no more glückwunsch
03. Oktober 2007wie über kolonien fielen die makler über uns her und rissen sich die perlen unter den nagel. verkauft wurde alles, was verkaufbar war, und sei es dazu, es plattzumachen. was ehemals mit dem stempel volkseigentum versehen war gehört heute zu großen teilen leuten, die nie hier wohnten und die nie einen finger krumm gemacht haben, um mitzubauen. und an die wir heute unsern zehnt bezahlen. das soziale netz im osten wurde um 2 millionen menschen ausgedünnt. wirtschaftsflüchtlinge. obwohl so mancher warnte, eine wirtschafts- und währungsunion wäre problematisch, so dominierte doch der wunsch einzelner, ihren namen in geschichtsbüchern zu lesen. blühende landschaften wurden versprochen, heute reden wir über abwanderungsprämien. und wir baggern dörfer und landschaften immer noch genauso weg wie unter honecker.
früher standen wir schlange nach bananen.
heute nach kindergartenplätzen.
karl-otto kommt aus ostberlin
und blasi heißt sein hund
beide warn nie in der partei
ging er gassi mit dem blasi
wasser lassi dann war quasi
ein stasi immer mit dabei
es sprach herr gorbatschow
es werde licht, und siehe
es ward ein wenig heller
karl-otto packt die trude
macht seine bude dicht
sein trabant fuhr niemals schnellervon ostberlin nach varaszdin
über´s burgenland
welches für seinen wein bekannt
fuhr er dann mit dem trabant
ins gelobte bruderland
wo asyl er aber keine arbeit fandes steht ein haus in ostberlin
das steht seit kurzem leer
den meisten der genossen
stand nach anderem der sinn
als ein land called ddrder arbeiter und bauernstaat
ist auch nicht das geworden
was er schon früher niemals war
charly marx rotiert im grabe
das herz wird ihm so schwer
geplant war alles anders ganz & gardie mauer ist gefallen
und alles jubiliert
100 mark sind schnell versoffen
doch im westen bleibt man nüchtern
da wird spekuliert
ein neuer markt ist offenes steht ein haus in ostberlin
das steht schon fast nicht mehr
früher wohnten mister marx
und herr lenin drin
doch das ist lange her…karl-otto steht in westberlin
noch immer arbeitslos
und schaut sich ein schaufenster an
dass nicht alles gold ist was da glänzt
weiss karl otto längst
außer, wenn man sich’s leisten kannnach der ersten euphorie
senkt ganz western germany
betreten seine jubelfahnen
denn sind die arbeitsplätze knapp
schiebe deinen bruder ab
und zum abschied gibt´s einen strauss bananen
EAV, “Es steht ein Haus in Ostberlin” auf “Neppomuks Rache”, 1990





