Sie denken, das geht wieder weg? Denken Sie besser nochmal!
Stellen Sie sich eine Welt vor, in der man alles hat. In der die Leute nichtmal wissen, was sie sich zu Weihnachten schenken sollen, weil man eigentlich nichts mehr braucht. Jedenfalls in den Milieus, wo man gut bezahlt in Arbeit steht. Wie will man denen jedes Jahr noch mehr verkaufen, um die jährliche (Wirtschaftswachstum genannte) Planübererfüllung hinzukriegen?
Stellen Sie sich andererseits eine Welt vor, wo man vieles brauchen könnte, aber kein Geld hat, es zu kaufen. Wo Kredit immer teurer wird und die Kleinstsummen, die man für eine überschaubare Existenzgründung braucht, gar nicht zu kriegen sind. Wo die Kapitalien dieser Welt bereits verteilt sind, teilweise jahrhundertelang in Dynastien vererbt und ständig anständig vermehrt wurden. Natürlich auf Kosten anderer, denn in einer endlichen Welt läßt sich nichts dauerhaft vermehren, ohne anderen etwas wegzunehmen. Und sei es Mutter Natur.
Stellen Sie sich diese zwei Welten vor: Auf demselben Planeten. Die reiche, gesättigte und übersättigte Welt die nicht noch mehr braucht und die arme, abgedrängte Welt, die nichts mehr kriegt und bis zum Hals in Schulden steckt. Ein Planet, in dem die Habenden den Habenichtsen nichts mehr leihen, weil sie Angst haben, es nicht mehr wiederzukriegen.
Sie denken, das geht wieder weg? Aber bestimmt nicht dadurch, daß Angela Merkel Milliarden für den Straßenbau ausgibt – was ja nichts anderes ist als die planwirtschaftliche Beschäftigung von Straßenbauarbeitern, die jenen Teil der gesellschaftlichen Infratstruktur ausbauen, die mangels Neuwagenverkauf immer weniger Leute nutzen werden.
Denken Sie nochmal! Neue Straßen sind schnell sichtbar, da muß man nicht lange denken, wenn man ein Land regiert, da kann man auf den jahrzehntelang erprobten Propagandatrick zurückgreifen und Beton in die Landschaft kippen, als gäbe es kein Morgen. An morgen zu denken würde bedeuten, heute Kindergärtner auszubilden, die aber natürlich erst in 3, 4 oder 5 Jahren verfügbar wären. Wer will so lange warten, bis Erfolge sichtbar sind?
Sie denken, die Wirtschaftskrise geht wieder weg? Schauen Sie nach Griechenland, dort sehen Sie die Zukunft! Die Zukunft einer Krise, die konsequent globale Ausmaße annimmt und als 2. Weltwirtschaftskrise ihren Weg in die Geschichtsbücher nehmen wird. Das heißt nicht, daß alles so wird, wie beim ersten Mal (wir sind sowohl technisch als auch bewußtseinsmäßig schon ein Stückl weiter), aber Weltwirtschaftskrise bedeutet auch nicht, daß ein bissl Straßenbaumilliarden, eine „Bad Bank“ oder 500 Milliarden Steuergelder für die Stabilisierung privater Finanzinstitute plötzlich alles wieder rosig machen. Vergessen wir nicht: Ein sattes System zu noch mehr Wachstum zu zwingen ist Unsinn. Aber das ist nunmal die Philosophie unserer Zeit, das hat mit DENKEN nicht mehr viel zu tun.
Sie denken also, das geht wieder weg? Ganz bestimmt nicht, bevor Die Große Kunst Des Neuen Denkens Schule macht. So lange gilt: Denken Sie besser nochmal!
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