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	<title>Feldpolitik &#187; feld.versuche</title>
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	<description>...dann geh doch nach drüben!</description>
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		<title>&#8230;zum Beispiel Belgien</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Oct 2007 09:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[4 Monate dauert es nun schon, da&#223; die Belgier nach einer Regierung suchen. Das Land, so darf man in der Presse lesen, sei tief gespalten. Der Riss geht zwischen Flamen und Walloniern, einem &#228;rmeren und einem reicheren Teil des Landes, in denen zudem noch unterschiedliche Sprachen dominieren: Das Franz&#246;sische und das Niederl&#228;ndische. &#8220;In Belgien wuchert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>4 Monate dauert es nun schon, da&#223; die Belgier nach einer Regierung suchen. Das Land, so darf man in der Presse lesen, sei tief gespalten. Der Riss geht zwischen Flamen und Walloniern, einem &#228;rmeren und einem reicheren Teil des Landes, in denen zudem noch unterschiedliche Sprachen dominieren: Das Franz&#246;sische und das Niederl&#228;ndische.</p>
<p><a href="http://www.diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/335812/index.do" target="_blank">&#8220;In Belgien wuchert der politische Spaltpilz &#8211; Staatskrise: Das Fehlen einer Regierung n&#228;hrt Forderungen nach einer Teilung des Landes&#8221;</a> schreibt die &#246;sterreichische PRESSE.</p>
<p>Dabei sto&#223;en menschliche, weltanschauliche und &#246;konomische Konflikte  aufeinander. Zunehmend wird das Thema offenbar auch von ausl&#228;nderfeindlichen Str&#246;mungen vereinnahmt. Ausgerechnet in Fragen der Ausl&#228;nderpolitik hat man sich nun geeinigt [<a href="http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/800530.html">Tagesanzeiger.ch</a>], gleichsam die Frage nach der Autonomie der Regionen vertagt. Doch &#8220;Ausl&#228;nder&#8221; k&#246;nnten in Belgien bald Menschen sein, die k&#252;rzlich noch in einem gemeinsamen Land lebten.</p>
<p>Pikant an der belgischen Situation ist vor allem, da&#223; die Hauptstadt Br&#252;ssel zugleich so etwas wie ein europ&#228;isches Verwaltungszentrum ist. Das europ&#228;ische Parlament und tausende Politiker und Beamte befinden sich dort und deren Hauptaufgabe ist es, Europa zu vereinen. Und ausgerechnet im einigenden Zentrum des Kontinents erhalten nun teilende Bestrebungen besondere Nahrung.</p>
<p><strong>Tabu &#8220;Teilung&#8221;</strong></p>
<p>Die Situation Belgiens r&#252;hrt an ein ganz besonderes Tabu unserer Gesellschaft, unserer Politik und der Medienlandschaft. Zusammenschl&#252;sse und &#220;bernahmen scheinen eine Grund-Tendenz zu sein, Aufteilungen und Trennungen haben oft den Geruch des &#8220;R&#252;ckw&#228;rtsgewandten&#8221;. Diesen Eindruck bekommt man vor allem, wenn man die Wirtschaftsseiten liest, wo GR&#214;SSER fast immer auch BESSER zu sein scheint.</p>
<p>Widerspr&#252;chlich handelt zugleich die Politik: Das &#8220;Subsidiarit&#228;tsprinzip&#8221; ist ein Schlagwort, dem die meisten Politiker zwar zustimmen, jedoch bei konkreten Umsetzungen meist <span style="text-decoration: line-through;">den Schwanz einziehen </span>eher zur&#252;ckhaltend sind.</p>
<blockquote><p><strong>Subsidiarit&#228;t</strong> (lat. zur&#252;cktreten, nachrangig sein) ist eine politische und gesellschaftliche Maxime und stellt Selbstverantwortung vor staatliches Handeln. Demnach sind bei einer staatlich zu l&#246;senden Aufgabe zuerst und im Zweifel die untergeordneten, lokalen Glieder wie Stadt, Gemeinde oder Kommune f&#252;r die Umsetzung zust&#228;ndig, w&#228;hrend &#252;bergeordnete Glieder zur&#252;cktreten.</p>
<p>Die Subsidiarit&#228;t tritt unter der Bedingung ein, dass das untergeordnete Glied in der Lage ist, die Probleme und Aufgaben eigenst&#228;ndig l&#246;sen zu k&#246;nnen. Gleichwohl soll das kleinste Glied nicht &#252;berfordert werden und die &#252;bergeordnete Ebene ggf. unterst&#252;tzend t&#228;tig werden.</p>
<p>Das Subsidiarit&#228;tsprinzip ist eine wichtige Grundlage der Europ&#228;ischen Union, um die Organe der EU in der europ&#228;ischen Gesetzgebung zu beschr&#228;nken. Weiterhin ist es ein wichtiges Konzept f&#246;deraler Staatssysteme wie der Bundesrepublik Deutschland oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft.</p>
<p>[<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subsidiarit%C3%A4tsprinzip" target="_blank">wikipedia:Subsidiarit&#228;tsprinzip</a>]</p></blockquote>
<p>Wie gro&#223; ist ein optimales Gemeinschaftsgebilde? Ich behaupte: Gro&#223; genug, um aus sich selbst heraus lebensnotwendige Entwicklungen anzusto&#223;en aber klein genug, um die Stimme des Einzelnen h&#246;rbar zu machen. In Gro&#223;-Europa treffen aktuell 400 Millionen Stimmen aufeinander. Wie h&#246;rbar ist da noch der Einzelne? Ich bin sicher es gibt Zusammenh&#228;nge zwischen der allgemeinen Politikverdrossenheit und der Frage derIndividuen, wie sehr ihre Interessen tats&#228;chlich in Berlin oder Br&#252;ssel verstanden und vertreten werden.</p>
<p>Jedes Gebilde, egal wie gro&#223; es ist, besitzt eine interne Struktur. Egal ob es sich dabei um ein Geb&#228;ude, ein Verkehrssystem, ein Brot oder eine Gesellschaft handelt. Es mu&#223; demnach notwendig sein, Europa eine interne Struktur zu geben. Eine f&#246;derale Struktur nach dem Subsidiarit&#228;tsprinzip &#8211; eine Europa der Regionen &#8211; ist eindeutig etwas, was ich derzeit bevorzuge.</p>
<p><strong>Staatsverst&#228;ndnis</strong></p>
<p>H&#246;rt man Menschen zu, die vom &#8220;Staat&#8221; sprechen, so haben ihre Meinungen meist eins gemeinsam: Sie trennen zwischen sich und dem Staat. Der Mensch, das ist das eine, der Staat, das ist das andere, der mit dem Menschen nichts zu tun hat, au&#223;er ihn zu g&#228;ngeln oder ihn zu subventionieren.  Die gedankliche Teilung zwischen Staat und Mensch zeigt, da&#223; unser Staatsverst&#228;ndnis einer neuen Ordnung unterliegt. Staat, das sollte eigentlich die Gruppe aller Individuuen sein, die Gemeinschaft der Einzelnen. Doch die Identifikation des Einzelnen mit &#8220;dem Staat&#8221; ist nicht vorhanden, die Trennung riesengro&#223;.  Und es stellen sich die Fragen:</p>
<ul>
<li>Woran liegt das? Welche Gr&#252;nde gibt es?</li>
<li>Ist das Gebilde &#8220;Staat&#8221;, wie es sich in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat, &#252;berhaupt noch anwendbar im 21. Jahrhundert?</li>
<li>Brauchen wir ein neues Staatsverst&#228;ndnis? Brauchen wir einen Staat?</li>
</ul>
<p><strong>Europa der Regionen</strong><br />
Die Probleme in Belgien sind nichts einzigartiges. Es gibt &#228;hnliche Entwicklungen in anderen Gegenden Europas: Zum Beispiel im Kosovo und im Baskenland [<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2821666,00.html" target="_blank">Deutsche Welle</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baskenland" target="_blank">Wikipedia</a>]. Je nach politischer Gro&#223;wetterlage sind Unabh&#228;ngigkeitsbestrebungen erw&#252;nscht (so wird die Unabh&#228;ngigkeit des Kosovo durch EU-Staaten und USA eher bef&#252;rwortet [<a href="http://afp.google.com/article/ALeqM5iCM9-F-fbh_HutVj8oLfK0Nh9Klg" target="_blank">AFP</a>]) oder sie scheinen absolut undenkbar (was im Fall des Baskenlandes sicher auch an den gew&#228;hlten Methoden mancher Separatisten (Bombenanschl&#228;ge und Morde) liegt).</p>
<p>Doch gerade vor dem Hintergrund, da&#223; Europa es bislang nicht geschafft hat, sich eine gemeinsame Verfassung zu geben und angesichts der Tatsache, da&#223; der vorgeschlagene Verfassungsentwurf derma&#223;en gro&#223;er Kritik ausgesetzt ist und in mehreren Referenden von den Menschen abgelehnt wurde; angesichts dieses Hintergrundes scheine es sinnvoll &#252;ber alternative Ans&#228;tze zur Strukturierung des Kontinents nachzudenken.</p>
<p>In anderen Bereichen  des menschlichen Lebens entwickeln sich dezentrale Ans&#228;tze (z.B. Internet, Energieversorgung), werden Monopolisierungen aufgebrochen (Blogs vs. Massenmedien) und spielen netzwerkartige Strukturen eine immer gr&#246;&#223;ere Rolle (Unternehmensnetze, Verkehrsnetze). Sollten die in diesen Bereichen gemachten Erfahrungen nicht in besonderem Ma&#223;e auch in politischen Strukturen beachtet werden? Das Herunterbrechen von Macht, weg von gro&#223;en Institutionen hin zum Individuum ist durchaus bedenkenswert vor dem Hintergrund zunehmenden Mi&#223;trauens gegen&#252;ber solchen Institutionen, zunehmender Korruptionsanf&#228;lligkeit und Vetternwirtschaft.</p>
<p>F&#252;r den &#246;sterreichischen National&#246;konomen Leopold Kohr war &#8220;Das Ende der Gro&#223;en&#8221; eine absehbare Sache. Er hat gen&#252;gend Gr&#252;nde zusammengetragen, die f&#252;r ein Aufbrechen gro&#223;er Strukturen und eine &#8220;R&#252;ckkehr zum menschlichen Ma&#223;&#8221; sprechen [<a title="Leopold Kohr" href="http://www.langelieder.de/lit-kohr.html" target="_blank">Buchrezension</a>]. Vielleicht kann Belgien, vielleicht kann Europa, vielleicht k&#246;nnen wir etwas daraus lernen?</p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Wieso Deutschland eine Banken-Revolution braucht&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 10:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wolfgang Kaden, ehemaliger Manager-Magazin-Manager schreibt im Spiegel &#8220;Wieso Deutschland eine Banken-Revolution braucht&#8221;. Er meint damit (und begr&#252;ndet das durchaus nachvollziehbar): Zusammenlegung aller Landesbanken zu einer deutschen Gro&#223;bank, die auf dem internationalen Parkett Geltung besitzt &#8211; sie w&#228;re immerhin gr&#246;&#223;er als die Deutsche Bank. Gr&#246;&#223;er, schneller, weiter &#8211; das bekannte Spiel geht weiter. Fusionieren bis zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfgang Kaden, ehemaliger Manager-Magazin-Manager schreibt im Spiegel <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,503745,00.html" target="_blank">&#8220;Wieso Deutschland eine Banken-Revolution braucht&#8221;</a>. Er meint damit (und begr&#252;ndet das durchaus nachvollziehbar): Zusammenlegung aller Landesbanken zu einer deutschen Gro&#223;bank, die auf dem internationalen Parkett Geltung besitzt &#8211; sie w&#228;re immerhin gr&#246;&#223;er als die Deutsche Bank.</p>
<p>Gr&#246;&#223;er, schneller, weiter &#8211; das bekannte Spiel geht weiter.  Fusionieren bis zum Umfallen &#8211; mit dem globalen Markt im Fokus nachvollziehbar, aber wie so oft bleibt eine Frage: Wo bleibt der Mensch? Wer gibt unsereins, den kleinen Selbst&#228;ndigen, noch Kredit, wo es sich f&#252;r riesige H&#228;user doch meist viel mehr lohnt, von Yen in Pfund zu spekulieren, Immobilien auf Gr&#246;nland zu finanzieren und mit Gro&#223;projekte den Regenwald zu versteppen?</p>
<p>Revolution? Na gut! Ein paar Gedanken&#8230; ausgehend von der Regionalgeld-Idee trage ich mich schon l&#228;nger mit dem Gedanken,  ein internetbasiertes Geldsystem plus Marktplatz aus der Taufe zu heben. <em>Geld ist Information</em> &#8211; jedem Bankkonto-Besitzer sollte dies klar sein. Was mit dem Ansatz machbar ist, bestimmte bislang materiell gedachte Dinge als Information zu begreifen haben wir erlebt, als Musik pl&#246;tzlich zu MP3 und Filme zu AVI wurden. Tauschb&#246;rsen in Form einer Software lassen die Oligopolisten erbeben und verhelfen Musik und Filmen zu neuen Verbreitungswegen und damit alternativen Musik- und Filmemachern zu bislang unerreichbaren Wegen. Warum sollte &#196;hnliches nicht mit Geld genauso gehen?</p>
<p>So sitzen wir deshalb die Tage mit einem kleinen Team in Dresden und arbeiten (erstmal konzeptionell) an einem Marktplatz mit integriertem Geldsystem. Ziel ist es, eine <em>OpenSource</em>-Software zu schaffen, die es prinzipiell <em>jeder Community</em> erlaubt, ihr eigenes Geld und eigenes Geldnetzwerk zu schaffen und innerhalb dieses Netzwerkes wirtschaftlich t&#228;tig zu werden. Dabei sollte es egal sein, ob es sich um regional orientierte Gemeinschaften, kulturell orientierte Gemeinschaften (alle HipHoper/Esoteriker/Gamer unter sich?) oder globale Gemeinschaften handelt &#8211; das Werkzeug sollte allgemein einsetzbar sein.</p>
<p>Ich habe ein Budget bereitgestellt, ein Freund hat versprochen, dasselbe zu tun &#8211; denn wenn es nicht nur &#8220;am Rande&#8221; ablaufen soll, muss bei dem Entwicklungsprozess zumindest f&#252;r einen Brot und Miete abfallen. Es ist absehbar, dass das nicht genug ist, deshalb hiermit ein Aufruf:</p>
<p>Gesucht werden Entwickler und Sponsoren f&#252;r dieses Projekt. <a href="http://feldpolitik.de/?page_id=2">Meldet euch!</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Video: &#214;l.</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Aug 2007 08:19:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350"></embed></object><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/iJm-ttla5mM" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/iJm-ttla5mM" wmode="transparent"></embed></object></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Qual der Wahl</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2007 16:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Demokratie = Volksherrschaft. Repr&#228;sentative Demokratie = Machttransfer an Volksvertreter. Aber was macht mensch, wenn die Liste der Parteien und Parteig&#228;nger ihm gar keine M&#246;glichkeit bietet, nach seinem Gewissen abzustimmen? Wie ein Vegetarier, der sich zwischen Schwein und Rind entscheiden soll, so f&#252;hlen nicht wenige, wenn sie an der Wahlurne stehen. Und gehen deshalb oft gar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie = Volksherrschaft.</p>
<p>Repr&#228;sentative Demokratie = Machttransfer an Volksvertreter.</p>
<p>Aber was macht mensch, wenn die Liste der Parteien und Parteig&#228;nger ihm gar keine M&#246;glichkeit bietet, nach seinem Gewissen abzustimmen? Wie ein Vegetarier, der sich zwischen Schwein und Rind entscheiden soll, so f&#252;hlen nicht wenige, wenn sie an der Wahlurne stehen. Und gehen deshalb oft gar nicht erst hin&#8230;</p>
<p>Es st&#246;rt die etablierten Parteien oft gar nicht, da&#223; nur die H&#228;lfte der Bev&#246;lkerung abgestimmt hat und sie von dieser H&#228;lfte nur ein Drittel der Stimmen kriegen &#8211; trotzdem wird Anspruch auf die Regierungsmacht erhoben. Dabei vertreten solche Wahlgewinner eigentlich nur noch eine Minderheit, die wahlboykottierende Mehrheit wird ignoriert. Man mu&#223; sie ignorieren! Alles andere m&#252;&#223;te in einem Eingest&#228;ndnis des politischen Bankrotts enden.</p>
<p>Gruppierungen, die sich f&#252;r Direkte Demokratie einsetzen, werden immer aktiver. Mehr Demokratie e.V. fordert in den kommenden Wochen ein neues <a title="Direkte Demokratie in Hamburg" href="http://www.mehr-demokratie-hamburg.de/" target="_blank">Wahlrecht f&#252;r Hamburg</a>; der Omnibus ist best&#228;ndig f&#252;r direkte Demokratie unterwegs, bei den letzten Bundestagswahlen forderte er durch die <a title="Aktion Volksabstimmung" href="http://www.aktion-volksabstimmung.de/" target="_blank">Aktion Volksabstimmung</a> zu einem kreativen Wahlboykott zugunsten der Einf&#252;hrung direktdemokratischer Elemente auf.</p>
<p>In &#214;sterreich haben sich kreative nun etwas anderes ausgedacht, wie der Standard berichtet: Die Initiative <a title="Qual der Wahl" href="http://www.qualderwahl.at/" target="_blank">qualderwahl.at</a> will daf&#252;r sorgen, da&#223; auf Wahlzetteln immer auch ein Feld ankreuzbar ist, welches besagt:</p>
<p><a title="Der Standard" href="http://derstandard.at/?id=2987728" target="_blank">Ich bin mit keiner der Auswahlm&#246;glichkeiten einverstanden.</a></p>
<p>Dieser Link f&#252;hrt zum &#246;sterreichischen Standard, eine Online-Zeitung, die ich schon deshalb immer gern lese, weil sie einen deutschsprachigen Blick von au&#223;en auf die Zust&#228;nde in dem Land wirft, in dem ich lebe. So ein Blick von au&#223;en kann heilsam sein und neue Blickwinkel er&#246;ffnen. Abseits davon ist der Standard sehr progressiv. Dies schl&#228;gt sich derzeit in einer Serie nieder, die &#8220;<span id="leadtxt">die sich mit m&#246;glichen Ursachen des vielerorts zunehmend zu beobachtenden Desinteresses an politischen Entscheidungsprozessen auseinandersetzt&#8221;. Der Artikel <a title="Der Standard" href="http://derstandard.at/?id=2989218" target="_blank">&#8220;Die fingierte Demokratie&#8221;</a> setzt sich mit den Stolperfallen des &#8220;demokratischen Systems&#8221; in Austria auseinander, eine Diskussion, die in der Bundesrepublik Deutschland bislang kaum in gro&#223;en Publikationen gef&#252;hrt wird. </span></p>]]></content:encoded>
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		<title>Globalisierung gestalten durch regionales Geld</title>
		<link>http://feldpolitik.de/2007/08/02/globalisierung-gestalten-durch-regionales-geld/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Aug 2007 08:14:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anl&#228;&#223;lich der Meldung &#8220;Erste s&#228;chsische Regionalw&#228;hrung &#8220;Zschopautaler&#8221; startet am 17. August 2007&#8221; m&#246;chte ich ein paar Worte zu diesem Ph&#228;nomen verlieren, welches ich f&#252;r extrem bedeutsam halte. Nicht nur, weil schon der Gedanke (r)evolution&#228;r erscheint, da&#223; eine Gruppe von Akteuren ihr eigenes Geld macht, sondern auch, weil ich die Wirkung von regionalem Geld im Prozess [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anl&#228;&#223;lich der Meldung &#8220;<a title="Zschopautaler" href="http://www.openpr.de/news/149760/Erste-saechsische-Regionalwaehrung-Zschopautaler-startet-am-17-August-2007.html" target="_blank">Erste s&#228;chsische Regionalw&#228;hrung &#8220;Zschopautaler&#8221; startet am 17. August 2007</a>&#8221; m&#246;chte ich ein paar Worte zu diesem Ph&#228;nomen verlieren, welches ich f&#252;r extrem bedeutsam halte. Nicht nur, weil schon der Gedanke (r)evolution&#228;r erscheint, da&#223; eine Gruppe von Akteuren <em>ihr eigenes Geld </em>macht, sondern auch, weil ich die Wirkung von regionalem Geld im Prozess der Globalisierung f&#252;r wegweisend halte. Ja ich will sogar soweit gehen: Regionalgeld bietet den Menschen die M&#246;glichkeit, sich an der Gestaltung des Prozesses namens &#8220;Globalisierung&#8221; &#252;berhaupt zu beteiligen!</p>
<p>Wo hat mensch denn heute noch Mitsprachem&#246;glichkeiten? In der Politik durchs Kreuzchenmachen alle 4 Jahre? Durch Abstimmung mit den F&#252;&#223;en, indem man &#8220;nach dr&#252;ben&#8221; geht? Die Macht des Geldbeutels ist die einzige Macht, die Konsumenten noch bleibt, aber selbst diese wird zunehmend beschnitten, indem immer mehr Produktionsprozesse sich in immer weniger H&#228;nden sammeln. Allein die Tatsache, da&#223; Regionalgeld Alternativen zur bestehenden Monopolisierung des Geldsystems und der damit einhergehenden Einbahnstra&#223;enmentalit&#228;t der &#214;konomie m&#246;glich macht, allein das ist es Wert, diese Entwicklung zu beobachten und zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Ich habe die letzten feldpolitik-armen Monate und Jahre damit verbracht, mich mit diesem Thema intensiv zu befassen. Intensivere Auseinandersetzungen finden sich auf <a title="Regionalgeld f&#252;r eine neue Art zu Wirtschaften" href="http://www.regionales-wirtschaften.de" target="_blank">www.regionales-wirtschaften.de</a>. Wir haben dem Regiogeld-Verband ein neues Image samt Imagemappe und Messestand gebaut und auch eine neue Webseite wird demn&#228;chst folgen. Ziel des Ganzen: Die Idee zu verbreiten und Unterst&#252;tzer zu finden. F&#246;rdermitglieder jederzeit willkommen: <a href="http://www.regiogeld.de/" target="_blank">www.regiogeld.de</a></p>
<p>&#220;ber 50 Regiogeld-Initiativen und ca. 20 umlaufende Regionalgelder gibt es inzwischen im deutschsprachigen Raum. &#220;ber 2000 Unternehmen akzeptieren solche alternativen Zahlungsmittel und dank der lokalen Arbeit der einzelnen Initiativen werden es t&#228;glich mehr. Das Werkzeug Regionalgeld hilft nicht nur, neue Netzwerke zwischen den meist kleinen Firmen zu kn&#252;pfen, es sorgt auch daf&#252;r, da&#223; die Kaufkraft nicht unbedingt in die Kan&#228;le der riesigen global operierenden Firmen flie&#223;t. Das ist bei den aktuellen Gr&#246;&#223;enordnungen dieses Ph&#228;nomens alles andere als spektakul&#228;r, aber es l&#228;&#223;t vielleicht erahnen, was sich entwickeln kann. (Hinzu kommt: Das Vertrauen in das etabliertes Wirtschaftssystem ist <a href="http://feldpolitik.de/2007/07/30/weltwirtschaftwackelt/">auf wackeligem Sand gebaut</a>.)</p>
<p>Viel Erfolg den Menschen im Zschopautal, viel Erfolg den anderen Regiogeld-Initiatoren. M&#246;ge die Idee sich verbreiten und m&#246;ge jeder einmal die interessante Erfahrung machen, mit &#8220;Selbstgemachtem&#8221; einkaufen zu gehen&#8230;</p>]]></content:encoded>
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