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30. Juli 2007

Seit Jahresbeginn schwelt die Krise bei Hypothekenkrediten für Schuldner niedriger Bonität, den sogenannten Subprimes. Doch während die unverwüstlichen Optimisten, die sich ihre so schön nach oben laufenden Börsen nicht kaputt machen lassen wollten, das Problem kleinzureden suchten, nahm es im Untergrund weiter zu.

Die Zahl der platzenden Kreditverträge nahm ebenso weiter zu wie die der Zahlungsausfälle. Mit diesen stiegen die Sorgen darum, was die mit Hypothekenkrediten besicherten Anleihen [...] überhaupt noch wert sein mochten.

Amerikas Hypothekenproblem liegt offen, FAZ, 11. Juli 2007

Selbst solch konservative Blätter wie die FAZ berichten darüber, wie sich die US-Immobilienkrise entwickelt. Diese Entwicklung trifft nahezu zeitgleich auf große Schwankungen an den Aktienmärkten (“hohe Volatilität”), die einerseits neue Rekorde (z.B. beim DAX) und andererseits recht flotte Abstürzen hinlegen.

Die internationalen Finanzmärkte boomen, aber nicht nur sie. Denn auch die Preise vieler anderer Güter und so genannter Vermögenswerte laufen nach oben – und zwar weltweit. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die reichlich vorhandene Liquidität zurückzuführen, erklärt Vermögensverwalter Jens Erhardt im Interview.

Solange genügend Geld da ist und die Zinsen vergleichweise tief sind, steigen die Aktienkurse weiter, erläutert er. Die Anleger müssten jedoch höllisch aufpassen, wann die Liquiditätsquellen versiegten. Denn „die Hausse selbst sät die Saat für ihre Zerstörung“.

“Die größte Blase, die es je gab”, FAZ, 16. Juli 2007

Bereits 2004 war diese Entwicklung vorhersagbar, doch vermutlich haben längst nicht alle Akteure entsprechende Reaktionen in Betracht gezogen. Vielmehr wird die Gefahr einer weltweiten Wirtschaftskrise immer größer, denn die globale Vernetzung der Ökonomie hat ein nie gekanntes Maß erreicht. Für die deutsche Wirtschaft ist dies deshalb besonders gefährlich, weil sie “Exportweltmeister” ist und deshalb besonders abhängig davon, daß der Rest der Welt genug Geld hat, um hierzulande einzukaufen. Zudem sind natürlich auch europäische Gelder in den us-amerikanischen Spekulationsmärkten investiert, und wenn diese Märkte abstürzen, wird es auch hierzulande die eine oder andere Bank erwischen. Überraschend kann das nur für jene kommen, die glauben, Geld könne man essen:

Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt hat erstmals auch ein deutsches Kreditinstitut mit Wucht erfasst: Die Mittelstandsbank IKB wechselt nach Bonitätsproblemen ihren Chef aus und senkt ihre Prognosen deutlich. Weltweit werden Banken nervös und schränken ihre Kredit-Vergabe ein.

Unerwarteter Chef-Wechsel: US-Immobilienkrise erfasst deutsche Mittelstandsbank, 30. Juli 2007, Spiegel

Wird erst einmal  die Kreditvergabe für die Realwirtschaft eingeschränkt(zugunsten der Spekulationsmärkte wurde in den letzten Jahren der Kredithahn ja massiv aufgedreht), so wird die Rezession ordentlich zuschlagen. Es ist unwahrscheinlich, dass das monopolartige organisierte Geld- und Bankensystem dazu beitragen wird, diese Krise abzufedern.

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