Ideen herauskristallisieren: Lass dir dein Buch von einem Interviewer schreiben und von einem Strukturvertriebler die Anzeigen finanzieren. Der Schrotth&#228;ndler besorgt dir fehlendes Kleingeld. Es ist doch nur konsequent, die Methoden der Vetternwirtschaft auf den gro&#223;en Politikbetrieb anzuwenden, nur sollte man nicht so d&#228;mlich sein, Leuten, die wenig vertrauensw&#252;rdig sind, auf den Anrufbeantworter zu singen. In digitalen Zeiten macht sowas schnell die Runde und Journalistenbeschimpfung ist f&#252;r den Chefmultiplikator am oberen Staatsende ein Zeichen f&#252;r &#220;bermut.</p>
<p>Trotzdem: Es gilt zu hoffen, dass diese Aff&#228;re nicht mit einem schnellen R&#252;cktritt endet. Mal abgesehen davon, dass wir mit Thomas Gottschalk als einzig k&#252;nftig arbeitslosen Massenunterhalter auch nur wieder einen der oberen Tausend zur Verf&#252;gung haben, w&#252;nsche ich mir im Namen des Volkes mehr Details! Wie beispielsweise kommt die Info denn zum Spiegel, dass unser BuPr&#228; dem BiLD-Dieckmann auf den AB gequatscht hat? Hat Herr Gauck was in seinen Akten gefunden? Anonymous was bei einem Hack? Oder sind beim SPIEGEL ein paar Ex-Praktikanten von Rupert Murdoch untergekommen? Warum gibt jemand wie Carsten Maschmeyer &#252;ber 40.000 Euro f&#252;r Werbung f&#252;r ein Buch aus, das nicht seins ist und von dem er (angeblich) nichts hat? Warum kauft der RWE-Chef gleich <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-unter-druck-grossmann-konzern-kaufte-wulff-buecher-1.1242803" target="_blank">2500 Exemplare</a> davon?</p>
<p>Na klar: Wenn man genug Geld hat, kann man es auch in seltsame Sachen stecken &#8211; wie B&#252;cher, die keiner liest, deren Kauf aber als Wette gelten: Als Wette auf einen k&#252;nftigen BuPr&#228;. Aber was hat man dann davon? Man kennt den Obermacker des Landes, kauft sich eine Eintrittskarte ins Schloss Bellevue. Es schadet sicherlich niemandem, wenn man in Gegenwart des BuPr&#228; sich herumtreiben darf oder gar von diesem eine Empfehlung bekommt, mit der man sich m&#246;glichen Gesch&#228;ftspartnern n&#228;hern kann. Seltsam nur, dass dieser Bundespr&#228;sident selbst noch Empfehlungen seines Schrotth&#228;ndlers <a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article2143304/BW-Bank-Geerkens-hat-Kontakt-zu-Wulff-hergestellt.html" target="_blank">bedarf</a>, um an g&#252;nstige Bank-Kredite zu kommen.</p>
<p>Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Steuerhinterzieher, Rote-Ampel-L&#228;ufer, Geschwindigkeits&#252;bertreter, Rechnungen-zu-sp&#228;t-Begleicher, Kohlendioxidemission&#228;re, Bargeldhorter, Notl&#252;ger &#8211; nur wenige werden sich finden lassen, die juristisch, moralisch und menschlich unfehlbar sind. Wenn Politik bedeutet, unfehlbar zu sein, steht die Abwicklung des Politikbetriebes vor der T&#252;r. Herr Gauck kennt sich mit Abwicklungen aus. Und zweifellos w&#228;re ein Fr&#252;hjahrsputz im Politb&#252;ro und den Amtsstuben der Anpassungsf&#228;higkeit des Landes zutr&#228;glich. Wo aber Gesch&#228;ftemachen als gesellschaftliche Triebfeder gilt, gibt es wenig Grund, die Politik davon auszunehmen. Da muss das Volk wohl mal in sich gehen und auch die Journalisten, die mit jedem Kr&#252;mel gerne auf die Kacke hauen und dabei nicht verraten, an welchen (moralischen?) Grunds&#228;tzen sie sich eigentlich orientieren. Moralverlust? Naja, als Alternative zur BuPr&#228;-Wahl steht noch die M&#246;glichkeit, den ganzen Staat zum Katholizismus konvertieren zu lassen und den Papst als obersten Hirten auf die Ranch zu holen. Der ist wenigstens konsequent in seinem Reden, was man von Akteuren der Partei mit dem gro&#223;en <strong>C</strong> nicht bedingungslos behaupten kann. Es sind aber auch schwierige Zeiten&#8230;</p>
<p>Wer aber macht nun den Bundespr&#228;sidenten? Wer w&#228;re geeignet, uns kreditfrei durch die Euro-Krise zu segeln, uns charmant den Weg durch den Klimawandel zu weisen, unserem fragmentierten Dasein moralischen Kompass zu geben und dies auf Basis von ausreichend Lebenserfahrung und empathischer Jugendliebe? J&#246;rg Asmussen hat jetzt Zeit, wo er nicht EZB-Chef wird, und Gottschalk eben mangels Fernsehshow. Die LINKE nomiert bestimmt Lafontaine pers&#246;nlich. Charlotte Roche w&#228;re mir da lieber. Oder Dieter Nuhr. Beide viel zu jung. Aber vielleicht zusammen ja alt genug?</p>]]></content:encoded>
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		<title>Verfassungsschutz aufl&#246;sen: Jetzt!</title>
		<link>http://feldpolitik.de/2011/11/24/verfassungsschutz-auflosen-jetzt/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 09:18:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[neue.feld.ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[polit.büro]]></category>

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		<description><![CDATA[Geheimdienste transparent machen ist ein Ansinnen einer wahren Demokratie: Zehn Menschen k&#246;nnten noch leben, wenn die Geheimdienste ihre Arbeit getan h&#228;tten. Es ist Zeit, sie abzuschaffen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geheimdienste transparent machen ist ein Ansinnen einer wahren Demokratie:</p>
<p><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/geheimdienste-hauptsache-es-macht-peng-11534221.html">Zehn Menschen k&#246;nnten noch leben, wenn die Geheimdienste ihre Arbeit getan h&#228;tten. Es ist Zeit, sie abzuschaffen.</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die n&#228;chste Phase: Herbst 2011</title>
		<link>http://feldpolitik.de/2011/09/13/die-nachste-phase/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 07:30:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im September 2011 zeigt sich eine Beschleunigung der Ereignisse. Dass der Chefvolkswirt der Europ&#228;ischen Zentralbank mitten in der schwersten Krise der Europa-W&#228;hrung zur&#252;cktritt, l&#228;&#223;t tiefe Meinungsverschiedenheiten bei den Geldmachern in der Zentralbank erahnen. W&#228;re man sich dort einig, &#252;ber das, was zu tun ist, g&#228;be es keine Gr&#252;nde f&#252;r Personalwechsel. Dass im deutschen Finanzministerium Szenarien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im September 2011 zeigt sich eine Beschleunigung der Ereignisse. Dass der Chefvolkswirt der Europ&#228;ischen Zentralbank mitten in der schwersten Krise der Europa-W&#228;hrung <a href="http://www.faz.net/artikel/C30638/asmussen-soll-nachfolge-bei-der-ezb-antreten-starks-ruecktritt-vielleicht-die-letzte-warnung-30684178.html" target="_blank">zur&#252;cktritt</a>, l&#228;&#223;t tiefe Meinungsverschiedenheiten bei den Geldmachern in der Zentralbank erahnen. W&#228;re man sich dort einig, &#252;ber das, was zu tun ist, g&#228;be es keine Gr&#252;nde f&#252;r Personalwechsel. Dass im deutschen Finanzministerium Szenarien durchgespielt werden, wie ein griechischer Staatsbankrott abgefangen werden kann, verwundert wenig: In den letzten Wochen sind die Zinsen, die der griechische Staat f&#252;r kurzfristige Kredite an den Finanzm&#228;rkten zahlen muss, <a href="http://www.deraktionaer.de/aktien-deutschland/46-prozent-zinsen-in-griechenland--negativ-zins-in-der-schweiz-17089119.htm" target="_blank">auf bis zu 70% gestiegen</a>. Und sie steigen rasant weiter. Das bedeutet: Geldgeber sind der Meinung, das Risiko ist extrem hoch, dem Staat Geld zu leihen &#8211; es k&#246;nnte sein, dass sie es nicht wiedersehen.</p>
<p>W&#228;hrenddessen greift die Schweizer Nationalbank zu einem ebenfalls gravierenden Schritt. Der Schweizer Franken legte gegen&#252;ber dem Euro seit Aufbruch der Krisensymptome Ende 2008 zu: Damals bekam man <a title="Grafik bei langfristcharts.de" href="http://www.osnanet.de/nmzf/html/chf.html" target="_blank">f&#252;r 1 Euro noch 1,66 CHF, zwischenzeitlich standen sich beide W&#228;hrungen 1:1 gegen&#252;ber</a>. Milliarden an Geldern suchen in der Schweizer W&#228;hrung Sicherheit. Insbesondere verkaufen Euro-Besitzer ihr Geld gegen Schweizer Franken. Der Franken-Kurs ist <a href="http://wirtschaft.t-online.de/schweiz-wie-der-super-franken-ein-deutsches-dorf-ruiniert/id_48943658/index" target="_blank">g&#252;nstig f&#252;r Schweizer, die im Euro-Raum einkaufen</a> wollen, aber er ist bedrohlich f&#252;r die Exportwirtschaft der Schweiz, deren Produkte sich im Euro-Raum enorm verteuern. Die Reaktion der Nationalbank: Sie garantiert seit kurzem, dass der Kurs nicht mehr unter 1:1,20 f&#228;llt. Diese Garantie wird dadurch erm&#246;glicht, dass die Bank <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,784597,00.html" target="_blank">jede Euro-Menge gegen &#8220;Selbstgedrucktes&#8221; kaufen</a> will, die ins Land str&#246;mt. Damit steigt jedoch die Geldmenge des Schweizer Franken enorm an, die Gefahr langfristiger Inflation steigt. Die Schweiz importiert also die Probleme des Euro-Raums, ohne dass sie selbst den Euro als Zahlungsmittel nutzt.</p>
<p>Die USA sind im August nur knapp an der Staatspleite vorbeigeschrammt, weil die zwei gro&#223;en politischen Lager sich nicht auf eine Strategie einigen konnten. 12 Billionen Dollar Staatsschulden ist eine unvorstellbare Gr&#246;&#223;e, dagegen ist Griechenland ein Zwerg. Zwar einigte man sich und der Dollar kann wieder rollen, doch gel&#246;st ist das Schuldenproblem der USA nicht. Vielmehr droht nun eine erneute Wirtschaftskrise, die sich schnell zu einer globalen Rezession ausweiten kann.</p>
<p>Was zeigt uns dies?</p>
<p>Die Instabilit&#228;t des Systems nimmt zu. Zwar schafft es die Politik immer noch, gr&#246;&#223;ere Verwerfungen zu vermeiden und z&#246;gert Ausbr&#252;che hinaus, doch ein Staatsbankrott Griechenlands ist nicht mehr vermeidbar. Was das f&#252;r die Euro-Zone bedeutet, ist noch unklar. Doch selbst wenn ein griechischer Bankrott nur kleinere Wirkungen zeigt: Die Staatsschulden sind ja in fast allen europ&#228;ischen L&#228;ndern ein gro&#223;es Problem und nach Griechenland wird der n&#228;chste Staat in den Fokus r&#252;cken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Geldverm&#246;gen von heute in einigen Jahren nur noch einen Bruchteil wert sind und dass eine tiefe Krise ganze Unternehmenszweige in den Bankrott dr&#252;cken kann.</p>
<p>F&#252;r den Einzelnen ist es schwer, dagegen etwas zu unternehmen. Wer Geld &#8220;&#252;brig&#8221; hat, sollte es nicht nur in tote Edelmetalle stecken, sondern besser dar&#252;ber nachdenken, wie er gemeinsam mit anderen funktionierende Strukturen aufbaut und erh&#228;lt: Unternehmen, die Energie oder Lebensmittel produzieren, Wohnraum bereitstellen, Wald bewirtschaften. Leider gibt es hier kaum eine ausgepr&#228;gte Kultur, sein Geld in &#8220;echte&#8221; Unternehmen zu stecken, statt es im &#8220;Sparstrumpf der Sparkasse&#8221; zu parken. (Denn auch dorthin werden die Vibrationen des Finanzsystems kommen!)</p>
<p>Wir sind weiter dabei, alternative Finanzsysteme in die Spur zu bringen. Vergangenes Wochenende startete der <a title="Regiogeld" href="http://lausitzer.net" target="_blank">Lausitzer als Regiogeld f&#252;r die Lausitz</a>. Dort kommt erstmals unser <a title="RegionalAtlas Lausitz" href="http://lausitzer.regionalatlas.net" target="_blank">RegionalAtlas</a> zum Einsatz, der Landkarte, Kontensystem und Marktplatz kombiniert. Das ist unser Versuch, selbst &#8220;Dezentralbank&#8221; zu spielen. W&#228;hrenddessen &#252;ben wir uns darin, die Wichtigkeit einer gesunden Krisenfestigkeit in Kommunen zu verbreiten. Im Oktober wird es eine erneute <a title="Transition Konferenz" href="http://www.peak-oil.com/2011/08/transition-town-konferenz-in-bielefeld/" target="_blank">Zusammenkunft von Transition-Town-Akteuren geben, diesmal in Bielefeld</a>. Sowohl das alte Finanzsystem kommt also in eine neue, verst&#228;rkt instabile Phase, als auch die Aktivit&#228;ten jener, die sich nicht nur passiv davon &#252;berrollen lassen wollen&#8230;</p>
<p>Interessant zu lesen ist in dem Zusammenhang sicherlich das <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/das-endet-mit-dem-grossen-knall/4590890.html?p4590890=all" target="_blank">Interview mit Ludwig Poullain, Ex-Chef der West-LB</a>. Gefragt nach dem Ausweg aus der Lage antwortet er: <em>&#8220;Ich glaube mittlerweile an den Knall. Meine Lebenserfahrung spricht dagegen, dass sich vorher etwas &#228;ndert.&#8221;</em></p>]]></content:encoded>
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		<title>Japan</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 09:55:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seltsam, welche Gedanken einem angesichts Erdbeben, Tsunami und atomarer Katastrophe durch den Kopf gehen. Da geht es mir ein bisschen wie Sascha Lobo mit seinem Benzini, der das ziemlich gut auf den Punkt bringt. Zum Beispiel, dass k&#252;nftig wohl niemand mehr von der &#8220;japanischen Krankheit&#8221; sprechen wird, von der in den letzten Jahren immer dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seltsam, welche Gedanken einem angesichts Erdbeben, Tsunami und atomarer Katastrophe durch den Kopf gehen. Da geht es mir ein bisschen <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,751209,00.html" target="_blank">wie Sascha Lobo mit seinem Benzini, der das ziemlich gut auf den Punkt bringt</a>. Zum Beispiel, dass k&#252;nftig wohl niemand mehr von der &#8220;japanischen Krankheit&#8221; sprechen wird, von der in den letzten Jahren immer dann die Rede war, wenn die Stagnation der japanischen Wirtschaft beschrieben wurde.</p>
<p>Durch den Kopf gehen aber auch Songtexte wie &#8220;Strahlend wird die Zukunft sein, hat man uns erz&#228;hlt, ja ich wei&#223; ich war noch klein, Jahre wenig auf der Welt, Strahlend wird die Zukunft sein, h&#246;re ich noch heut, geh&#8217;n wir am Atomm&#252;ll ein oder wie ist das gemeint?&#8221;. So sangen die Skeptiker. Sandra m&#252;&#223;te ihren Welthit &#8220;Hiiiiroshima&#8230;&#8221; fortsetzen mit &#8220;Fuuuukushima&#8230;&#8221; &#8211; es erscheint sehr seltsam, dass ausgerechnet das atombombengeplagte Japan so unreflektiert auf Atomenergie setzt, es erscheint zugleich Ironie der Geschichte, dass dieselbe Kultur nun erneut von dieser Kraft besch&#228;digt wurde. Oder Kraftwerk: &#8220;Radio.Ak.Tivit&#228;t &#8211; dupdup, dupdupdupdup, dupdupdupdup.&#8221;</p>
<p>Kulturverarbeitend hatte Atomenergie eindeutig in den 1980ern ihren H&#246;hepunkt. Nach Tschernobyl, vermutlich. 20 Jahre Schweigen und ein Tsunami sp&#228;ter, m&#252;ssen wir uns doch nochmal vor Augen halten, was solch ein Kernkraftwerk anrichten kann, wenn es sich der menschlichen Kontrolle entzieht. Auf H&#246;he des Kraftwerks ist die japanische Insel vielleicht 100 km breit. Die US-Truppen hatten ihre Leute im Umkreis von 80 Kilometer um den Reaktor evakuiert. Geht das Ding wirklich noch in die Luft oder schaffen wir es nicht, den Dingen Einhalt zu geben, entst&#252;nde vielleicht eine unbewohnbare Zone, die Japan in Nord- und S&#252;djapan teilt. Ein kultureller Gau! Diese Zivilisation, tausende Jahre alt, die sowieso nur eine schmale, enge Insel bewohnt, w&#252;rde geteilt. Was bedeutet das f&#252;r diese Kultur? Wie lange w&#252;rde solch eine Teilung anhalten? Selbst 40 Jahre Teilung haben in Deutschland zu teilweise sehr unterschiedlichen Kulturen gef&#252;hrt (auch wenn das niemand so recht h&#246;ren will und die Trennung sich zunehmend aufl&#246;st), was passiert, wenn dies einer jahrtausendealten Kultur passiert?</p>
<p>Selbst wenn der Reaktor wieder &#8220;eingefangen&#8221;, abgedichtet und vielleicht sogar wieder betriebsf&#228;hig gemacht wird, die Situation ist weder so harmlos noch ist die Hysterie begr&#252;ndet. Aber Sorgen sollte uns die Vorstellung schon machen, wieviel radioaktive Stoffe bei der &#8220;Meerwasserk&#252;hlung&#8221; in den Ozean geraten sind, wie viele Mutationen dadurch m&#246;glicherweise in Gang kommen, wieviel in die Nahrungsketten und letztlich auf unserem Tisch landet.</p>
<p><a href="http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Abschied-vom-20-Jahrhundert-1212107.html" target="_blank">Atomenergie, so schreibt Niels Boeing, ist ein Produkt des milit&#228;risch-industriellen Komplex des 20. Jahrhunderts</a>. Davon sollten wir Abschied nehmen. Auch wenn hier und jetzt kein einfacher L&#246;sungsansatz pr&#228;sentiert werden soll, m&#252;ssen wir uns angesichts Fukushima t&#228;glich neu fragen: Ist dieser Lebensstil das, was sinnvoll ist?</p>]]></content:encoded>
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		<title>Neues von Wicki</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 22:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der SZ war k&#252;rzlich eine Karrikatur, auf der ein paar alte Damen um ihren Cafe-Tisch sitzend feststellten, dass ihre Gespr&#228;che etwas eint&#246;nig geworden sind. Sie sollten doch mal diese Vicky Lieks einladen, die h&#228;tte ja immer was interessantes zu erz&#228;hlen&#8230; Ein Interview mit einem Ehrenamtler der Wau-Holland-Stiftung zu den Wikileaks-Spenden. Im Februar sollen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der SZ war k&#252;rzlich eine Karrikatur, auf der ein paar alte Damen um ihren Cafe-Tisch sitzend feststellten, dass ihre Gespr&#228;che etwas eint&#246;nig geworden sind. Sie sollten doch mal diese Vicky Lieks einladen, die h&#228;tte ja immer was interessantes zu erz&#228;hlen&#8230;</p>
<ul>
<li><a href="http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/2259277/" target="_blank">Ein Interview mit einem Ehrenamtler der Wau-Holland-Stiftung zu den Wikileaks-Spenden. Im Februar sollen die Finanzinfos offengelegt werden</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1292462419507/Unterstuetzung-Reporter-ohne-Grenzen-spiegeln-Website-von-Wikileaks" target="_blank">Reporter ohne Grenzen hosten jetzt auch einen Wikileaks-Mirror</a> und geben ein Statement ab</li>
<li><a href="http://www.gulli.com/news/cia-schafft-wikileaks-expertengruppe-wikileaks-taskforce-w-t-f-2010-12-22" target="_blank">Laut Gulli.com hat die CIA eine eigene Wikileaks-Taskforce gegr&#252;ndet (&#8220;WTF&#8221;), um die Auswirkungen auf das eigene Tagesgesch&#228;ft zu untersuchen</a></li>
<li><a href="http://www.intern.de/internet-news/8685-wikileaksorg-raeumlicher-zusammenhang-zu-cia.html" target="_blank">Und auf intern.de fallen auch die K&#252;rzel CIA und WTF im Zusammenhang mit einem Domainumzug von wikileaks.org</a></li>
<li><a href="http://www.macnews.de/news/66976/wikileaks-app-apple-gibt-stellungnahme-ab/" target="_blank">Apple hat eine App von Igor Barinov verbannt, die Zugriff auf Wikileaks-Inhalte bietet: Weil sie &#8220;lokale Gesetze&#8221; verletzen. Barinov verweist auf andere Apps, die das ebenso tun&#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.gulli.com/news/cablegate-norwegische-zeitung-erlangt-zugriff-auf-das-gesamte-archiv-2010-12-22" target="_blank">Bislang waren die Cablegate-Depechen nur tr&#246;pfchenweise bzw. f&#252;r ausgew&#228;hlte Medien zug&#228;nglich. Offenbar erweitert sich dieser Kreis nun langsam&#8230;</a> &#8211; erstmal nach Norwegen</li>
<li><a href="http://de.rian.ru/society/20101222/257951966.html" target="_blank">&#8230; und vermutlich auch Russland (Die Russen werden in n&#228;chster Zeit einiges Neues &#252;ber ihr Land erfahren)</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~EA331ABC4528A4170AB4A5E76C2772A74~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">In der FAZ analysiert die Philosophieprofessorin Nicole Karafyllis das Weltbild von Assange (+ Bill Gates) aus Autismus-Sicht</a></li>
<li><a href="http://www.godmode-trader.de/nachricht/Wikileaks-Spanien-bei-Biotech-Saatgut-auf-der-Seite-USA-Monsanto,a2417451.html" target="_blank">Gentechnik auf hiesigen Feldern? Mit welchem Methoden auf Botschafter-Ebene gearbeitet wird, zeigen Depechen, die Jochen Stanzl gelesen hat</a>. Der Papst ist auch dabei&#8230;</li>
<li>R&#252;ckblick: &#8220;Cablegate&#8221; wird der Depeschen-&#8221;Skandal&#8221; genannt, weil &#8220;Cable&#8221; soviel wie &#8220;Depesche&#8221; und &#8220;gate&#8221; ein Hinweis auf die Watergate-Aff&#228;re ist. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Watergate-Aff%C3%A4re" target="_blank">Interessant am Wikipedia-Artikel zur Watergate-Aff&#228;re ist, dass damals auch das Zusammentragen von Informationen &#252;ber politische Gegner als problematisch angesehen wurde.</a> Wo ist eigentlich die Depesche hin, die davon sprach, dass US-Aussenministerin Hillary Clinton Informationen &#252;ber den UNO-Generalsektret&#228;r anfordern lie&#223;? Ach <a href="http://www.heute.at/news/welt/Wikileaks-CIA-und-Clinton-stecken-hinter-Spionage;art414,476842" target="_blank">hier</a>&#8230;</li>
<li><a href="http://www.laut.de/Wikileaks-enthuellt/Berlusconi-kneift-vor-Bono/21-12-2010" target="_blank">Hat Berlusconi Angst vor U2-Bono? Das zumindest interpretiert man bei laut.de</a></li>
<li><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wikileaks-war-meine-letzte-Hoffnung-/story/23226809" target="_blank">Interview im Schweizer Tagesanzeiger: &#8220;Rudolf Elmer publizierte auf Wikileaks Bankdaten. Er st&#246;rt sich aber zunehmend am Verhalten von Julian Assange.&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/artikel/17316/" target="_blank">Medienkritik im schweizer &#8220;Beobachter&#8221;: Redet nicht nur &#252;ber Wikileaks, fordert Konsequenzen f&#252;r die offengelegten Verst&#246;&#223;e!</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~E4170819F8D994AC19596894AC4FC6C01~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Umberto Eco in der FAZ. &#220;berschrift: Schafft die Botschaften ab! Aus dem Text lese ich was anderes. Wie auch immer: Eine interessante Sicht auf Wikileaks&amp;Co.</a></li>
<li><a href="http://medienradio.org/mr/mr036-der-spiegel-und-wikileaks/" target="_blank">Holger Stark im Podcast-Interview auf medienradio.org &#252;ber die Kooperation zwischen dem SPIEGEL und Wikileaks.</a></li>
</ul>]]></content:encoded>
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		<title>WikiLeaksUniverse</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 21:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Does your business do business with Bank of America? Our advise is to place your funds somewhere safer.&#8221; Dieser Satz findet sich auf Twitter &#8211; im WikiLeaks-Kanal. Bank of America hat die Bearbeitung von Zahlungen an Wikileaks eingestellt. Man k&#246;nnte obigen Satz also als Retourkutsche lesen, es k&#246;nnte aber auch ein Hinweis darauf sein, woher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Does your business do business with Bank of America? Our advise is to place your funds somewhere safer.&#8221;</em></p>
<p>Dieser Satz findet sich auf <a href="http://twitter.com/wikileaks" target="_blank">Twitter &#8211; im WikiLeaks-Kanal.</a> Bank of America <a href="http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_bank_of_america_stellt_zahlungen_an_wikileaks_ein_story-39002364-41542815-1.htm" target="_blank">hat die Bearbeitung von Zahlungen an Wikileaks eingestellt</a>. Man k&#246;nnte obigen Satz also als Retourkutsche lesen, es k&#246;nnte aber auch ein Hinweis darauf sein, woher die n&#228;chsten Dokumente kommen, die das planetare Datenleck ja bereits angek&#252;ndigt hat.</p>
<p>Das Problem: Wenn Wikileaks weiterhin so z&#228;h den Datensaft in die globalen Kan&#228;le sickern l&#228;&#223;t, dauert es noch 3000 Tage, bis &#8220;Cablegate&#8221; beendet ist. Ob dann die Bank-Informationen noch jemanden interessieren, ist fraglich. Im Schnitt ver&#246;ffentlichten die Datenlecker in den vergangenen 22 Tagen 83 Botschaftsdepechen pro Tag. Bei einem Fundus von einer Viertelmillion Depechen vergeht einfach ein gutes St&#252;ckchen Zeit.</p>
<p>Allerdings: Meine Bef&#252;rchtung, dass die Medien sich nicht mehr um die Depechen scheren w&#252;rden, je l&#228;nger dieser Prozess andauert, wird offenbar dadurch nicht best&#228;tigt, dass sich immer mal wieder interessantes Material finden l&#228;&#223;t. <a href="http://derstandard.at/1292462272139/Wikileaks-Agenten-Tod-im-Irak-holt-Berlusconi-ein" target="_blank">Berlusconi hat die Ermittlungen zum Tod eines italienischen Geheimagenten im Irak unterbunden</a>, um die italienisch-usamerikanischen Beziehungen nicht zu gef&#228;hrden. <a href="http://derstandard.at/1292462231007/Wikileaks-Peking-bezahlt-Nepal-fuer-Zurueckweisung-von-Tibetern" target="_blank">China bezahlt nepalesische Polizisten</a>, wenn sie tibetanische Fl&#252;chtlinge zur&#252;ckweisen. Gregor Gysi hat ins Parteiprogramm <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,735691,00.html" target="_blank">die Aufl&#246;sung der Nato statt den Austritt Deutschlands</a> reinschreiben lassen, weil ersteres nur mit Zustimmung anderer L&#228;nder und damit unrealistischer ist. Ob das stimmt? Wissen wir nicht, es steht in einer Depesche. In einer solchen steht auch, dass Michael Moores Film &#8220;Sicko&#8221; in Kuba verboten sei, was <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/148966" target="_blank">laut Moore nicht stimmt</a>.</p>
<p>Doch die Welt, die Wikileaks anregt, wird gr&#246;&#223;er. Im <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/wikileaks-jetzt-wissen-wirs-und-weiter/3637154.html" target="_blank">Tagesspiegel stellen Manuel Scheidegger und Johannes Schneider </a>eine wichtige Frage: Worum geht es bei Wikileaks? Wohin f&#252;hrt uns das? Wohin soll es uns f&#252;hren? Im Westen sagt man, dass &#8220;Geheimnisverrat&#8221; <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Ueber-Geheimnisse-und-ihren-Verrat-von-Ulrich-Reitz-id4082326.html" target="_blank">auch in Lokalredaktionen Tagesgesch&#228;ft</a> ist. Bei CreateOrDie befasst man sich mit <a href="http://createordie.de/cod/news/Wikileaks-Kinder-%26ndash%3B-Openleaks-und-WAZ-Recherche-057829.html" target="_blank">den &#8220;Kindern von Wikileaks&#8221;</a> &#8211; den angek&#252;ndigten Alternativ-Plattformen f&#252;r investigatives Material (inklusive NDR-Interview mit Daniel Domscheit-Berg). In den Niederlanden ist man laut taz bereits auf dem Weg, <a href="http://blogs.taz.de/meineguete/2010/12/20/niederlande_bekommt_wikileaks-lokal/" target="_blank">lokale Lecks</a> aufzusetzen. Auf YouTube gibt es eine neue Videokategorie: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hl4NlA97GeQ" target="_blank">Wikileaks-Nachrichten als HipHop-Video</a> (inklusive Hillary Clinton, Alex Jones (&#8220;Inside job!&#8221;), Berlusconi und andere &#8211; gefunden im Wikileaks-Twitter-Kanal). In Gro&#223;britannien hat ein Gericht erstmals zugelassen, <a href="http://orf.at/stories/2032102/" target="_blank">dass Blog- und Twitter-Nachrichten aus dem Gerichtssaal</a> m&#246;glich sind: Bei der Anh&#246;rung zum Auslieferungsverfahren gegen Assange. Wenn das keine Vielzahl an Reaktionen ist, die allein auf 83 Botschaftsdepechen pro Tag zur&#252;ckgehen&#8230;</p>
<p>Und wer sich mit eben diesen Depeschen etwas intensiver befassen will, kann das beim &#8220;<a href="https://cablegame.appspot.com/" target="_blank">Cable Game&#8221;</a> tun und dort Schlagworte (Namen, Organisationen, Orte, Ereignisse oder Themen) markieren und dazu beitragen, die Informationen aufzubereiten und einzuordnen. (Have fun :-) )</p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bef&#246;rdert Wikileaks die Demokratie?</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 12:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was hat Wikileaks anderes getan als die Botschaften, deren Material jetzt weltweit lesbar ist, es (offenbar!) &#252;blicherweise auch tun: Wikileaks hat Informationen, die ihm anvertraut wurden, weitergeleitet. Der Unterschied liegt darin, dass staatliche Botschaften ihre Informationen gezielt an „Hinterm&#228;nner“ weiterleiten, w&#228;hrend Wikileaks seine Informationen ohne konkrete Zielperson weitergeleitet hat: N&#228;mlich an die gesamte Welt&#246;ffentlichkeit. Welchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } -->Was hat Wikileaks anderes getan als die Botschaften, deren Material jetzt weltweit lesbar ist, es (offenbar!) &#252;blicherweise auch tun: Wikileaks hat Informationen, die ihm anvertraut wurden, weitergeleitet. Der Unterschied liegt darin, dass staatliche Botschaften ihre Informationen <strong>gezielt</strong> an „Hinterm&#228;nner“ weiterleiten, w&#228;hrend Wikileaks seine Informationen ohne konkrete Zielperson weitergeleitet hat: N&#228;mlich an die gesamte Welt&#246;ffentlichkeit. Welchen Wert Informationen haben kommt immer auf den Kontext an, das gilt sowohl f&#252;r die Wikileaks-Ver&#246;ffentlichungen als auch f&#252;r die Berichte der ins Zwielicht geratenen Botschaften. Die Analyse der Informationen &#252;bernehmen im Botschaftsmilieu die Au&#223;enministerien und andere &#246;ffentliche Institutionen als auch die <strong>Geheim</strong>dienste, w&#228;hrend die Wikileaks-Informationen jetzt <strong>von allen</strong> Medien, Journalisten und Bloggern der Welt analysiert und bewertet werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ist das verwerflich?</p>
<p>Ist es verwerflich, dass wir Bewohner dieses Planeten erfahren, wie m&#228;chtige Menschen &#252;ber andere m&#228;chtige Menschen denken? Dass wir erfahren, wo Rechtsverst&#246;&#223;e begangen werden (Stichwort: Streubomben aus Gro&#223;britannien, Verletzung der R&#252;stungskontrollen in Deutschland) und wo vermutlich die Mafia regiert? Vielmehr ist es doch so, dass „Cablegate“ best&#228;tigt, was viele seit langem ahnten: Dass wir von echter Demokratie auf diesem Planeten noch weit entfernt sind, die meisten Absprachen in Hinterzimmern und nicht per &#246;ffentlicher Debatte stattfinden und die &#246;ffentlichen Stellen weit mehr wissen, als wir. Dabei sind <strong>wir</strong> das Fundament jeder Demokratie.</p>
<p>In der B&#246;rsenwelt gibt es – offiziell – das Verbot, Insiderinformationen zum Handel zu nutzen. Der Grund ist einleuchtend: Wer mehr (und fr&#252;her!) wei&#223; als seine Wettbewerber, kann dieses Wissen durch rechtzeitigen Kauf oder Verkauf von Wertpapieren nutzen und somit sich auf Kosten der anderen bereichern. Politik ist neben der B&#246;rse der gr&#246;&#223;te Geldumschlagplatz weltweit, die Staaten haben enorme Budgets. Kein Wunder, dass Korruption und Politik heute nahezu wie Schwestern sind. Aber in der Politik gibt es kein Verbot der Nutzung von Insiderinformationen. Vielmehr ist Heimlichtuerei an der Tagesordnung.</p>
<p>Das mag korrekt sein. Aber ist das unserem Anspruch an Demokratie auch w&#252;rdig? Wikileaks provoziert uns weltweit, unser Verst&#228;ndnis von Demokratie zu hinterfragen! Es provoziert uns, unsere „demokratischen Instrumente“ in Frage zu stellen. Staatliche Botschaften und „Maulw&#252;rfe“. Geheimdienste. Planfeststellungsverfahren. „Wenn Wahlen etwas &#228;ndern w&#252;rden, w&#228;ren sie verboten“, hei&#223; es. Diese Aussage gilt es angesichts der Macht der unsichtbaren Kr&#228;fte durchaus &#246;ffentlich zu diskutieren! Was passiert in Botschaften und wieviel Personal bleibt erhalten, wenn eine Wahl die Machtverh&#228;ltnisse eines Landes verschiebt? Sind unsere Staaten nicht eher <strong>B&#252;rokratien </strong>als <strong>Demokratien</strong>?</p>
<p>Vielleicht sind sie auch <strong>Plutokratien</strong>. Die Macht des Geldes k&#246;nnte als n&#228;chstes auf dem Seziertisch liegen, wenn Wikileaks wie angek&#252;ndigt Dokumente aus einer Gro&#223;bank ver&#246;ffentlicht. Dass diese Gro&#223;bank ihren Stammsitz in den USA hat, sollte nicht dazu f&#252;hren, die Heimat des modernen Kapitalismus als Hauptproblemzone anzusehen. Banken sind Global Player, sie haben l&#228;ngst alle geografischen Grenzen &#252;berschritten und sich entnationalisiert. Wikileaks k&#246;nnte man unter dem Gesichtspunkt der Globalisierung als <strong>Botschaft neuen Typs</strong> ansehen: Die Botschaft der Staatenlosen. Julian Assange hat sich k&#252;rzlich gefragt, was es ihm n&#252;tzt, australischer Staatsb&#252;rger zu sein, hat ihm seine Regierung doch eindeutig signalisiert, dass er dort nicht mehr willkommen ist. Ja in der Tat: Was n&#252;tzt einem die dokumentierte Zugeh&#246;rigkeit zu einer nationalen Gemeinschaft, wenn diese Gemeinschaft debattenlos seine Mitglieder aussto&#223;en kann? Macht das Demokratie aus? Oder hat nicht vielmehr Demokratie an der Schwelle zum 3. Jahrtausend der modernen Zeitrechnung kaum noch etwas mit Nationen zu tun? Wir reden seit gut 20 Jahren von „Globalisierung“, aber unsere Institutionen basieren weiterhin auf einem 300 Jahre alten Nationalstaatskonzept, welches dringend einem Upgrade bedarf. Genau wie die Demokratie.</p>
<p>Das „Prinzip Wikileaks“ wird nicht mehr verschwinden, genausowenig wie die Webseite selbst. Vielmehr zeigt Wikileaks, dass die alten Regeln der materiellen Welt im Informationszeitalter an Macht verlieren. Und das ist gut so! Man erkennt das daran, dass selbst die Abschaltung der Webseite von Amazon-Servern (der Buchh&#228;ndler tritt auch als Datendienstleister auf), die L&#246;schung der Domain wikileaks.org aus einem US-DNS-Server (eine Art Telefonverzeichnis f&#252;r Internetseiten) oder auch die K&#252;ndigung des Paypal-Kontos (eine eBay-Tochter, die Zahlungsdienste anbietet) die Seite nicht kleinkriegen: Denn inzwischen gibt es &#252;ber 75 Kopien von Wikileaks im weltweiten Internet. Wer die ver&#246;ffentlichten Daten aus dem Netz zur&#252;ckholen will muss also inzwischen ein Vielfaches an Diensten und Bankkonten abschalten und die Liste der „Staatsfeinde“, die wie „Terroristen gejagt werden sollen“ (Zitat: US-Au&#223;enministerin Hillary Clinton), um diverse Personen vergr&#246;&#223;ern. Nach den Regeln des materiellen Zeitalters ist Wikileaks ein „Dieb“, der Daten gestohlen hat. Doch das Konzept des „Diebstahls“ versagt in der digitalen Welt, das mussten schon die Musikkonzerne erfahren. Wer eine materielle Sache stiehlt, nimmt jemandem etwas weg, was dieser daraufhin nicht mehr nutzen kann. Autodiebe verschieben Wagen von einer Person zu einer anderen und dem Ursprungsbesitzer fehlt das Fahrzeug tats&#228;chlich. Wer Informationen, Daten, Wissen oder Audio-Dateien kopiert, nimmt niemandem etwas weg! Er multipliziert es. An diesem Problem knobelt das gesamte juristische System, welches als Teil-System unserer Demokratie anzusehen ist, seit der Entwicklung des Internets in besonderem Ma&#223;e. Mit bislang schwachem Erfolg. Kein Wunder: Denn so sehr man sich auch bem&#252;ht, das Materie-Denken in die immaterielle Welt zu &#252;bertragen, umso mehr muss man scheitern.</p>
<p>„Man kann Probleme nicht mit derselben Denkweise l&#246;sen, durch die sie entstanden sind“ wird Albert Einstein (insbesondere im Internet) vielfach zitiert. Wenn Wikileaks ein Problem darstellt, insbesondere eines f&#252;r die Demokratie, dann muss das demokratische Denken sich weiterentwickeln. <strong>Wenn</strong> Wikileaks ein Problem darstellt, ist die Frage, wie die planetare Demokratie (und nicht nur ihr Teilausschnitt in Europa) mit dem Problem umzugehen lernt. Verbote auszusprechen oder F&#252;hrungsfiguren wie Julian Assange zu t&#246;ten (wie es durchaus &#246;ffentlich gefordert wird und nicht&#246;ffentlich mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit vorbereitet wird), l&#246;st das Problem nicht. Es wird es – analog dem Dezentralisierungs-Prinzip des Informationszeitalters &#8211; multiplizieren. Solche „L&#246;sungsvorschl&#228;ge“ rufen Assoziationen hervor wie „1984“ (George Orwells Roman &#252;ber einen totalit&#228;ren &#220;berwachungsstaat) oder „Alexander Litwinenko“ (Ex-KGB-Agent, von Unbekannten in London mit radioaktivem Material vergiftet). Mit Demokratie hat das nicht viel zu tun. Sehr wohl wird sich aber auch das demokratische Prinzip mit der Frage auseinandersetzen, wie es sich an das digitale Zeitalter anpasst. F&#252;r dieses gilt genau wie f&#252;r Wikileaks: Es geht so schnell nicht wieder weg.</p>
<p>Nachtrag: Ken Jebsen auf KenFM (FRiTZ) zu Wikileaks:</p>
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		<title>Offene Botschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 21:42:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der neue Wikileaks-Coup: Eintritt in ein neues Zeitalter der Informationsfreiheit oder Aufreissen einer Nebelbombe?]]></description>
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		<title>1. deutschsprachige Transition Konferenz</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 12:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Transition&#8221; bedeutet &#220;bergang. Hinter dem Begriff &#8220;Transition Town&#8221; versteckt sich die Idee, den &#220;bergang unserer Gesellschaft vom fossilen ins postfossile Zeitalter auf kommunaler Ebene zu gestalten: Evolution von unten also. Das macht Sinn: Denn was lokal ist, kann jeder von uns mitgestalten. Was lokal passiert, kann jeder von uns mitentscheiden. Muss sich denn was &#228;ndern? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Transition&#8221; bedeutet &#220;bergang. Hinter dem Begriff &#8220;Transition Town&#8221; versteckt sich die Idee, den &#220;bergang unserer Gesellschaft vom fossilen ins postfossile Zeitalter auf kommunaler Ebene zu gestalten: Evolution von unten also. Das macht Sinn: Denn was lokal ist, kann jeder von uns mitgestalten. Was lokal passiert, kann jeder von uns mitentscheiden.</p>
<p>Muss sich denn was &#228;ndern?</p>
<p>Allerdings! Nicht nur unser Finanzsystem ist wankelm&#252;tig, unsere ganze industrielle Zivilisation ist mit der Abh&#228;ngigkeit vom Erd&#246;l auf Sand gebaut. Wer das noch nicht verstanden hat ist herzlich eingeladen, die (inoffizielle) <a href="http://peak-oil.com/download/Peak%20Oil.%20Sicherheitspolitische%20Implikationen%20knapper%20Ressourcen%2011082010.pdf">Studie der Bundeswehr zum Thema Peak Oil</a> zu lesen und sich ein paar schlaflose N&#228;chte zuzulegen. (Reaktionen und Links zu Analyen <a title="Peak Oil Bundeswehr" href="http://www.regionalentwicklung.de/2010/09/reaktionen-auf-die-bundeswehr-studie-zu-peak-oil/" target="_blank">hier</a>.) Das Problem: Der &#214;l-Entzug d&#252;rfte n&#228;her als, als uns lieb ist. Die verf&#252;gbare Zeit, unsere Infrastrukturen ohne Entzugserscheinungen umzubauen und anzupassen, ist (zu) kurz. <strong>Peak Oil ist</strong>, betrachtet im Masstab einer Generation, <strong>jetzt</strong>.</p>
<p>Lange Rede, kurzer Sinn: Ausgehend aus dem britischen Raum formt sich eine globale lokal handelnde Bewegung &#8211; Transition Town. Die erste deutschsprachige Konferenz findet in 2 Wochen statt: Vom 19. bis 21. November. In Hannover. Ich werde dort sein.</p>
<p>Mehr Infos: <a href="http://www.transition-konferenz.de" target="_blank">www.transition-konferenz.de</a></p>]]></content:encoded>
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