Kampf der Weltbilder

12. Oktober 2007

… wer hätte das gedacht…

1989 dachte man, die Welt habe sich von einem ihrer größten Übel befreit, der ständigen Bedrohung der Menschen durch zwei sich gegenüberstehende Denk-Systeme, die einander mit Atomwaffen bedrohen. Der Fall einer Beton-Mauer war der symbolische Akt, der den “kalten Krieg” beendete und die Welt, die in “Ost” und “West”, in “Kapitalismus” und “Kommunismus” getrennt war, beendete.

Keine 20 Jahre hat es gedauert, bis sich die Welt irgendwie wieder in einer ganz ähnlichen Situation befindet. Teilweise werden wieder Mauern gebaut oder geplant (Israel-Palestina, USA-Mexiko), aber ganz klar gehen neue Rissen und neue Fronten durch den menschenlichen Globus. Sie verlaufen entlang neuer Linien, teilweise aber entlang alter Linien. Was im 20. Jahrhundert als System-Kampf stattfand ist heute im Grunde wieder ganz ähnlich, nur daß die Frontlinien “religiöser” geworden sind.

“130 muslimische Religionsgelehrte rufen zum Frieden auf” schreibt Der Standard und die in dem Artikel gewählten Worte klingen ganz ähnlich jenen, die während des sogenannten “Kalten Krieges” aktuell waren. “Unsere gemeinsame Zukunft steht auf dem Spiel. Das blanke Überleben der Welt selbst steht möglicherweise auf dem Spiel” – kommt uns das nicht bekannt vor?

(Und ruft dies nicht die Frage hervor: Wird es je eine Zeit geben, in der die Menschheit sich nicht mehr über Weltbilder streitet?)

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