Der Wahnsinn des Geldes

19. Oktober 2007

“Auch bei einem Börsencrash sicher für unsere Kunden – Exklusiv bei der Aachen Münchener”

so wirbt der Laden derzeit im TV für den Abschluß einer Riester-Rente. Ja Hallo – “Börsencrash”?

Inflation? Na, niemand gesunden Verstandes möchte derzeit Finanzminister sein. Der deutsche Ober-Geld-Jongleur hat grade neue strategisch ausgeklügelte Werkzeuge eingesetzt: Er leiht sich frisches Geld und die Zinsen, die er verspricht dafür zu zahlen, koppelt er an die Inflationsrate. Äußerst schlau! Sollten die Preise also weiter wie bisher steigen, so rückt der Staatsbankrott ein paar Schritte schneller auf uns zu…

Preissteigerungen? Achja, der Ölpreis – der hat in den letzten 10 Tagen um 10 Dollar zugelegt und hat jetzt die 90-Dollar-Marke durchschlagen.  Da freut sich der Passivhaus-Besitzer und der Manager-Magazin-Schreiberling wundert sich: Aktienmarkt: Verdrehte Logik. Selbst schlechte Nachrichten lassen die Aktienpreise steigen, und den Ölpreis, und den Goldpreis (und den Milchpreis und den Energiepreis) – dieVermutung liegt nahe, daß das Vertrauen ins Papier sinkt und vor allem jene, die genug davon haben, es in “harte Waren” eintauschen wollen.

Riecht nach Krise? Ach was, wir hatten doch grade noch diesen Aufschwung, stand doch in der Zeitung… (von dutzenden Unternehmern, mit denen ich seit Jahresanfang gesprochen habe, hat EINER (EINER!!!) gemeint, bei ihm ginge es sichtbar bergauf)

Krise? Keine Ahnung, was genau bedeutet es, wenn im Autowunderland Germanien die Leute weniger von ihren vierrädrigen Freunden kaufen? (FTD: Deutsche kaufen kaum noch Autos”) (Tipp: Ein Interview mit dem Wiener Verkehrsplaner Hermann Knoflacher über Autos)

Nunja, machen wir uns nix draus: Das muß so sein! Wer es nicht glaubt, dem seien zwei Filme empfohlen:

“Geld als Schuld” (“Money as Debt” mit deutschen Untertiteln) bei Google Video sowie Der Geist des Geldes.

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