Kriegswirtschaft
10. September 2007Der 11. September jährt sich zum 6. Male, der Irak-Krieg befindet sich im 4. Jahr, Zeit für einen ökonomischen Blick darauf. Denn nicht für alle sind diese zwei Ereignisse schlecht. Von der durch 9/11 ausgelösten Kriegsathmosphäre profitieren vor allem Firmen, deren Produkte zerstörend wirken: Waffen- und Rüstungsschmieden.
Der Spiegel hat heute dazu einen Artikel: Geschäfte mit dem Irak – die Hitparade der Kriegsprofiteure. Ist ja auch klar: Milliarden und Abermilliarden hat die US-Regierung bewilligt bekommen und diese vielen Dollars lösen sich ja nicht einfach in Luft aus, nachdem sie ausgegeben wurden – die hat immer jemand anders. Einerseits wird davon der Sold der Söldner bezahlt, andererseits die hinter den Frontlinien operierenden Firmen, die Kriegsinfrastruktur und Material bereitstellen. Und denen geht es derzeit prächtig…
Krieg ist gut. Gut für die Wirtschaft. Wer weiß, was die zehntausenden Soldaten tun würden, wenn sie nicht in der Armee beschäftigt wären; vielleicht säßen sie arbeitslos rum? Wer weiß, was die Fließbandarbeiter tun würden, wenn sie nicht mit dem Zusammenschrauben von Gewehren und Munition befaßt wären; vielleicht säßen sie arbeitslos rum? Gut für jene Managertypen (Telepolis), die von ihren Professoren ideologisch auf Egoismus gedrillt wurden und es schaffen, sich und ihrem Unternehmen in dieser Destruktionswirtschaft ein Plätzchen zu sichern. Oder besser noch: Zwei Plätzchen. Eine Firma, die hilft, Bomben zu bauen und eine, die aufbaut, was mit den Bomben eingerissen wurde – da kassiert man doppelt. Und so lange Brot & Spiele und die allgemeine Angst um den Arbeitsplatz uns zuliefernde Menschen davon abhalten, diesen Teufelskreis dadurch zu durchbrechen, uns anderen Aufgaben zu widmen, so lange kann das Spiel aus Aufbauen-Abreißen-Aufbauen-Abreißen noch Jahrhunderte weitergehen.





