Plutokratie & Feudalismus
30. Dezember 2009Zwei Telepolis-Artikel möchte ich empfehlen:
- Rainer Sommer geht der Frage nach, wer eigentlich die fast 1,9 Billionen Dollar zur Verfügung gestellt hat, die die US-Regierung im Krisenjahr als Neuschulden aufgenommen hat. Das Fazit liest sich nicht grade so, als hätte das Geld jemand übrig gehabt…
- Ein zweiteiliges Gespräch mit dem Soziologen Hans Jürgen Krysmanski berührt wichtige Aspekte des Systems. In “Wer die Fäden zieht” analysiert er den Kreis der Reichen und Superreichen und ihre Rolle in unserer Welt. Sein Fazit, daß wenige Millionen den Planeten (mit mehreren Milliarden) beherrschen, führt sinnvollerweise nicht zu einer der üblichen Verschwörungstheorien, sondern zeigt eher auf, wie die Mechanismen der Machtausübung mittels Geld funkionieren. Im zweiten Teil traut sich der marxistisch geprägte Krysmanski auch, die Frage der Staatsverschuldung anzugehen: “Über die Identität der Gläubiger des Schuldners Staat wird nie gesprochen”. In der marxistischen Szene ist es nicht üblich, die Schulden- und damit verbundene Zinsproblematik anzusprechen. Die Richtung des Interviews empfinde ich deshalb als angenehm, weil Krysmanski Ansätze durchblicken läßt, mit der die Plutokratie zu brechen ist.
Und dazu ein Blick ins Handelsblatt:




